„Achte auf Deine Lunge“ lautet die neue Informationskampagne der Österreichischen Lungenunion anlässlich des Welt-Lungen-Tages am 25. September 2021. An vier Online-Terminen werden die Themen Impfung, Bewegung, Rauchstopp und saubere Luft mit Expert*innen und Betroffenen diskutiert und anschließend in Form eines Resümees zusammengefasst.

Die Österreichische Lungenunion (ÖLU) unterstützt und fördert die Mündigkeit von Betroffenen. Das Ziel sind informierte Patienten und eine informierte Mitwelt. Aus diesem Grund beteiligt sich die ÖLU anlässlich des Welt-Lungen-Tages 2021 am 25. September 2021 an der aktuellen Kampagne des Forum of International Respiratory Societies (FIRS). Aufbauend auf den vier Säulen des Weltlungentages 2021 (Rauchen, saubere Luft, körperliche Bewegung und Impfung) werden in den nächsten Monaten diese Themen im Rahmen von vier Online-Terminen mit vier heimischen Experten diskutiert.

Der erste Vortrag dazu fand bereits am 23. September 2021 statt und war dem Thema „Impfungen für chronisch kranke Menschen“ gewidmet. Als Expertin konnte Mag.a rer. nat Renee Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller, gewonnen werden. Ein Beitrag dazu wird demnächst hier erscheinen.

Weitere Termine & Themen der Veranstaltungsserie zum Weltlungentag 2021:

  • 18. November 2021, 18.00 Uhr: Achte auf Deine Lunge – Sag NEIN zu Tabak
  • 20. Jänner 2022, 18.00 Uhr: Achte auf Deine Lunge – Atme saubere Luft
  • 17. Februar 2022, 18.00 Uhr: Achte auf Deine Lunge  – Bewege dich regelmäßig

Die jeweiligen Links zur Teilnahme an den Webinbaren veröffentlichen wir rechtzeitig!

Pävention ist wichtig

Der Welt-Lungen-Tag am 25. September 2021 verfolgte das Ziel, Menschen zu motivieren, mehr auf die Lunge zu achten – beispielsweise durch mehr Prävention, also rechtzeitige Vorsorge. Denn schon jetzt ist etwa die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) die weltweit vierthäufigste Todesursache. Die Sterblichkeitsrate ist höher als in der Allgemeinbevölkerung, da COPD-Patient*innen in der Regel unter weiteren Begleiterkrankungen leiden, die ihren Gesundheitszustand verschlechtern.

Bei der COPD handelt es sich um eine irreversible funktionelle Schädigung der Lunge. Diese kann aber verhindert werden, indem eine Belastung durch folgende Risikofaktoren vermieden wird:

  • Tabakrauch
  • schlechte Atemluftqualität in schlecht belüfteten Räumen, in denen Biomasse (z.B. Holzkohle, Holz und andere pflanzliche Materialien sowie Dung) zum Kochen und Heizen verwendet wird
  • schlechte Atemluftqualität in Außenbereichen durch Luftverschmutzung aufgrund menschlicher Aktivitäten, die eine Ansammlung und Konzentration von Gasen begünstigen, die sich in der Lunge ablagern können (z.B. Kohlenmonoxid (CO), Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2), Schwermetalle, Dämpfe, Reizstoffen, Industriegase und Mikropartikel)
  • berufsbedingte Belastung durch industrielle Chemikalien, Stäube, Dämpfe, Reizstoffe und Gase

COPD kann verhindert werden

  • Geben Sie das Rauchen auf und vermeiden Sie den Kontakt mit Rauch im Allgemeinen!
  • Ergreifen Sie je nach Grad der Umweltbelastung geeignete individuelle Schutzmaßnahmen (z.B. Tragen einer Maske), insbesondere in geschlossenen Räumen, Arbeits-, und Industrieumgebungen und bei Warnmeldungen wegen erhöhter Luftverschmutzung!
  • Halten Sie sich bevorzugt in belüfteten Räumen auf, in denen die Luft zirkuliert und ständig erneuert wird!

Bei COPD: Fortscheiten der Krankheit verhindern

Rauchstopp: Rauchen Sie keine Tabakwaren, egal in welcher Form (Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Wasserpfeifen, elektronische Geräte usw.)

Gesunde Ernährung: Ein höheres Körpergewicht bei COPD-Patient*innen wird mit einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion, geringerer körperlicher Leistungsfähigkeit und einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht. Bei übergewichtigen COPD-Patient*innen können zusätzliche Erkrankungen und Komplikationen den allgemeinem Gesundheitszustand weiter verschlechtern. Bevorzugen Sie Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind, wie beispielsweise Obst und Gemüse. Halten Sie den Verzehr von tierischen Proteinen möglichst gering. Ernähren Sie sich von kleinen Portionen: Nehmen Sie alle vier bis fünf Stunden kleinere Mahlzeiten zu sich. Große Mahlzeiten erschweren die die Verdauung und verstärken das Gefühl der Kurzatmigkeit.

Mehr Bewegung: Angeleitete sportliche Aktivitäten sowie generell ein aktiver Lebenswandel tragen zu einer verbesserten Lebensqualität bei. An individuelle Bedürfnisse angepasste und professionell begleitete sportliche Übungen können die Leistungsfähigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens steigern und Krankheitsschübe vermeiden.

Therapietreue: Ein entscheidender Faktor bei der Behandlung der Erkrankung ist die Therapietreue, d. h. die Befolgung aller Hinweise und Empfehlungen, die Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen für Ihre medizinische Versorgung gegeben hat. Nur etwa die Hälfte aller COPD-Patient*innen hält sich korrekt an die Therapie zur Krankheitskontrolle.

Impfungen: Lassen Sie sich jährlich gegen Influenza und Pneumokokken impfen (wenn Sie älter als 65 Jahre sind oder Ihre Erkrankung fortgeschritten ist). Zusätzlich wird eine Impfung gegen das Coronavirus empfohlen.

Umfassende COPD-Behandlung: Die zur Behandlung von COPD verfügbaren medikamentösen Therapien zielen auf die Linderung der Symptome und die Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung ab, nicht aber auf deren Heilung, da die Lunge bereits irreversible Schäden aufweist.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Über die gesamte Veranstaltungsserie für den Welt-Lungen-Tag hinweg werden wir immer wieder über die Themen berichten und auch die Ergebnisse in einem abschließenden österreichischen Lagebericht zusammenfassen. Wichtig ist es uns, eventuelle Verbesserungen bzw. Unterstützungen auch von politischer Seite anzustoßen. Deshalb sind uns folgende Punkte wichtig:

  1. Wie kann ich dieses Ziel (z.B. Impfung, Bewegung, Rauchstopp, saubere Luft) als Individuum erreichen? Welche Hürden gibt es?
  2. Wie kann die ÖLU unterstützen, um diese Ziele zu erreichen?
  3. Wo braucht es Unterstützung durch die Öffentlichkeit bzw. die Politik?

Bitte senden Sie Ihre Meinung per E-Mail an office@lungenunion.at.

Unterstützt wird das Projekt von Astra Zeneca, Bencard, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Chiesi, A. Menarini Pharma, Novartis, Pfizer und Roche.