Die Lebensqualität von Personen mit Lungenkrebs lässt sich mit zahlreichen Maßnahmen erheblich verbessern. Von psychologischer Betreuung über Sozialberatung, physikalische Behandlungsmethoden, Wickel und Kompressen, Akupunktur, Entspannungstraining, Hypnose, Osteopathie und Craniosacraltherapie bis zu Musik- und Kunsttherapie gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die neben der medikamentösen und chirurgischen Therapie wirksam sind.

Im Rahmen eines Webinars der Österreichischen Lungenunion stellte DGKP Yvonne Kaufmann von der Abteilung für Allgemein- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Krems nicht-medikamentöse Maßnahmen vor, die sich zur Unterstützung bei Lungenkrebs – insbesondere zur Bewältigung von Schmerzen – bewährt haben. „Wenn der Schmerz zum ständigen Begleiter wird, leidet irgendwann auch die Seele“, weiß Kaufmann aus ihrer 20-jährigen Erfahrung im Spital. Aus diesem Grund empfiehlt sie ein interdisziplinäres Konstrukt aus Unterstützungsmaßnahmen, die teilweise ein sehr hohes Wirkspektrum haben.

Psychologische Betreuung und Sozialberatung

Ein wichtiger Baustein ist die psychologische Betreuung, in deren Mittelpunkt meist Gespräche stehen. Darüber hinaus können Entspannungstechniken zur Schmerzbewältigung erlernt werden. Auch die als Suggestion bezeichnete seelisch-geistige Beeinflussung sowie die Imagination können unterstützend und schmerzlindernd sein. Zudem finden Musiktherapie und Kunsttherapie bei Lungenkrebspatienten großen Anklang. Im Zuge von Lungenerkrankungen können berufliche, familiäre, soziale und persönliche Sorgen auftreten. Hier kann eine Sozialberatung unterstützen, einen klaren Blick auf die individuelle Situation zu richten und Lösungen zu finden.

Physikalische Behandlungsmethoden

Auch mit physikalischen Behandlungsmethoden wie Bewegungstherapie, Atemtherapie, Thermotherapie mit Kälte- oder Wärmeanwendungen, Massagen bzw. Berührung der Schmerzpunkte, Elektrotherapie, transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) und Unterwassertherapie kann Schmerz reduziert werden. „Gerade mit der Atmung kann man sehr viele Prozesse im Körper steuern“, erklärt Yvonne Kaufmann.

Weitere Möglichkeiten

Methoden wie Akupunktur, Entspannungstraining, Hypnose, Osteopathie, aber auch Craniosacraltherapie, Musik- und Kunsttherapie sowie Wickel und Kompressen unterstützen den Körper im Umgang mit der Krankheit und können eine bessere Toleranz gegenüber Schmerzen bewirken.

Rezept Schmerzöl

  • 25 ml Mandelöl​
  • 25 ml Johanniskrautöl
  • 3 Tropfen Pfefferminzöl: lokalanästhetisch wirksam, kühlend, schmerzstillend
  • 2 Tropfen Cajeputöl: stark nervenschmerzlindernd und muskelschmerzlindernd
  • 2 Tropfen Lavendelöl: hat eine Vielzahl an Wirkungen, unter anderem nervenschmerzlindernd und schlaffördernd
  • 2 Tropfen Zedernöl: entzündungshemmend, schmerzstillend und stimmungsaufhellend
  • 1 Tropfen Rosengeranienöl: schmerzlindernd, harmonisierend, hautpflegend
  • 1 Tropfen Grapefruitöl: reguliert die Endorphinausschüttung, angstlindernd

Jour fixe der Österreichischen Lungenunion, 29. Juni 2022