Die aktualisierte Patientenleitlinie des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin zum Thema Asthma bietet wissenschaftlich gesicherte Informationen über die Entstehung von Asthma sowie die Erkennung und Behandlung dieser Erkrankung. Zudem enthält die Patienteninformation Hinweise, wie von Asthma betroffene Menschen und ihre Angehörigen mit der Erkrankung umgehen können und wo sie weitere Unterstützung finden. Auch wenn die Patientenleitlinie Asthma das ärztliche Gespräch nicht ersetzen kann, liefert sie wichtige Informationen, mit der Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt Entscheidungen zu Untersuchungen und zur Behandlung treffen können.

Bei Asthma sind Atemwege dauerhaft entzündet

Da die Atemwege bei Menschen mit Asthma anschwellen und sich verengen, können Betroffene nicht mehr ungehindert ein- und ausatmen. Expertinnen und Experten unterscheiden zwischen allergischem Asthma und nicht-allergischem Asthma.

An Asthma erkrankte Menschen haben überempfindliche Atemwege. Die Bronchien in der Lunge verengen sich und bilden – gewissermaßen als Reaktion auf normalerweise harmlose Stoffe – Schleim. Als Auslöser gelten Allergene wie Pflanzen-Pollen oder Tierhaare, körperliche Belastung, Atemwegsinfekte, Medikamente und Reizstoffe wie Tabakrauch und Abgase.

Patientenleitlinie "Asthma"
Die aktualisierte Patientenleitlinie informiert über die Entstehung sowie die Erkennung und Behandlung von Asthma.

Häufige Asthma-Beschwerden

Zu den häufigsten Beschwerden, von denen Menschen mit Asthma betroffen sind, zählen

  • Luftnot, die wiederholt anfallartig auftritt, oftmals nachts,
  • pfeifendes Atemgeräusch,
  • Engegefühl in der Brust,
  • Husten mit oder ohne Schleimbildung.

Die Beschwerden können manchmal stärker und ein anderes Mal wieder schwächer sein oder zeitweise gar nicht auftreten. Kommt es zu plötzlich auftretenden starken Beschwerden mit Luftnot, handelt es sich um einen Asthma-Anfall.

Asthma erkennen

Eine Asthma-Erkrankung und mögliche Auslöser werden anhand verschiedener Untersuchungen festgestelt. Zu diesen zählen

  • Befragung und körperliche Untersuchung,
  • Messen der Lungen-Funktion: Bei der Spirometrie wird gemessen, wie gut oder schlecht die Atemluft durch die Luftwege strömen kann,
  • Allergie-Tests.

Asthma behandeln

Die Therapie hängt von den Beschwerden ab, etwa möglichen Asthma-Anfällen. Bei allergischem Asthma ist es am wichtigsten, den Auslöser so gut wie möglich zu meiden. Hilft dies nicht, wird auf Medikamente zurückgegriffen – beispielsweise solche, die eingeatmet bzw. inhaliert werden. Bei den sogenannten inhalativen Asthma-Medikamenten ist es wichtig, diese richtig zu benützen. Die Österreichische Lungenunion bietet immer wieder entsprechende Atemschulungen.

Die Asthma-Therapie richtet sich nach einem sogenannten Stufen-Schema – einem Behandlungsplan mit mehreren Stufen. Abhängig von den jeweiligen Beschwerden und der Lungenfunktion soll auf einer bestimmten Stufe gestartet werden. Lassen sich die Beschwerden nach gewisser Zeit nicht gut kontrollieren, wird die nächst höhere Stufe gewählt. Innerhalb jeder Stufe gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten. Welche individuell am besten geeignet ist, wird gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem Behandelnden Arzt geprüft. Sind die Beschwerden längere Zeit gut kontrolliert, wird überprüft, ob Betroffene auch mit weniger Medikamenten auskommen und möglicherweise auf die nächst niedrigere Stufe wechseln können. Bei plötzlich auftretenden Beschwerden kommen Bedarfs-Medikamente zum Einsatz, welche die Atemwege sofort erweitern – beispielsweise kurzwirkende Beta-Mimetika, die mit einem Spray verabreicht werden.

Asthma-Betroffenen, die mehr als zweimal wöchentlich Bedarfs-Medikamente benötigen, wird eine eine Langzeit-Behandlung empfohlen. Für Kinder und Jugendliche gilt: Der Alltag sollte völig ohne Bedarfs-Medikamente bewältigt werden können. Das wichtigste Dauer-Medikament ist ein inhalierbarer Kortison-ähnlicher Wirkstoff als Spray oder Pulver. Er wirkt gegen die Entzündung und damit gegen die Ursache der Beschwerden. Es ist wichtig, das Kortison-ähnliche Medikament regelmäßig zu inhalieren, damit die Entzündung nicht wiederkommt. Wer es dauerhaft anwendet, hat seltener einen Asthma-Anfall und kommt seltener deswegen ins Krankenhaus. Dieses Dauer-Medikament kann auch Todesfälle durch Asthma verhindern. Bei manchen Menschen sind die Asthma-Beschwerden so stark, dass Kortison als alleiniges Dauer-Medikament nicht ausreicht. In diesen Fällen kommen weitere Therapien hinzu – beispielsweise eine Zusatz-Behandlung mit einem monoklonalen Antikörper, langwirkenden Beta-Mimetika, langwirkende Anticholinergika oder Montelukast.

Zu den ergänzenden Maßnahmen, die den Erfolg der Behandlung verbessern, zählen nicht rauchen, an Asthma-Schulungen teilnehmen, Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot erlernen sowie ein regelmäßiges körperliches Training.

Weitere Themen der Patientenleitlinie

  • Asthma – was ist das?
  • Untersuchungen bei Asthma
  • Die Behandlung planen
  • Behandlung mit Medikamenten
  • Inhaliergeräte – richtig inhalieren lernen
  • Nicht-medikamentöse Behandlungen
  • Komplementäre und alternative Behandlungen
  • Langzeitbetreuung
  • Vorgehen bei einem Asthmaanfall
  • Behandlung im Krankenhaus
  • Asthma in der Schwangerschaft
  • Asthma durch den Beruf
  • Rehabilitation – der Weg zurück in den Alltag
  • Ihr gutes Recht
  • Was Sie selbst tun können
  • Hinweise für Angehörige und Freunde
  • Kurz gefasst
  • Rat und Unterstützung
  • Wörterbuch

Deutsche Patientenleitlinie Asthma (PDF)