Rehabilitation nach Long-Covid

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Von Long Covid spricht man, wenn jemand 28 Tage nach Ausbruch der Krankheit noch immer Covid-19-ähnliche Symptome aufweist. Aida, Krankenpflegerin an der Klinik Penzing in Wien, erzählt von ihren Erfahrungen mit Long Covid. Die Lungenfachärztin Sylvia Hartl erklärt im Video, wie die Folgenwirkungen einer SARS CoV 2-Infektion behandelt werden.

Aida ist seit 28 Jahren in der Klinik Penzing beschäftigt. Zu Beginn ihrer Covid-19-Erkrankung hatte sie starke Krankheitssymtome und nahm eine Woche lang Antibiotika ein. Als die Halsschmerzen und der Husten vergangen waren, traute sich die Krankenpflegerin aus Angst vor der nächsten Atemnot kaum zu schlafen.

Laut Prim. assoc. Prof. Dr. Sylvia Hartl, MBA von der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten an der Klinik Penzing, könne man an Aidas Schilderungen sehen, wie Long Covid-Symptome üblicherweise ablaufen. Definitionsgemäß verstehe man unter Long Covid-Betroffenen jene Menschen, die 28 Tage nach dem Beginn der Covid-19-Symptome noch immer eine Symptomlast aufweisen.

Schwäche und Erschöpfung

„Ich war eigentlich offiziell ganz gesund“, schildert Aida. Sie habe gedacht, nach der überstandenen Covid-19-Infektion wirklich alles machen zu können, da sie „auch wirklich alles machen wollte. Man ist ein bisschen euphorisch, man freut sich, man hat es überlebt“, betont die Krankenpflegerin. Doch Long Covid machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Es ging nicht mehr so, wie sie sich das vorgestellt hatte.

„Wenn man einen körperlich arbeitenden Beruf hat wie eine Krankenpflegeperson, muss man zu 100 % wieder fit sein“, erklärt die Lungenfachärztin Sylvia Hartl. Auch wenn die genaue Durchuntersuchung ergeben habe, dass weder SARS CoV2-Viren vorhanden noch Folgeschäden sichtbar messbar waren, haben sich bei Aida Schwäche und Erschöpfung gezeigt. Die Patientin wurde schließlich mit einem stationären Rehabilitationsprogramm unterstützt. Durch den gezielten Aufbau der Atemmuskulatur konnte erreicht werden, dass Aida nach weiteren vier Wochen wieder arbeitsfähig war und ihre Tätigkeit nun wieder gut bewältigen kann.

Bei Menschen mit milder ausgeprägten Symptomen könne es Hartl zufolge auch genügen, wenn sich diese gesund ernähren und ein moderat angepasstes Ausdauertraining betreiben. Dies müsse allerdings mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

®Video: Stadt Wien