Der seit 1987 jährlich am 31. begangene Weltnichtrauchertag macht auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam und motiviert die Bevölkerung, so rasch wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören bzw. erst gar nicht damit zu beginnen. Das Motto des Weltnichtrauchertages 2021 lautet „Commit to Quit“ (Sag‘ ja zum Rauchverzicht!). Die globale Bewegung versucht, Menschen auf der ganzen Welt dabei zu unterstützen, das Rauchen aufzugeben.

Die Kampagne „Commit to Quit“ möchte dazu beitragen, eine gesündere Umgebung zu schaffen, die eine Tabakentwöhnung unterstützt, indem sie sich

  • für eine starke Tabakentwöhnungspolitik einsetzt,
  • einen verbesserten Zugang zu Entwöhnungsdienstleistungen fördert,
  • für Taktiken der Tabakindustrie sensibilisiert und
  • Tabakkonsumenten befähigt, mit erfolgreichen „Quit & Win“-Initiativen das Rauchen aufzugeben.
Mit dem virtuellen Gesundheitsportal „Florence“ unterstützt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwöhnungswillige Raucher bei ihrem Bestreben, mit dem Rauchen aufzuhören.

Rauchstopp hat große Vorteile für die Gesundheit

Wer das Rauchen besiegt, hat unmittelbare und langfristige gesundheitliche Vorteile:

  • Nach nur 20 Minuten Raucherentwöhnung sinkt die Herzfrequenz.
  • Innerhalb von 12 Stunden sinkt der Kohlenmonoxidspiegel im Blut auf den Normalwert.
  • Innerhalb von 2 bis 12 Wochen verbessert sich die Durchblutung, auch die Lungenfunktion steigt.
  • Innerhalb von 1 bis 9 Monaten nehmen Husten und Kurzatmigkeit ab.
  • Innerhalb von 5 bis 15 Jahren reduziert sich das Schlaganfallrisiko auf das eines Nichtrauchers.
  • Innerhalb von 10 Jahren ist die Sterblichkeitsrate an Lungenkrebs etwa halb so hoch wie die eines Rauchers.
  • Innerhalb von 15 Jahren liegt das Risiko einer Herzerkrankung sogar auf jener eines Nichtrauchers.

Stationäre Rauchentwöhnung

Anlässlich des Weltnichtrauchertages plädiert Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht vom Kepler Universitätsklinikum in Linz für die stationäre Rauchentwöhnung als „eine sehr effektive Möglichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören.“ So würden sämtliche pulmologischen Rehazentren in Österreich Programme zur Tabakentwöhnung anbieten, die sich an den Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie orientieren, in welcher Lamprecht als Generalskretät fungiert. Neben dem vielfältigen Angebot an ambulanten Optionen gebe es in einigen Gesundheitseinrichtungen auch die Möglichkeit einer stationären Rauchentwöhnung.

Prim. Dr. Gabriele Reiger, MBA, ärztliche Leiterin des PVA-Rehabilitationszentrums Weyer, weist darauf hin, dass die stationäre Tabakentwöhnung Entwöhnungswillige während der Entwöhnungsphase in umfassender Weise unterstützt. „Durch den stationären Aufenthalt – und somit losgelöst von den Belastungen des Alltags – fällt es den Betroffenen leichter, Gewohnheiten, die mit dem Rauchen zusammenhängen, zu ändern“, weiß Reiger. Mithilfe psychologischer Unterstützung – etwa in Form von Einzel- und Gruppenberatungen – werden das Rauchverhalten unterstützende Mechanismen und Muster aufgedeckt und analysiert, den Entwöhnungswilligen aber auch Motivationen für einen Rauchstopp zur Seite gestellt. Von ärztlicher Seite werden Entwöhnungswillige bei Bedarf durch eine medikamentöse Behandlung des Entzugssyndroms unterstützt.


Eine Kombination aus Beratung und medikamentöser Unterstützung wirkt im Sinne einer dauerhaften Entwöhnung besser als Beratung allein.

PRIM. DR. GABRIELE REIGER, MBA, ÄRZTLICHE LEITERIN DES PVA-REHABILITATIONSZENTRUMS WEYER

Weiterführende Informationen

Informationen über Gesundheitseinrichtungen, die eine stationäre Tabakentwöhnung anbieten, finden Sie unter rauchfrei.at.

World No Tobacco Day
www.who.int/health-topics/tobacco
virtuelles Gesundheitsportal „Florence“