Körperliche Aktivität ist ein wesentlicher Baustein für ein gesundes Leben. Auch bei Lungenerkrankungen ist regelmäßige Bewegung eine wesentliche Unterstützungsmaßnahme. Zu den positiven Effekten zählen die Steigerung der Ausdauer- und Kraftleistungsfähigkeit sowie die Zunahme der Lebensqualität.

Wie sich der Alltag mit körperlicher Aktivität für Menschen mit Lungenerkrankungen leichter bewerkstelligen lässt, erklärte Univ.-Prof. Dr. Jürgen Scharhag, Leiter des Instituts für Sport- und Leistungsphysiologie am Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien und ärztlicher Leiter des Österreichischen Instituts für Sportmedizin, im Rahmen eines Online Jour-fixe der Österreichischen Lungenunion.

Praktische Trainingstipps, um gesund alt zu werden

Der Sportmediziner betonte, dass es insbesondere bei Menschen mit Lungenerkrankungen nicht darum gehe, Preise für sportliche Leistungen zu gewinnen, sondern die Leistungsfähigkeit im Alltag mithilfe körperlicher Aktivität beizubehalten bzw. zu steigern.

Konkret empfiehlt Scharhag zur Aufrechterhaltung der Gesundheit drei- bis fünf Mal wöchentlich ein Ausdauertraining mit moderater Intensität, beispielsweise ein Ergometer- oder Gehtraining, Radfahren oder Schwimmen. Ein ähnlicher Effekt lasse sich auch mit kurzen aber täglich durchgeführten Trainingseinheiten erreichen. Die Trainingseinheiten sollten zumindest 20 bis 30 Minuten am Stück erfolgen oder aus drei- bis fünfminütigen Intervallen bestehen. „Es lassen sich aber auch Effekte erzielen, wenn Sie nur zehn Minuten täglich körperlich aktiv sind“, so der Sportmediziner.

Zur Kräftigung eigne sich, ein- bis dreimal wöchentlich ein Krafttraining mit dynamischen Übungen für die Hauptmuskelgruppen durchzuführen, allerdings mit Ruhetagen zwischen den Trainingstagen. Mit moderater Intensität sollten am besten sechs bis zehn unterschiedliche Übungen mit jeweils ein bis vier Wiederholungen trainiert werden.

„Man muss, vor allem, wenn man erkrankt ist, bedenken, dass nicht jeder Tag gleich ist. Wenn es Ihnen nicht so gut geht, trainieren Sie weniger oder machen mal einen Tag Pause“, erklärte Scharhag.

Trainings-Intensität individuell steuern

Bevor es ans Trainieren geht, sollte eine körperliche Untersuchung der individuellen Leistungsfähigkeit stattfinden, die auch eine ein Belastungs-Echokardiogramm und eine Untersuchung der Lungenfunktion umfasst. Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt, auch eine Sportmedizinerin bzw. ein Sportarzt können einordnen, welche Belastung ideal ist.

Generell sollte sich die Anstrengung beim Ausdauertraining im Gesundheitssport im mittleren Bereich befinden, also etwas anstrengend sein, und einer Herzfrequenz von 120 bis 140 Schlägen pro Minute entsprechen. „Beim Krafttraining darf es ein bisschen anstrengender sein, weil es hier Pausen gibt“, weiß der Sportarzt. Allerdings sollte die Belastung nur so weit gehen, dass noch eine Unterhaltung möglich ist.

Weitere Informationen

Broschüre Gesundheitssport (PDF)

7-Minuten-Workouts (PDF)

7-Minuten-Workouts für Seniorinnen und Senioren (PDF)

Unterstützt wird das Projekt „Achte auf deine Lunge“ von Astra Zeneca, Bencard, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Chiesi, A. Menarini Pharma, Novartis, Pfizer und Roche.

Quelle: Online Jour-fixe der Österreichischen Lungenunion, 20.01.2022