Versicherte der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen und Bauern (SVS) und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVAEB) können sich jetzt wieder bei ihren Hausärzten auch telefonisch krank melden.

ÖGK und SVS haben die telefonische Krankschreibung wieder bis Ende März 2021 eingeführt, und auch bei der BVAEB versicherte Personen haben nun wieder die Möglichkeit zur telefonischen Krankmeldung. Diese kontaktlose Form gilt seit 1. November 2020 und hat vor allem den Sinn, im Winter das Gesundheitspersonal zu entlasten. „Um die Infektionswelle zu brechen, müssen wir Kontakte reduzieren. Deshalb ist die telefonische Krankschreibung wie bereits im Frühjahr ein erprobtes Mittel, die uns wieder eine große Hilfe sein wird“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober. Die telefonische Krankschreibung ist in dieser Zeit besonders geeignet, unsere Ressourcen zu schonen und gleichzeitig die gesundheitliche Versorgung für alle Menschen, die in Österreich leben weiterhin auf hohem Niveau sicherzustellen“.

„Die aktuelle Situation verlangt es, dass wir in der SVS die Krankschreibung per Telefon für unsere Versicherten wiedereinführen“, ist Peter Lehner, Obmann der Sozialversicherung der Selbständigen, überzeugt. Es sei dabei jedoch auch klar, dass „generell der Arztbesuch unverzichtbar für eine Krankschreibung“ sei. „Wenn sich der Patient krank fühlt, soll er einen Arzt aufsuchen, denn nur er hat die Expertise mit einer entsprechenden Untersuchung eine Diagnose zu erstellen und eine Therapie zu empfehlen. Die derzeitige Lage ist eine Ausnahmesituation. Wir müssen Ärzte, Patienten und das System bestmöglich schützen“, so Lehner.

Kein Missbrauch – Zahl der Krankenstände gesunken

Durch die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung können viele Ansteckungsrisiken in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Arztpraxen vermieden werden. ÖGK-Obmann Andreas Huss erklärt: „Ein Anstieg von Krankenständen ist, wie das Frühjahr bewiesen hat, durch diese Maßnahme nicht zu befürchten. Die Regierung will und muss persönliche Kontakte wieder einschränken, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die telefonische Krankschreibung ist ein wichtiger Baustein dazu.“

„Es ist nun amtlich, dass es kein Argument gegen die Beibehaltung der telefonischen Krankschreibung gibt“, unterstreicht Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. „Es gab keine Beschwerden zur telefonischen Krankmeldung, es sind der ÖGK keine Missbrauchsfälle oder auch nur Missbrauchsversuche bekannt und die Zahl der Krankenstände ist nicht gestiegen, sondern sogar gesunken – all das ist nun verbrieft und bestätigt unsere eigenen Erfahrungen.“