Neurodermitis ist eine chronisch verlaufende Ekzemerkrankung der Haut. Zusammen mit Asthma bronchiale gehört Neurodermitis zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Etwa fünf bis 20 Prozent aller Kinder leiden an dieser Erkrankung, bei den Erwachsenen sind es ein bis drei Prozent. In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme der Häufigkeit zu beobachten.

Die Neurodermitis beruht auf einer verstärkten Reaktion der Haut auf äußere und innere Reize und zeigt sich als Entzündung der Haut, die meist mit starkem Juckreiz einhergeht. Oft bestehen gleichzeitig auch andere Erkrankungen wie Allergien, allergisches Asthma, Heuschnupfen oder – insbesondere bei Kindern – Nahrungsmittelallergien.

„Durch rechtzeitige Behandlung kann den Patienten aber geholfen werden – vor allem durch neue Systemthera­peutika“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Matthias Schmuth, Universitätsklinik für Dermatologie in Innsbruck, bei einer Pressekonferenz anlässlich der österreichischen Dermatologietagung. Auf dem Gebiet der Biologika gibt es neue Entwicklungen für eine bessere, mehr zielgerichtete Therapie. Das erste dieser Präparate ist gerade erst im September des Vorjahres zugelassen worden und wird wahrscheinlich Mitte 2018 in Österreich verfügbar sein.

Neue Medikamente ohne den früheren Nebenwirkungen

„Es sind auf dem Gebiet der Neurodermitis auch andere Medikamente in Entwicklung, bei denen man mit völlig neuen Therapien in Tablettenform mit großer Wahrscheinlichkeit sehr gute Erfolge erzielen wird, ohne die früheren Nebenwirkungen gleichzeitig damit in Kauf nehmen zu müssen“, so Univ.-Prof. Dr. Norbert Reider, Universitätsklinik für Dermatologie in Innsbruck.

Die therapeutischen Fortschritte, die man in den letzten Jahren in der Behandlung von Neurodermitis verzeichnet, sind auch der Forschung in Österreich zu verdanken. „Diese Behandlungsmöglichkeiten sind nur möglich, wenn man die Entzündung im Detail versteht und weiß, welche Entzündungsmediatoren man hier mit den Medikamenten angreifen muss“, so der Experte. In naher Zukunft werden für viele Hauterkrankungen neue, gezielte Therapien, Kombinations- oder auch sequenzielle Therapien zur Verfügung stehen.

Aufwind 01/18