Dass sich der Klimawandel auf die Gesundheit auswirkt, bemerken vor allem bei Menschen mit Asthma und allergischen Erkrankungen. Auf diese Tatsache wies der Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (AeDA) im Rahmen der Weltklimakonferenz 2022 in Ägypten hin. Allergische Erkrankungen und Asthma hätten in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und betreffen heute bereits eine Milliarde Menschen weltweit.

Der AeDA-Präsident Ludger Klimek betonte, dass der Klimawandel und die globale Erwärmung in vielerlei Hinsicht direkten Einfluss auf das Auftreten und den Schweregrad dieser Krankheiten hätten. So führten längere warme Jahreszeiten zu längeren Pollenflugzeiten mit stärker allergenen Pollen, Naturkatastrophen und Überschwemmungen erhöhten die Feuchtigkeit und das Schimmelpilzrisiko und Luftverschmutzung, Waldbrände und Staubstürme führten bei Asthmapatienten zu mehr Anfällen oder einer Ver­schlimmerung der Symptome.

Die Fachgesellschaft betonte die Bedeutung eines One-Health-Ansatzes – dieser geht davon aus, dass die Gesundheit von Menschen und Tieren und die Gesundheit der gemeinsamen Umwelt miteinander verbunden und voneinander abhängig sind.

Dafür unternehme der AeDA zusammen mit der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) Anstrengungen in den Bereichen Bildung, Kommuni­kation, klinische Versorgung, Krankheitsüberwa­chung, vergleichende Medizin und Umweltforschung, Entwicklung und Bewertung neuer Diagnostika, Medi­kamente und Impfstoffe sowie Information und Aufklärung der politischen Entscheidungsträger und der Öffentlichkeit, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Auch Pädiater warnen vor der fortschreitenden Erwärmung. Durch den Klimawandel sei eine deutliche Schad­stoffbelastung in der Luft messbar, etwa durch Ozon oder Feinstäube, sagte eine Sprecherin des interdiszipli­nären Allergiezentrums Südniedersachsen.

Dies würde zu akuten Erkrankungen der Atemwege führen, zum Beispiel zu Asthmaanfällen bei Kindern und Jugendlichen. In Verbindung mit den Pollenflügen könne es zu besonders schweren Asthmaanfällen kommen.

Quelle: dpa/hil/aerzteblatt.de