Die Zunahme von Allergien und Atemwegserkrankungen als eine der Auswirkungen von Temperaturanstiegen und Zunahme von Hitzewellen ist eine Tatsache, der wir uns auch in Österreich bewusst werden müssen. Auswertungen einer groß angelegten, ganzheitlichen Langzeitstudie zur österreichischen Lungengesundheit (LEAD Study) zeigen: Allergien treten in Österreich sehr häufig auf – nämlich bei 37 Prozent aller in der Studie Untersuchten – und haben seit dem Jahr 2012 um 13 Prozent zugenommen.

Die Zunahme von Allergien und Atemwegserkrankungen als eine der Auswirkungen von Temperaturanstiegen und Zunahme von Hitzewellen ist weltweit auf den Klimawandel zurückzuführen. Dies belegen internationale Forschungen und auch in Österreich wird dieses Ergebnis bestätigt. Die Auswertungen der Langzeitstudie zur österreichischen Lungengesundheit (LEAD Study), sind eindeutig. „Da die Lunge ein ‚Umweltorgan‘ ist, also Umwelteinflüssen unmittelbar ausgesetzt ist, haben all diese Veränderungen großen Einfluss auf unsere Lungengesundheit“, so Prim.a Ass.-Prof.in Dr.in Sylvia Hartl, Leiterin der österreichischen LEAD-Studie der Ludwig Boltz­mann Gesellschaft und Vorständin der 2. Internen Lungenabteilung am Otto Wagner-Spital, Wien.

Allergie erhöht Asthmarisiko

Das Vorliegen einer Allergie erhöht das Risiko, Asthma zu entwickeln, enorm. Daher muss in Zukunft mit einer weiteren Zunahme von Asthma­erkrankungen gerechnet werden. „Jedoch sind die Sensibilisierungen gegen Allergene nur eine Risikoquelle für die Entwicklung von Lungenerkrankungen“, so die Expertin. „Wenn noch andere Risiko­faktoren wie z.B. Rauchen und Umweltgifte hinzukommen, addiert oder potenziert sich dies sogar und führt zu einer unabwägbaren Risikozunahme.“

Klimawandel in Österreich

Die längeren und wärmeren Hitzeperioden führen zu höheren Pollenkonzentrationen, weil Pflanzen früher und intensiver blühen und sich zudem neue Pflanzen hierzulande einnisten. Darüber hinaus erreichen an heißen Tagen Schadstoffemissionen wie Ozon, Feinstaub und Stickstoffverbindungen aus Abgasen und Industrie Spitzenwerte und belasten die Atemwege, aber auch das Herz-Kreislauf-System. Laut Messungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hatten wir 2017 den drittwärmsten Sommer, seit in Österreich Messungen durchgeführt werden. Perioden der Dürre gepaart mit Starkregen, Überschwemmungen und Murenabgängen sowie Wetterphänomene wie der Tornado in Schwechat bzw. immer mehr und stärkere Stürme, die auch vermehrt Sahara-Sand bis in unsere Breiten bringen, sind Wettertrends, die laut Berechnungn der ZAMG bis 2030 zu einer konstanten Temperaturerhöhung in der Alpenregion führen werden. Die Auswertung europäischer meteorologischer Daten und Gesundheitsdaten berechnet voraus, dass in Europa bis 2030 die Zahl der Spitalsaufnahmen als Folge von Klima­effekten von 11.000 auf 26.000 pro Jahr steigen wird.

Aufwind 2/18