Jahr für Jahr starben zahlreiche Menschen an den Folgen einer Influenza-Infektion. Doch seit COVID-19 durch Europa fegt, ist von Grippetoten keine Rede mehr. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Maßnahmen gegen COVID-19 auch die Grippe im Zaum halten.

In den vergangenen Jahrzehnten gingen in Österreich jährlich Hunderttausende Erkrankungen und Tausende Todesfälle auf das Konto von Influenza-Infektionen. In der Grippesaison 2016/17 kam es zu einem Negativrekord: Ganze 4.400 Influenza-assoziierte Todesfällen wurden verzeichnet. In den Jahren darauf sank diese Zahl stetig: In der Wintersaison 2017/18 waren es 2.900 Grippetote, 2018/19 nur mehr 1.400 und 2019/20 schließlich 834 Personen, die an den Grippefolgen starben. In der Wintersaison 2020/2021 wurde österreichweit noch kein einziger Grippefall verzeichnet.

Gesundheitsminister Rudi Anschober erklärte bei einer Pressekonferenz am 29. Jänner 2021, dass es durch die gesetzten Maßnahmen gegen COVID-19 erstmalig gelungen sei, die Grippewelle in Österreich bislang vollständig zu unterbinden.

Kaum ein Winter ohne Meldungen über Grippetote. Nicht so in dieser „Grippesaison“ – diese gibt es nämlich heuer de facto nicht.

Ausbleiben einer Grippewelle zeigt sich in ganz Europa

Seit Ende 2020 wurden europaweit 215 positive Proben des Influenzavirus erfasst, während im Vergleichszeitraum der vergangenen Saison 2019/2020 mit Anfang Jänner bereits mehr als 48.000 positive Proben an Influenzaviren in Europa nachgewiesen wurden.

Anschober zufolge sei die Zirkulation des Influenzavirus einerseits durch die geltenden Hygienemaßnahmen, andererseits durch die weltweit eingeschränkte Reisetätigkeit massiv zurückgedrängt worden. Ein zusätzlicher wichtiger Faktor seien die Schulschließungen gewesen, denn „Kinder gelten bei der regionalen Ausbreitung der Grippewelle als primäre Multiplikatoren“, so der Gesundheitsminister.

Noch keine finale Entwarnung

Derzeit ist es noch zu früh, um eine heurige Grippewelle endgültig auszuschließen. Ob und wie stark ausgeprägt es doch noch zu Influenza-Fällen in Österreich kommen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass die Grippewelle aufgrund der geltenden Maßnahmen wesentlich milder ausfallen wird als in den vergangenen Jahren.

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz