Die diesjährige Influenza-Welle erreichte im Februar ihren vorläufigen Höhepunkt. Jedoch sollte man nicht den Fehler machen, sich schon auf der sicheren Seite zu fühlen und die Influenza-Gefahren zu verharmlosen. Eine echte Grippe oder Influenza ist keineswegs harmlos. „Die Betroffenen sind schwer krank und oft wochenlang auf der Intensivstation“, warnt Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Klinikum Klagenfurt. Besonders gefährdet sind Menschen mit Asthma oder COPD, weil bei ihnen die Lunge zusätzlich noch vorbelastet ist.

Hohes Fieber über mehrere Tage, heftige Kopfschmerzen und häufig starker Husten sind die Merkmale. Im schlimmsten Fall kann sie sogar tödlich sein. In Österreich fordert die Grippe jedes Jahr rund 1.000 Todesfälle. Deshalb raten Fachleute zur Grippeimpfung – am besten vor der Influenza- Saison. „Leider lassen sich die Österreicher immer weniger gegen Influenza impfen. In der Saison 2017/2018 lag die theoretische Durchimpfungsrate bei 6,36 Prozent. 2006/2007 lag sie noch bei 15,36 Prozent“, stellte Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar fest. „Wir sehen aber auf den Intensivstationen täglich die dramatischen Folgen.“

Spitalsaufenthalte sind dann leider oftmals der letzte Ausweg. Davon betroffen sind vor allem alte Menschen sowie Menschen mit mehreren Grundkrankheiten. Auch bei einer vorgeschädigten Lunge, wie zum Beispiel durch COPD oder Asthma, ist das Risiko von ernsten oder sogar lebensbedrohlichen Komplikationen höher. Diese Patienten haben kaum eine Reserve und dann kann die Grippe zu schweren Komplikationen führen.

Eine niederländische Studie zeigt deutlich auf, was zur Aufnahme von Influenza-Patienten ins Spital und in die Intensivstationen führt: schwere respiratorische Infektionen, bakterielle Pneumonien und pulmonäre Sepsis. Erfolgt die Spitalsaufnahme rechtzeitig, wird sofort die Therapie eingeleitet: eine notwendige Beatmung und vor allem eine Behandlung mit einem Neuraminidasehemmer. Dieses Medikament wirkt gegen alle Typen des Influenza-Virus gleichermaßen gut. Durch die Einnahme wird ein Enzym des Virus, die sogenannte Neuraminidase, gehemmt. Dadurch kann die Vermehrung der Viren im Körper blockiert werden, wenn die Einnahme innerhalb der ersten beiden Tage der Grippe erfolgt. „Der bessere Weg wäre aber eine rechtzeitige Impfung vor der nächsten Grippesaison“, so der Experte.

Aufwind 1/19