Mit einem Rückblick auf die letzten zwei herausfordernden Pandemiejahre sowie Erkenntnisse, Erfahrungen und Empfehlungen, die daraus wuchsen, wurde der TAG DER LUNGENGESUNDHEIT 2022 am 24. September 2022 im Wiener Rathaus von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl eröffnet.

„Corona hat uns wie ein Tsunami getroffen, am Anfang haben wir uns überhaupt nicht ausgekannt und mussten das erst alles lernen“, fasst Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl die schwierige Anfangszeit der Pandemie im Jahr 2020 zusammen. Was jedoch ziemlich bald klar war: Menschen mit COPD, Asthma und anderen Lungenerkrankungen haben definitiv ein erhöhtes Risiko, an Corona schwer zu erkranken oder zu sterben.

Im Lungenröntgen sieht man das Desaster – Entzündungsreaktionen, die sich in der gesamten Lunge abspielen, massive Lungenentzündungen und Pneumonien. „Im CT sind die Details stärker zu erkennen, es gibt kaum gesunde Flächen, fast das gesamte Lungengewebe ist betroffen“, so Wolfgang Pohl. „Diese Patienten haben massive Atemnot und müssen beatmet werden. Ihre Lungenbläschen sind verklebt und es gibt jede Menge Entzündungszellen – das ist der Tsunami.“

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl, Lungenfacharzt und Generalsekretär der Österreichischen Lungenunion

Was ist Covid-19?

Zu den milden Symptomen zählen Fieber, Husten und der Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn – jedoch besteht keine Atemnot. Erst wenn diese hinzukommt, die Sauerstoffsättigung im Blut sowie die Atemfrequenz abfallen, wird es heikel. Im schlechtesten Fall können Betroffene selbst keinen Sauerstoff mehr aufnehmen, nicht sprechen, erleiden einen Schock oder gar ein Multiorganversagen. Prinzipiell kann nicht vorausgesehen werden, wer schwer erkrankt, einen leichten Verlauf hat oder komplett asymptomatisch bleibt. Zum Beispiel können auch Betroffene mit asymptomatischem Verlauf ein Long-Covid-19-Syndrom entwickeln. Wolfgang Pohl: „Wir haben bisher über 200 Beschwerden analysiert, die in das Long-Covid-Konzept hin-einpassen. In Österreich sind es derzeit 6.000 Patienten.“

Vorbeugen ist besser als heilen

Einen Schutz vor schweren Verläufen bietet auf jeden Fall die Impfung. Mittlerweile gibt es aber auch Medikamente, die bei einer Infektion den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. „Gemeinsam mit der Impfung haben wir in kürzester Zeit sehr viel in die Hand bekommen im Kampf gegen Covid-19. Nur müssen wir das auch ausnutzen!“, betont der Experte. „Jeder Mensch sollte grund-immunisiert sein. Auch mit drei Impfungen und einer zusätzlichen Infektion sollten Sie sich im Herbst wieder impfen lassen. Es ist aber immer noch besser, erst gar nicht zu erkranken. Reduktion der Infektion – das gilt immer noch! Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen, desinfizieren!“