COPD ist eine Krankheit, die sich im Laufe der Zeit verschlechtert; meistens geschieht dies allmählich, manchmal kann die Krankheit aber auch plötzlich schlechter werden. Das nennt man eine Exazerbation.

Ärzte verstehen unter einer Exazerbation eine Verschlechterung des Krankheitszustandes, die durch eine plötzlich einsetzende Verstärkung von unbeherrschbaren Symptomen wie etwa schwere Atemnot und starke Schleimproduktion mit Husten. Manchmal wird eine solche Exazerbation auch als „Lungenattacke“ bezeichnet.

Wie kommt es zu einer Exazerbation?

Die meisten Exazerbationen werden durch Infektionen wie Erkältungen, Grippe oder Lungenentzündung ausgelöst. Bei einer Exazerbation kommt es zu einem rascheren Fortschreiten der Krankheit. Veränderungen, die sich unter normalen Umständen im Laufe von Monaten oder sogar Jahren einstellen, können dabei innerhalb von Tagen oder Wochen erfolgen. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie sich von einer Exazerbation wieder völlig erholen.

Bei einer Exazerbation kann das Krankheitsstadium von einem Frühstadium zu einem mittelschweren oder von einem mittelschweren zu einem schweren Stadium fortschreiten. Es ist daher besonders wichtig, Exazerbationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Was können Sie tun, um sie nach Möglichkeit zu vermeiden?

Achten Sie darauf, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Unterschätzen Sie keinesfalls eine Verschlechterung Ihrer Atemfunktion oder Ihres Hustens. Wenn sich Ihre Symptome plötzlich verschlechtern, dann sollten Sie möglichst rasch Ihren Arzt/Ihre Ärztin zu Rat ziehen. Vergessen Sie nie auf Ihre Medikamente

  • Nehmen Sie Ihre Medikamente immer so wie vom Arzt verordnet.
  • Wenn Sie einen Inhalator verwenden, überzeugen Sie sich, dass Sie den Inhalator richtig verwenden. Sie können auch Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder sein/Ihr Personal um Rat fragen, falls Sie glauben, dass Sie nicht die richtige Dosis Ihres Medikaments erhalten.
  • Einige Arzneimittel zur Inhalation können nachweislich das Risiko für Exazerbationen verringern.

Versuchen Sie Atemwegsinfektionen zu vermeiden Atemwegsinfektionen beinträchtigen das Atemsystem; zu solchen Atemwegsinfektionen zählen Erkrankungen wie: Erkältungen, Halsinfektionen, akute Bronchitis, Nebenhöhlenentzündungen und Grippe. Atemwegsinfektionen sind die häufigste Ursache für Exazerbationen, und Menschen mit COPD sollten versuchen, Erkältungen oder Grippe möglichst zu vermeiden.

  • Achten Sie darauf, dass Sie jedes Jahr eine Grippeimpfung bekommen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Menschen, die irgendeine Art von Atemwegsinfektion haben.
  • Die meisten Erkältungen werden durch sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen – durch Viren, die sich an den winzigen Feuchtigkeitströpfchen in der Luft festsetzen. Diese Viren werden entweder eingeatmet oder durch Hand-zu-Hand-Kontakt aufgenommen und gelangen sodann durch Berührung der Augen, der Nase oder des Mundes ins Gesicht.

Vermeiden Sie Schadstoffe im Freien. Da sich Ihre Lungen nicht so gut selbst reinigen können wie bei Menschen ohne COPD, müssen Sie alle Schadstoffe vermeiden, die Ihre Lungen reizen könnten.

  • Gehen Sie bei starker Luftverschmutzung nach Möglichkeit nicht ins Freie. Informationen über den Grad der Luftverschmutzung können Sie zum Bespiel aus dem Wetterbericht erhalten.
  • Vermeiden Sie Orte mit vielen Abgasen – an stark befahrenen Strassen und in Tiefgaragen gibt es eine besonders hohe Konzentration von Abgasen.
  • Vermeiden Sie Orte mit starker Umweltverschmutzung.
  • Versuchen Sie jeden Kontakt mit Zigarettenrauch zu vermeiden. Setzen Sie sich in Restaurants oder Bars immer in eine Nichtraucherzone.

Reduzieren Sie die Reizstoffbelastung zu Hause In vielen Wohnungen/Häusern gibt es Dinge, die die Lungen reizen können. Sie können einiges dazu beitragen, um die Luft in Ihrer eigenen Wohnung rein zu halten und so Ihr eigenes Heim verträglicher zu machen:

  • Achten Sie darauf, dass bei Ihnen zu Hause nicht geraucht wird.
  • Tierhaare können die Lungen besonders reizen. Falls Sie ein Haustier haben, sollten Sie darauf achten, dass bei Ihnen zu Hause regelmäßig Staub gesaugt wird, um so Tierhaare zu entfernen. Lassen Sie nie Haustiere in das Schlafzimmer.
  • Sorgen Sie dafür, dass Badezimmer und Küchen gründlich gelüftet werden, damit sich nicht durch zurückbleibende Feuchtigkeit Schimmel bilden kann. Die Sporen, die von Schimmelpilzen gebildet werden, können für Menschen mit COPD ebenfalls besonders „reizend“ sein.
  • Reinigungsmittel, Klebstoffe und Lösungsmittel enthalten oft Chemikalien, die die Lungen reizen können. Versuchen Sie die Verwendung von Produkten, die solche Substanzen enthalten, in geschlossenen, nicht gelüfteten Räumen zu vermeiden. Am besten ist es, überhaupt auf die Verwendung von Aerosol-Sprays zu verzichten.

Wie kann ich wissen, dass ich eine Exazerbation habe?

Wenn Ihre COPD entsprechend unter Kontrolle ist, bleiben Ihre Symptome mehr oder weniger gleich. Wenn Sie aber eine Exazerbation haben, dann verschlechtern sich Ihre Symptome und diese Veränderungen setzen oft sehr rasch ein. Sie werden vielleicht nicht alle unten angeführten Symptome haben und auch nicht alle Symptome gleichzeitig, aber es könnten alle folgenden Symptome auftreten:

  • Verstärkte Atemlosigkeit
  • Das pfeifende Geräusch
  • Engegefühl in der Brust
  • Verwirrtheit
  • Verstärkter Husten und übermäßiger Schleimauswurf beim Husten
  • Veränderung der Farbe des Schleims
  • Fieber
  • Starke Schläfrigkeit (wird auch als Somnolenz bezeichnet).
  • Das ist ein Anzeichen für eine Kohlendioxidvergiftung und eine solche ist besonders ernst und kann unter Umständen sogar tödlich sein.
  • Blaue Lippen oder blau unterlaufene Fingernägel

Exazerbationen können lebensbedrohlich sein, und Sie werden in solchen Fällen wahrscheinlich rasche medizinische Hilfe benötigen.

Falls bei Ihnen eine COPD diagnostiziert wurde und Sie Verwirrtheit oder übermäßige Schläfrigkeit verspüren, dann sollten Sie unverzüglich medizinischen Hilfe anfordern. Es sind dies Anzeichen dafür, dass die Kohlendioxidkonzentration im Blut gefährlich hoch ist und das könnte lebensbedrohlich sein. Sie werden daher die Hilfe eines Familienangehörigen, Nachbarn oder einer Betreuungsperson benötigen, die bei Ihnen bleiben sollte, bis Sie medizinische Hilfe erhalten.

Manchmal (aber nicht immer) können sich Menschen in den letzten Tagen vor einer Exazerbation nicht mehr so viel bewegen oder körperlich betätigen wie sie gerne möchten. Sie werden sich wahrscheinlich ganz allgemein unwohl, abgeschlagen und sehr müde fühlen.

Behandlung einer Exazerbation

Eine Exazerbation ist ein besonders schwerwiegendes Ereignis. Personen, die viele Exazerbationen haben, haben zumeist das Gefühl, dass ihre Krankheit rascher fortschreitet als bei Personen, die nur wenige Exazerbationen haben. Es ist daher besonders wichtig, Exazerbationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Manchmal müssen Personen stationär im Krankenhaus behandelt werden, um ihre Symptome wieder unter Kontrolle zu bringen, und bei diesen Menschen kann die Gesundheit danach dauerhaft beeinträchtigt sein.

Die Veränderungen, die bei einer Exazerbation auftreten, können lebensbedrohlich sein und stellen sich sehr rasch ein. Es ist daher besonders wichtig, dass Sie unverzüglich medizinische Hilfe anfordern, wenn Sie glauben, dass Sie eine Exazerbation haben.