Rund 5.000 Experten tauschen sich von 6. bis 9. August 2022 beim Welt-Lungenkrebs-Kongress der International Association for the Study of Lung Cancer (#WCLC22) in Wien aus.

Bei diesem internationalen Kongress berichten Forschende aus verschiedenen Fachrichtungen im Messe Wien Exhibition & Congress Center über aktuelle Entwicklungen zur Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, die World Conference on Lung Cancer heuer nach 2016 zum zweiten Mal in der Kongress-Stadt Wien durchführen zu können. Aus meiner Sicht ist das eine ganz wesentliche Anerkennung für uns Wissenschafter in Österreich“, erklärte Kongress-Ehrenvorsitzender Robert Pirker (MedUni Wien) am 4. August 2022 im Rahmen einer Pressekonferenz.

Lungenkrebs – zweithäufigste Krebserkrankung

„Laut der Plattform Global Cancer Observatory (GCO) der WHO-International Agency for Research on Cancer gibt es jährlich weltweit rund 2,2 Millionen neu diagnostizierte Lungenkrebs-Fälle. Lungenkrebs ist mit 11,4 Prozent nach Brustkrebs die am zweithäufigsten auftretende Krebserkrankung. Mit nominal 1,8 Millionen ist Lungenkrebs für 18 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich und liegt an erster Stelle aller Krebstodesfälle“, so Pirker. Aktuelle oder ehemalige Raucher machen Pirker zufolge 70 Prozent der weltweiten Lungenkrebs-Fälle aus. Insgesamt liegt das Fünf-Jahres-Überleben bei Lungenkrebs bei 15 bis 20 Prozent. Auch in Österreich lag Lungenkrebs 2019 mit 2.061 Fällen (11 Prozent) bei Frauen und 2.770 Fällen (12 Prozent) bei Männern jeweils an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Bei Männern ist Lungenkrebs Männern die häufigste krebsbedingte Todesursache (21 Prozent), bei Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste (17 Prozent).

Wirksame Bekämpfung von Lungenkrebs

„Das Lungenkarzinom gehört zu den tödlichsten aller Tumore. Zugleich lässt sich Lungenkrebs aber wirksam bekämpfen“, unterstrich Helmut Prosch (MedUni Wien). Dies gelinge vor allem mittels Raucherprävention sowie der Früherkennung mit Computertomografie-Untersuchungen von Personen mit erhöhtem Lungenkrebs-Risiko. „Eine Reihe von Studien aus den USA und Europa konnten zeigen, dass durch ein solches Früherkennungsprogramm, die Lungenkarzinom-Sterblichkeit deutlich gesenkt werden kann. Aus diesem Grund gibt es in vielen europäischen Staaten Programme, die untersuchen sollen, wie ein solches Früherkennungsprogramm in der jeweiligen Situation umgesetzt werden kann.“ Prosch unterstrich die Wichtigkeit strenger Qualitätskriterien für Früherkennungsprogramme: „Andernfalls besteht das Risiko, mehr Schaden als Nutzen zu erreichen.“ In Österreich werden gerade zwei Pilotprojekte mit starken Rauchern geplant.

Therapie bei Lungenkrebs

Laut Pirker umfasst das nichtkleinzellige Lungenkarzinom rund 80 Prozent der Lungenkarzinome. Die systemische Chemotherapie des metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms ist seit vielen Jahren etabliert und wird bei ausgewählten Patienten mit monoklonalen Antikörpern kombiniert. Durch die Therapie wird die Ein-Jahres-Überlebensrate um 10 Prozent erhöht, zugleich werden tumorbedingte Symptome in etwa der Hälfte der symptomatischen Patienten verringert. Relevante Fortschritte stellen Pirker zufolge auch Immuncheckpoint-Hemmer dar.

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Kongress der International Association for the Study of Lung Cancer 2022