Im medizinischen Alltag haben Ärzte oft zu wenig Zeit für genaue Erklärungen. Zudem werden nicht selten medizinische Begriffe verwendet, die für Laien unverständlich sind. Aber Verständnis und Mitsprache im Arztgespräch fördern erwiesenermaßen die bessere Einhaltung der Therapie und die Lebensqualität der betroffenen Personen.

Als Selbsthilfeorganisation sind wir stets bemüht, das Arzt-Patienten-Verhältnis auf Augenhöhe zu fördern, sodass alle Patienten über sämtliche Details ihrer Therapie Bescheid wissen. Folgend ein paar Fragen und Antworten, die Sie auch interessieren könnten:

Wofür genau ist die „Partikelgröße“ ein Kriterium bei Trockenpulverinhalatoren?

Bei Krankheiten wie Asthma, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen werden vom Arzt Inhalatoren verordnet, um die Medikamente direkt in die Luge zu bringen, wo sie besser wirken. Man unterscheidet drei Typen von Inhalationsgeräten: Dosieraerosole („Sprays“), Pulverinhalatoren und elektrische Vernebler. Dosieraerosole und die Pulverinhalatoren werden am häufigsten eingesetzt. Bei den Pulverinhalation ist nicht nur die Menge des Arzneistoffs wichtig, sondern auch, wie groß die Teilchen des Medikaments sind, die Sie durch den Inhalator in der Lunge aufnehmen. Ein Teilchen mit einem Durchmesser von 1 bis 5 µm (Mikrometer) kommt gut an den Wirkort tief in der Lunge. Teilchen mit einem mittleren Durchmesser bleiben in den oberen Atemwegen (Nase, Mund und Rachen) hängen, bevor sie in die Lunge kommen. Und zu kleine Teilchen werden gleich wieder ausgeatmet.

Was bedeutet „Shared-Decision-Making” für Patienten? 

Shared Decision-Making (englisch für gemeinsame oder partizipative Entscheidungsfindung) ist ein neuer Ausdruck für das Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Jede Entscheidung bei der medizinischen Behandlung und Therapie (also auch Medikamente) sollen durch Arzt und Patient gemeinsam und gleichberechtigt erfolgen. Beide Gesprächspartner stellen und beantworten Fragen und entscheiden gemeinsam. Das setzt allerdings voraus, dass der Patient ebenso gut informiert ist wie der Arzt, ihn der Arzt also auch umfassend informiert und aufklärt. Oftmals ist der Arzt als „Gott in Weiß“ bisher der alleinige Entscheider, der Patient vollkommen unwissend und auch überfordert mit medizinischen Fachbegriffen und der Informationsflut. Das soll sich ändern!

Was ist mit großen Atemwegen oder kleinen Atemwegen gemeint?

Die Atmung beginnt mit Nase, Mund und setzt sich über die Atemwege bis zur Lunge fort. Der größte Atemweg ist die Luftröhre. Diese verzweigt sich in die zwei kleineren Atemwege der rechten und linken Bronchien, die wiederum zu dem jeweiligen Lungenflügel führen. Als Bronchien werden die luftleitenden Teile der Lunge bezeichnet. Gemeinsam mit der Luftröhre bilden sie die unteren Atemwege. Jeder Lungenflügel ist in Abschnitte (Lungenlappen) unterteilt. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei und der linke aus zwei Lungenlappen (weil sich dort auch das Herz befindet).

Die Bronchien selbst verzweigen sich viele weitere Male in kleinere Atemwege und enden in den engsten Atemwegen (Bronchiolen), die im Durchmesser nur etwa einen halben Millimeter weit sind. Die Atemwege in der Lunge ähneln einem auf den Kopf gestellten Baum. Daher wird dieser Teil des Atmungssystems häufig auch Bronchialbaum genannt. Große Atemwege werden durch Knorpel offengehalten. Kleinere Atemwege werden durch das umliegende und mit ihnen verbundene Lungengewebe gestützt. Die Wände der kleineren Atemwege sind mit einer dünnen, ringförmigen Schicht aus glatten Muskeln ausgekleidet. Die Muskulatur der Atemwege kann sich ausdehnen oder zusammenziehen und so die Größe der Atemwege verändern.

Schreiben Sie uns, welche Fachbegriffe unklar sind

Wenn Ihnen beim Arztgespräch Begriffe zu Asthma oder COPD unterkommen, für die Sie weitere Erklärungen benötigen, senden Sie Ihre Anfrage mit folgendem Kontaktformular oder mit einer E-Mail an: office@lungenunion.at. Wir lassen diese von Experten erklären und veröffentlichen sie im Magazin Aufwind und hier auf der Webseite.