Sie möchten uns unterstützen? Werden Sie Mitglied!

Online-Meeting: Cystische Fibrose

Webinar

An einer Cystischen Fibrose oder Mukoviszidose leiden in Österreich rund 800 Menschen, die Hälfte ist aber schon über 18 Jahre. Bei einem Online-Meeting der Österreichischen Lungenunion trafen sich Patienten und deren Angehörige zu einem interaktiven Online-Erfahrungsaustausch. Eigentlich war geplant, das Meeting mit einem medizinischen Fachexperten … Weiterlesen …

Erste Hilfe leisten muss jeder können

Am 14. September war „Welttag der Ersten Hilfe“. Ziel dieses internationalen Aktionstages war, auf die Notwendigkeit aufmerksam zu machen, sich mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen auszukennen. Erste Hilfe ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben – jeder ist zur Soforthilfe verpflichtet! Aber allein, dass praktisch jeder Mensch im Notfall … Weiterlesen …

Die richtige Hilfe bei Milbenallergie

Eine rinnende Nase oder Nasenatmungsbehinderung ist bei einer Hausstaubmilben-Allergie nicht nur unangenehm, es kann auch eine schwere Krankheit daraus entstehen. Prim. Dr. Peter Ostertag, HNO-Facharzt im Krankhaus Kufstein, erklärt im Interview, woran man eine Hausstaubmilben-Allergie erkennt und ab wann eine Therapie sinnvoll ist.

Wie erkennt man eine Hausstaubmilben-Allergie?

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, man muss schon fast ein wenig Sherlock Holmes sein, um überhaupt dahinter zu kommen. Allergiker haben das Gefühl, es müsste bei einer Allergie einen kausalen Zusammenhang geben. Ich gehe über eine z.B. grüne Wiese, plötzlich bekomme ich Beschwerden. Wegen Juckreiz in der Nase, Nießattacken, einer Nasenatmungsbehinderung oder der nasalen Sekretion muss ich mich vermehrt schnäuzen. Zudem entsteht auch hinten in der Nase mehr Schleim, häufig kommt es zu geröteten oder juckenden Augen. Aber das alles finden wir bei der Hausstaubmilben-Allergie nicht.

Es gibt keinen kausalen Zusammenhang, man hat die ganze Zeit Beschwerden, aber eher schleichende. Also keine Nießattacken, keine Nasenlaufen, selten Augenrötung, aber es gibt immer die Nasenatmungsbehinderung. Diese Patienten bekommen meist keine Luft durch die Nase. Das kann auf eine Hausstaubmilbenallergie hindeuten. Eine Haustaubmilbenallergie tritt aber auf, wo die Hausstaubmilben sind. Diese kommen aber leider überall vor. In besonders großer Konzentration im Bett, weil sie es feucht und warm mögen und sich von unseren Hautschuppen ernähren.

Warum sollte eine Hausstaubmilben-Allergie nicht verharmlost werden?

Eine Hausstaubmilbenallergie ist auch eine allergische Rhinitis, also eine Entzündung. Jeder kennt eine nasale Entzündung durch Schnupfen, dieser kann wieder komplett ausheilen. Wenn aber eine andauernd köchelnde Entzündung vorliegt, kann es auch zu irreversiblen (nicht mehr rückgängig zu machenden) Veränderungen kommen. Vor allem in den tieferen Atemwegen entstehen dadurch dauerhaft Lungenschäden. Aber es kann auch zu irreversiblen Veränderungen in der Nase kommen. z.B. zu einer Muschelhyperplasie.

Prim. Ostertag
Prim. Dr. Peter Ostertag, HNO-Facharzt im Krankhaus Kufstein

Der normale, gesunde Weg der Atmung ist über die Nase. Die Nase ist unsere Klimaanlage, erwärmt, reinigt und befeuchtet die eingeatmete Luft. Muss ich wegen der Hausstaubmilbenallergie anstatt durch die Nase durch den Mund atmen, ist die Luft zu kalt, zu trocken und nicht gereinigt. Als Folge werden die Schleimhautsysteme krank. Kinder bekommen dann typischerweise Mandelentzündung, Erwachsene häufiger Halsschmerzen, Kehlkopfentzündungen aber auch Bronchitis, Infekte der unteren Atemwege, Infekte ganz allgemein.

Eine Nasenatmungsbehinderung führt auch fast immer zum Schnarchen. Dadurch entstehen Probleme mit dem Partner, aber es kann auch zum gefürchteten Schlafapnoesyndrom kommen. Das sind dann Atemaussetzer mit einem massiv gesteigerten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, auch dem sollte man nachgehen.

Zusätzlich kommt es bei einem Drittel aller Allergiker im Laufe ihrer Erkrankung zu einer Ausweitung des Allergiespektrums. Diese Menschen sind dann nicht mehr nur gegen Hausstaubmilben allergisch, sondern auch gegen Gräser und Bäume. Die Allergien werden also komplizierter. Aus der Erfahrung weiß man auch, dass bei der Hausstaubmilben-Allergie ungefähr 40% ein Asthma bronchiale entwickeln.

Wie lassen sich die Symptome von COVID-19 dazu abgrenzen?

Wenn man die Hausstaubmilbenallergie betrachtet, haben wir vorwiegend eine Nasenatmungsbehinderung. Das haben wir bei der Covid-19 Infektion nicht. Die Patienten beklagen meistens einen trockenen Husten und dann ein Fieber, beginnendes Fieber, Mattigkeit oder Schwächegefühl. Das wiederum finden wir bei der Hausstaubmilbenallergie nicht.

Ebenfalls ganz typisch ist bei der Covid-19 Allergie ist, dass die Patienten Geruchs- bzw. Geschmacksverlust angeben. Von den derzeitigen Daten müssen wir davon ausgehen, dass sie es nicht sind. Allergiker haben kein erhöhtes Risiko an Covid-19 zu erkranken und auch nicht, schwerer daran zu erkranken, falls sie eine Infektion bekommen.

Was hilft bei einer Hausstaubmilben-Allergie?

Wir haben drei Säulen der Behandlung.

Die erste Säule ist die Allergen-Vermeidung oder -Karenz. Fehlt der Kontakt zum Allergen, gibt es auch keine Beschwerden. Kann ich die Belastung mit Hausstaubmilben reduzieren, habe ich weniger Beschwerden. Die wichtigste Maßnahme sind dabei milbendichte Bettbezüge (sogenannte „encasings“), mit denen man die Milbenbelastung schon deutlich senken kann. Auch häufiger die Bettdecke waschen (mit mindestens 60 Grad) tötet die Milben ab. Wichtig wäre auch, im Schlafzimmer ein trockenes, kühles Raumklima zu schaffen.

Die 2. Säule wäre die symptomatische Therapie, also mit Medikamenten gegen die Symptome vorgehen. Da gibt es die Antihistaminika als Substanzgruppe, diese jedoch bei der Milbenallergie sehr schlecht oder überhaupt nicht wirken. Der Goldstandard in der medikamentösen Therapie ist Kortison mit einem Spray – nicht als Tablette oder Spritze. Dabei wird das Kortison mit dem Nasenspray genau zum Ort der Erkrankung gelenkt – mit einer sehr guten Wirksamkeit mit praktisch keinen Nebenwirkungen. Aber es ist eine Dauertherapie.

Die dritte Säule ist die Immuntherapie – was passiert dabei?

Bei der Hypersensibilisierung oder der spezifischen Immuntherapie wird dem Patienten das Allergen, in dem Fall die Hausstaubmilbe, in hochgereinigter Form verabreicht. Das passiert über drei Jahre, damit wieder eine Toleranz, also eine bessere Verträglichkeit des Allergens vorhanden ist. Der Patient hat weniger Beschwerden, deutlich weniger als mit jedem Medikament. Zudem gibt es die berechtigte Hoffnung, dass diese Wirkung anhält, wenn er mit der Hyposensibilisierung wieder aufhört. Es kann sogar zu einer Heilung kommen.

Diese Immuntherapie kann mit einer Spritze, einer Tablette oder Tropfen verabreicht werden. Sie ist auch für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Der Nachteil: Viele Menschen haben Spritzenangst, man muss für die Spritze immer wieder zum Arzt, am Anfang in Wochenabständen, später monatlich – drei Jahre lang.

Die andere Möglichkeit ist die sublinguale Immuntherapie, also mit Tropfen oder einer Tablette. Diese kann der Patient selbst zu Hause einnehmen, in aller Regel jeden Tag, drei Jahre lang. Auch wenn die Beschwerden rasch besser werden, sind die drei Jahre konsequente Therapie wichtig, sonst funktioniert die Behandlung des Immunsystems nicht.

Ab wann kann sollte man damit beginnen?

Mit der Spritze und den Tropfen können bereits Kinder ab fünf Jahren beginnen, mit den Tabletten für die Milbenallergie Jugendliche ab 12 Jahren. Davor sollte man abwarten. Auch beginnt man eine Immuntherapie nicht gleich nach den ersten Beschwerden, sondern wenn nach einer Allergie-Saison der Leidensdruck dazu führt.

Welcher Arzt ist Ansprechpartner?

Für die exakte Diagnostik und gezielte Beratung und Erstverschreibung ist der Facharzt zuständig, also Dermatologe, Pneumologe, Kinderheilkunde und eben HNO. Die fortführende Therapie könnte auch der allergologisch erfahrene Hausarzt machen.

Inwieweit hat die Allergie-Immuntherapie Einfluss auf das allergische Asthma?

Man war früher immer etwas zurückhaltend beim Asthma. Gerade bei der subkutanen Immuntherapie gab es Bedenken vor möglichen Komplikationen. Aber es ist bei der Erstellung der neuesten Guidelines für Asthma bronchiale (GINA-Guidelines) zu einem Umdenken gekommen. Nicht generell die Immuntherapie, sondern ganz speziell die Hausstaubmilben-Tablette wird jetzt von den Fachleuten explizit empfohlen, vor allem bei einem schlecht eingestellten, nicht gut kontrollierten Asthma.

Mit freundlicher Unterstüzung von ALK Österreich.

ALK Abello

Asthma & Selbsthilfe: „Es ist wichtig, ein Hobby zu finden, das Spaß macht“

Stella Maria Barghouty ist zehn Jahre alt und hat seit dem Babyalter Asthma und noch etliche Allergien. Seit eineinhalb Jahren nimmt sie begeistert Gesangsunterricht. Dies führte dazu, dass sie viel, ausdauernd und intensiv übt. Ihr Leben hat sich in vielerlei Hinsicht zum Positiven verändert. Nicht nur, dass sie sehr talentiert ist und für ihr junges Alter eine außergewöhnlich schöne Stimme hat – das Singen hat auch ihre Lungenerkrankung enorm verbessert. Mittlerweile hat sie ihre ersten Videos auf YouTube gestellt. Wir wollten dieses außergewöhnliche Mädchen kennen lernen und baten sie und ihren Vater Hussein Barghouty zum Interview.

Stellas Berufung wurde ihr bereits in die Wiege gelegt. Nicht nur, weil sie ein außergewöhnliches Stimmtalent ist, sondern auch, weil sie seit Babyalter Asthma hat. Denn auch eine Erkrankung kann „Segen und Fluch zugleich sein“. Der Wunsch, das Asthma seiner Tochter zu verbessern, hat nach langen Recherchen von Hussein Barghouty dazu geführt, dass es Stella im Alter von acht Jahren mit Gesangsunterricht probierte. Seitdem übt und singt sie täglich ein bis zwei Stunden konsequent und mit Begeisterung.

Der Sing-Effekt: Medikamentendosis halbiert

„Das Singen hat uns extrem motiviert“, schildert Hussein Barghouty. „Wir haben zuerst nicht gedacht, dass es so gut funktionieren wird. Aber das Ergebnis war schon erstaunlich – um die Hälfte weniger Medikamente und wir brauchen keine medizinischen oder technischen Geräte mehr. Das Singen ist viel spielerischer und nachhaltiger und es macht ihr einfach viel mehr Spaß.“ Hussein Barghouty weiß, wovon er spricht, ihn verbindet die gemeinsame Krankheit mit seiner Tochter, denn auch er hatte bereits als Kind Asthma und bei ihm gab es noch nicht so viele Möglichkeiten. „Bei mir war das Asthma eher schwer. Man konnte es mit den damaligen Präparaten nicht so gut managen und man war punkto Lungentraining, Singen, Dehnen noch nicht so weit wie heute. Ich glaube, dass man noch nicht wusste, dass sich dadurch viel verbessern kann. Das ist der Vorteil, den Stella heute hat.“

Das richtige Ärzteteam, Singen und viel frische Luft

Umso mehr freut er sich, dass Stella perfekt eingestellt ist und von einem ärztlichen „Dreamteam“, wie er es bezeichnet, begleitet wird. „Wir werden von Lungenfacharzt Prim. Dr. Vetter, Kinderarzt Prof. Dr. Widhalm mit Lungenfacharzt Dr. Robibaro betreut. Wir haben bei ihnen sehr viel gelernt und auch umsetzten können. Auch das Lungentraining in Form vom Singen.“

Hussein Barghoutys Asthma ist zwar mit der Pubertät und dem Alter besser geworden, er muss heute dennoch inhalieren. Aufenthalte an der frischen Luft und in der Natur sind somit für ihn und seine Tochter besonders wichtig. Daher fährt die ganze Familie auf Urlaub nach Skandinavien an die frische Luft. „Mittlerweile fahren wir einmal im Jahr ans Nordkap und zurück. Die Kälte und die Natur haben auch bei Stella dazu geführt, dass sie sehr abgehärtet ist. Ich würde sagen, die Kombination von Natur, frischer Luft und dem Singen hatte einen unglaublichen Effekt“, beschreibt Hussein Barghouty seine Erfahrung.

Heute macht Stella auch keine speziellen Atemübungen mehr, weil sie beim Singen den gleichen Effekt erzielt. „Beim Singen gehen meine Lungen auf und es kommt mehr Luft hinein. Es geht mir durch das Singen viel besser und es macht auch mehr Spaß.“ Mittlerweile hat Stella ihre ersten Videos auf YouTube gestellt, um ihre Erfahrungen auch mit anderen zu teilen bzw. andere anzustecken, etwas zu finden, was sie mit Begeisterung machen. „Singen bedeutet mir sehr viel. Es ist mir sehr wichtig, weil man dabei sehr viele Gefühle ausdrücken kann und auch frei sein kann, das ist das Schöne am Singen. Ich will andere motivieren, weil es wichtig ist, ein Hobby zu finden, das man gerne macht“, erklärt sie überzeugt. Ihr großes Ziel ist natürlich, eine berühmte Sängerin zu werden und einmal auf einer richtigen Bühne zu stehen.

Mehr Lieder und Videos auf Stellas YouTube-Channel

Gibt es ein Post-Covid-Syndrom?

Mann wird im Krankenbett mit Stethoskop abgehört, Credit: Canva

Schwere COVID-19-Verläufe mit komplizierten Intensiv-Aufenthalten und längeren Zeiten mechanischer Beatmung sind ein plausibler Risikofaktor für Folgeerscheinungen bzw. fortbestehende Symptome.

Der Weg von SARS-CoV-2/COVID-19

Coronavirus, Credit: Canva

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich nicht, wie vielfach behauptet, um eine Mutation des SARS-Virus, sondern um ein neues Virus. Der Pneumologe und Infektiologe Prof. Dr. Tobias Welte veranschaulicht den Weg des Virus, das die Welt in Atem hält.