Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Therapie. Es ist dadurch möglich, Symptome positiv zu beeinflussen. Eine gute Ernährung hilft, den Körper zu stärken und für eine Therapie fit zu machen. Bei merkwürdigen Ratschlägen aus dem Internet ist aber Vorsicht geboten. Daher sollte bei derartigen Tipps eine Rücksprache mit dem/der eigenen Ärzt:in oder einem/einer Diätolog:in erfolgen.
Experte: Markus Györgyfalvay, Bakk., BSc. (AKE-Geschäftsstelle) über die Zusammenhänge.
Bei der Lungen-Reha gibt es eine Vielzahl an Interventionen. Klassisch ist das Training. Eine Lungen-Reha gliedert sich in mehrere Phasen, stationär und ambulant. In der letzten Phase soll das Erlernte lebenslang und selbständig fortgeführt werden.
Früher wurden alle Patient:innen gleichbehandelt und haben alle eine Chemotherapie bekommen. Doch der Mensch ist ein Individuum. Durch die Bestimmung genetischer Veränderungen, bestimmter Ziele bzw. durch die Bestimmung der Rezeptoren im Tumor kann gezielter in die Therapie eingegriffen werden.
Experte: OA Dr. Maximilian Hochmair (Klinik Floridsdorf)
Die Strahlentherapie ist eine wichtige Säule in der Tumortherapie. Sie ist neben der Operation und der medikamentösen Therapie eine sehr wichtige Therapieoption. 50 Prozent aller Tumorpatient:innen werden bestrahlt. Die Strahlentherapie ist an 40 Prozent aller Tumorheilungen beteiligt, meist in Kombination mit einer medikamentösen Therapie.
Expertin: OÄ Dr.in Eva Maria Weis, MSc (Ordensklinikum Linz)
Dem Immunsystem kommt eine wichtige Rolle im Sinne der Prävention, also der Vorbeugung der Tumorentstehung, zu. Die Immunonkologie nutzt das körpereigene Potenzial, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Potenzielle Nebenwirkungen sind in ihrer klinischen Ausprägung mannigfaltig, bei rechtzeitiger Behandlung allerdings in der Regel vollständig rückbildungsfähig.
Experte: Prim. Dr. Markus Rauter (Klinikum Klagenfurt)
Bei der Chemotherapie kommen zellwachstumshemmende Medikamente zum Einsatz. Diese wirken in erster Linie gegen schnell wachsende Zellen und damit vor allem gegen Krebszellen. Eine Chemotherapie kann vor und nach einer Operation angewendet werden, abhängig vom Stadium der Erkrankung.
Es gibt verschiedene Arten von Lungenkrebs, denn Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. Die Unterscheidung ist wichtig, da die Behandlung davon abhängig ist. Es wird zwischen einem kleinzelligen und einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom unterschieden. Weitere Faktoren für die Behandlung sind der Allgemeinzustand der Patient:innen und wie ausgedehnt der Lungenkrebs bereits ist.
Experte: Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Peter Errhalt (Universitätsklinikum Krems)
Das Rauchfrei Telefon bietet eine besondere Hilfestellung: Im Rahmen der Online-Kampagne „November Rauchfrei“ werden Nikotinabhängige motiviert, einen Rauchstopp zu wagen.
Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour von der Klinik Floridsdorf in Wien erklärte am Tag der Selbsthilfe 2021, wie sich die Lunge stärken und schützen lässt. Der Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie an der Klinik Floridsdorf sowie Leiter der Karl-Landsteiner-Institute für Lungenforschung und Pneumologische Onkologie verdeutlichte, dass neben einer genetischen Veranlagung Faktoren wie vor allem Rauchen, aber auch Allergene, eine Schadstoffbelastung (etwa am Arbeitsplatz) sowie häufig auftretende Infekte der Atemwege im Kindes- und Jugendalter dazu beitragen, dass jemand keine gesunde Lunge hat.
Gleich zu Beginn seines Vortrags wies Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour darauf hin, dass für es für die Hauptfaktoren Rauchen und Allergene eine gute Lösung gebe: „Nämlich Allergien behandeln und vermeiden und natürlich auch erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen.“ Wichtig sei zudem, Kinder und Jugendliche auf keinem Fall Passivrauch auszusetzen.
Ob jemand eine gesunde oder nicht gesunde Lunge hat, zeige sich Valipour zufolge anhand klassischer Beschwerden wie Atemnot, Leistungseinschränkung, chronischem Husten und vermehrter Schleimbildung (Auswurf). Eine Kurzatmigkeit könne bei vielen Lungenerkrankungen oft erst im fortgeschrittenen Stadium oder bei maximaler Belastung auftreten.
Untersuchung der Funktionstüchtigkeit und Schutz der Lunge
Ob eine Lunge gesund ist oder nicht, lasse sich durch eine reguläre ärztliche Untersuchung mit Abhören der Lunge (Auskultation), eine Lungenfunktionsprüfung mit Geräten (Spirometrie) und mittels bildgebender Verfahren wie Lungenröntgen oder Computertomografie feststellen.
„Rauchen ist nach wie vor der größte Feind der Lunge“, betonte der Pulmologe. Somit lasse sich die Lunge zufolge am besten schützen, indem Menschen erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen. Bei Raucher*innen sei ein Rauchstopp angezeigt, aber auch Impfungen gegen COVID-19, Grippe (Influenza) und Pneumokokken können zum Schutz der Lunge beitragen. Ein elementarer Aspekt sei darüber hinaus das körperliche Training. „Wir wissen heute, dass regelmäßige körperliche Aktivität, das Trainieren der Atemmuskulatur, das Trainieren der gesamtkörperlichen Muskulatur, einen wesentlichen Bestandteil hat, wie gut natürlich die Lunge (…) ihre Funktion wahrnehmen kann. Was wir vermeiden sollten, ist Couch Potatoes zu werden“, appellierte Valipour.
Erhalt der Leistungsfähigkeit – Training und gesunde Ernährung
Ganz entscheidend für den Erhalt der Leistungsfähigkeit und einer guten Lungenkapazität seien rehabilitative und sportliche Maßnahmen wie Kraft-, Ausdauer- und Atemmuskeltraining, wobei Valipour auf die besondere Bedeutung von Atemübungen hinwies, die sich auf vielfältige Weise durchführen ließen – etwa mittels Yoga oder Ergometertraining. Menschen, die nicht in ein Fitnesscenter gehen möchten, rät der Lungenexperte, in die Natur zu gehen und beispielsweise anhand von YouTube-Videos zu trainieren. Aber auch mit speziellen atemvertiefenden Übungen unter Anleitung von Atemphysiotherapeut*innen lasse sich die gesamte Lungenkapazität ausschöpfen. Durch regelmäßig ausgeübte, herzschonende, konkrete Atemübungen sinke zudem der Puls und es würden weniger Stresshormone im Körper ausgeschüttet, „weil eben die Lunge so ganz entscheidend ist und dazu beiträgt, wie viel Stress wir überhaupt bewältigen können“ so Valipour.
Der tägliche Verzehr von frischem Obst und Gemüse sowie generell eine gesunde Ernährung helfe, die Lunge zu unterstützen und zu stärken, weiß der Lungenfachmann. „Denn am Ende des Tages geht es auch hier um Vitamine, um Antioxidantien, um Abbau von Schadstoffen. Und es ist immer die Kombination von vitaminreicher Ernährung und körperlichem Training. All das führt dazu, dass man gesünder und länger gesund bleibt, resümierte Valipour.
Prävention und Schutz
Um zu verhindern, dass es zu einem Lungenschaden kommt, empfiehlt der Lungenfacharzt die frühzeitige Behandlung von Infekten sowie die rechtzeitige und konsequente Behandlung von Begleiterkrankungen. Darüber hinaus sollen verschriebene Lungenmedikamente regelmäßig verwendet werden.
Quelle: Vortrag Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour, Tag der Selbsthilfe, 26. September 2021, Rathaus Wien
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