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Welt-Neurodermitis-Tag 2026 – World Atopic Eczema Day 2026

Welt-Neurodermitis-Tag 2026 – World Atopic Eczema Day 2026

Gemeinsam die unsichtbare Belastung von Neurodermitis aufzeigen

Am 14. September, dem Welt-Neurodermitis-Tag, schließen sich Patient:innengruppen weltweit zusammen, um auf die Krankheitslast aufmerksam zu machen, der Patient:innen mit atopischem Ekzem und ihre Betreuer:innen tagtäglich ausgesetzt sind. Ziel dieses Tages ist es, sich für eine Versorgung und Behandlung einzusetzen, die der Vielschichtigkeit der Erkrankung gerecht wird.

Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist eine häufige, wiederkehrende, chronische Hauterkrankung, von der weltweit 230 Millionen Menschen betroffen sind, was sie zu einer der am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen weltweit macht. In Österreich leiden 10–20 % der Kinder und 2–5 % der Erwachsenen an Neurodermitis.

Neurodermitis ist mehr als eine Hauterkrankung

Atopisches Ekzem wird oft als „nur ein Hautausschlag“ abgetan, aber es ist weit mehr als das: Es ist eine schwere Belastung, die von außen oft unsichtbar ist und tief in das Leben der Betroffenen eingreift. Die tatsächlichen Belastungen sind vielschichtig und führen zu chronischen Schmerzen, sichtbaren Entzündungen, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzuständen und sozialem Rückzug. Patient:innen und Betreuer:innen setzen sich täglich dafür ein, die Krankheit in den Griff zu bekommen, Zugang zu wirksamen und erschwinglichen Behandlungen zu erhalten, die Finanzierung der oft selbst zu zahlenden Therapien sicherzustellen sowie Stigmatisierung und Isolation entgegenzuwirken.

Die tatsächlichen Belastungen von Neurodermitis sind nicht nur für das Auge unsichtbar, sondern werden auch in der nationalen und regionalen Gesundheitspolitik übersehen. Atopisches Ekzem ist oft von wichtigen Gesundheitsstrategien, Förderaufrufen und Rahmenwerken zur Datenerhebung ausgeschlossen, was zu einer Wissenslücke hinsichtlich der vollständigen Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme führt.

Nationale und internationale Forderungen

Das diesjährige Thema „Break The Invisible Burden“ (Zeige die unsichtbare Belastung) zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, und plädiert für einen mehrdimensionalen Ansatz. Das Fehlen eines ganzheitlichen politischen Ansatzes führt dazu, dass Patient:innen weiterhin mit fragmentierten Versorgungswegen, begrenzter psychologischer Unterstützung und sozialer Stigmatisierung konfrontiert sind. Die Betrachtung von Neurodermitis ausschließlich als dermatologisches Problem wird der tatsächlichen Krankheitslast nicht gerecht und verstärkt die Unsichtbarkeit von Millionen von Menschen, die mit dieser Erkrankung leben. Die Aufnahme des atopischen Ekzems in nationale Strategien zu psychischer Gesundheit, chronischen Erkrankungen und sozialer Inklusion kann wegweisend sein, um Millionen von Menschen weltweit, die mit dieser übersehenen Erkrankung leben, ihre Würde, ihr Wohlbefinden und ihre Hoffnung zurückzugeben.

Gezielter Aufklärungsbedarf rund um Neurodermitis, frühzeitige Diagnose, Zugang zu neuartigen Therapien, integrierte Behandlung, die auch die psychosoziale Belastung umfasst, sowie bessere Vernetzung von Ärztinnen und Ärzten und deren Standesvertretungen mit politischen Entscheidungsträger:innen sind nur einige Herausforderungen, die zu bewältigen sind, um das Leben mit Neurodermitis künftig zu erleichtern.

Als Patient:innenorganisation fordert die ÖLU zudem die dringend notwendige Erhebung von österreichischen Daten zur Krankheitslast und therapeutischen Versorgung der Neurodermitis-Patient:innen, um künftig evidenzbasiert agieren zu können.

Diese Maßnahmen werden auch in der WHA-Resolution zu Hautkrankheiten gefordert, die von den Mitgliedstaaten auf der 78. Weltgesundheitsversammlung verabschiedet wurde und die „Hautkrankheiten als globale gesundheitspolitische Priorität“ anerkennt.

Die WHA-Resolution hebt insbesondere die Gefahr hervor, dass die Krankheitslast von Hautkrankheiten unterschätzt wird. Sie bietet die Gelegenheit, sich für die Probleme der Betroffenen einzusetzen, darunter medizinische, soziale, wirtschaftliche, gesundheitspolitische und finanzielle Aspekte. „Break The Invisible Burden“ (Zeige die unsichtbare Belastung) ist ein eindringlicher Aufruf, die Resolution auf regionaler, nationaler und globaler Ebene in die Tat umzusetzen, um die Belastungen durch Hauterkrankungen – wie im Besonderen Neurodermitis – aufzuzeigen. Die Resolution stellt einen starken Rahmen dar, der es Patient:innen und Patient:innenorganisationen weltweit ermöglicht, ihre Forderungen und Wünsche nach politischen Veränderungen auf nationaler Ebene vorzubringen.

Appelle von NGOs

Károly Illy, Präsident der Europäischen Föderation der Patient:innenverbände für Allergien und Atemwegserkrankungen (EFA), erklärt: „Hinter jedem Schub des atopischen Ekzems verbirgt sich eine unsichtbare Belastung: schlaflose Nächte, Ängste, Isolation und Stigmatisierung. Trotz ihrer erheblichen menschlichen und wirtschaftlichen Kosten findet die Krankheit in den großen europäischen Gesundheitsdebatten keine Beachtung. Das muss sich ändern. Auf europäischer Ebene sind unsere Forderungen klar: die Einbeziehung des atopischen Ekzems in die nächste Fassung der EU‑NCD-Initiative (Initiative der Europäischen Union gegen nicht übertragbare Krankheiten), die Etablierung einer gemeinsamen EU-Maßnahme mit Schwerpunkt auf Neurodermitis sowie die Unterstützung bei der Evidenz-Gewinnung zur Untermauerung einer systemischen Politikgestaltung.“

„Am 14. September schließen wir uns als globale Gemeinschaft von Hautpatient:innen zum Welt-Neurodermitis-Tag zusammen. Wir anerkennen und bestätigen die vielen unsichtbaren Belastungen, denen Menschen mit atopischem Ekzem ausgesetzt sind, und wie sich diese vielschichtige Erkrankung auf ihr psychisches und physisches Wohlbefinden auswirkt. Wir rufen politische Entscheidungsträger:innen weltweit dazu auf, ihre Unterstützung für Patient:innen mit atopischem Ekzem zu zeigen, indem sie Hauterkrankungen und die Lebenserfahrungen der Betroffenen in gesundheitspolitische Diskussionen und auf lokaler Ebene in nationale Gesundheitsstrategien einbeziehen. Gemeinsam können wir Veränderungen bewirken.“ Jennifer Austin, Chief Executive Officer, GlobalSkin.

Die Österreichische Lungenunion schließt sich der Europäischen Föderation der Patient:innenverbände für Allergien und Atemwegserkrankungen (EFA) sowie der Internationalen Allianz der Dermatologie-Patient:innenorganisationen (GlobalSkin) bei dieser Kampagne an, die unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit angelegt ist.

Auch Expert:innen im Gesundheitswesen, Entscheidungsträger:innen in der Gesundheitspolitik und alle Interessengruppen sind eingeladen, die Krankheitslast durch Neurodermitis anzuerkennen, sich an der Kampagne zu beteiligen sowie Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Patient:innen eine zeitnahe und effiziente Versorgung erhalten.

Betroffene sind eingeladen, noch heute ihre persönliche Geschichte zu teilen. Unter Verwendung der Hashtags: #AtopicEczemaDay, #WorldAtopicEczemaDay und #BreakTheInvisibleBurden in den sozialen Medien unterstützen Sie und werden Sie Teil der weltweiten Aktion!

Erfahren Sie mehr unter: https://www.lungenunion.at/einladung-von-globalen-verpflichtungen-zu-konkreten-massnahmen-gemeinsam-die-unsichtbare-belastung-des-atopischen-ekzems-in-europa-ueberwinden-breaktheinvisibleburden/

Quelle: OTS, 10.09.2026

#BreakTheInvisibleBurden – Die Unsichtbare Belastung durchbrechen


Hier können Sie die Broschüre zur Kampagne herunterladen:

Die unsichtbare Belastung

Atopisches Ekzem ist nicht „nur eine Hauterkrankung“. Es beeinflusst Gedanken, Familien und Zukunftsperspektiven in ganz Europa.

Die unsichtbare Belastung zeigt sich insbesondere in der psychischen und sozialen Belastung der Betroffenen. 66 % der Betroffenen haben krankheitsbedingte Ausgaben aus eigener Tasche. Die durchschnittlichen Behandlungskosten betragen 927 € pro Person und Jahr. Im Durchschnitt gehen 12 Arbeitstage aufgrund des atopischen Ekzems verloren. Menschen mit atopischem Ekzem haben ein 66 % höheres Risiko für Depressionen. 20 % der Jugendlichen mit atopischem Ekzem berichten über soziale Isolation. 57 % der Betroffenen sagen, dass der Juckreiz sie „verrückt macht“. 74 % der Eltern beziehungsweise Betreuungspersonen von Kindern mit atopischem Ekzem berichten von Schuldgefühlen und Hilflosigkeit.

45 % der Betroffenen haben das Gefühl, mit dem atopischen Ekzem nicht gut zurechtzukommen. Bis zu 95 % der Betroffenen leiden trotz Behandlung weiterhin unter schweren Symptomen. Bis zu 20 % sorgen sich über Nebenwirkungen der Behandlungen.

Die Belastung durch Versorgung und Behandlung sowie die Kosten des Nichtstuns machen deutlich, dass atopisches Ekzem weit über eine sichtbare Hauterkrankung hinausgeht.

Die unsichtbare Belastung durchbrechen

Um die unsichtbare Belastung zu durchbrechen, muss Evidenz für politische Entscheidungen geschaffen werden, insbesondere zu psychischen und sozialen Belastungen, Wissenslücken, Fehlinformationen und Erstattungsregelungen in den Mitgliedstaaten.

Menschen mit atopischem Ekzem wurden lange missverstanden, ausgegrenzt und nicht ernst genommen. Die von der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2025 verabschiedete Resolution „Hauterkrankungen als globale Priorität der öffentlichen Gesundheit“ markiert einen wichtigen Schritt. Nun sind konkrete Maßnahmen auf EU- und nationaler Ebene erforderlich.

Forderungen an Europa

Erstens soll atopisches Ekzem in die nächste Version der EU-NCD-Initiative „Healthier Together“ nach 2027 aufgenommen und der Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten gefördert werden.

Zweitens soll eine gemeinsame EU-Initiative zum atopischen Ekzem etabliert werden, die die Zusammenarbeit stärkt, Forschung fördert und krankheitsspezifische Ziele definiert.

Drittens soll die unsichtbare Belastung des atopischen Ekzems stärker berücksichtigt werden, insbesondere die psychischen und sozialen Auswirkungen, die Wissenslücken, Fehlinformationen und die unterschiedlichen Erstattungsregelungen in den Mitgliedstaaten.

Erfahren Sie, wie sich atopisches Ekzem wirklich anfühlt: AtopicalLives.

Weitere Informationen: www.efanet.org
Kontakt: projects@efanet.org

Die deutsche Version dieser Information wird zur Verfügung gestellt von der Österreichischen Lungenunion.

Datenquellen: „The burden of atopic eczema“, EFA 2022; Wan, J. et al., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 38, 543–548 (2023); Courtney, A. & Su, J. C., Journal of Clinical Medicine, 13, 1602 (2024).

Weiterführende Informationen:

Unter den nachfolgenden Links können Sie nähere Informationen zu Neurodermitis nachlesen:

https://www.lungenunion.at/c/haut/neurodermitis/
https://www.lungenunion.at/einladung-von-globalen-verpflichtungen-zu-konkreten-massnahmen-gemeinsam-die-unsichtbare-belastung-des-atopischen-ekzems-in-europa-ueberwinden-breaktheinvisibleburden/
https://www.lungenunion.at/eliminationsdiaeten-bei-neurodermitis-gezielt-essen-statt-wahllos-streichen/
https://www.lungenunion.at/atopisches-ekzem-ist-nicht-nur-ein-hautausschlag/
https://www.lungenunion.at/oelu-gesundheitstag-2025/

https://www.lungenunion.at/der-persoenliche-therapie-management-plan-fuer-neurodermitis-betroffene/

https://www.lungenunion.at/welttag-des-atopischen-ekzems-2024/
https://www.lungenunion.at/neurodermitis-wenig-wissen-hoher-leidensdruck-deutlicher-behandlungsbedarf/

WHA-Resolution zu Hauterkrankungen von 2025 („Skin diseases as a global public health priority“):

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