Die Motivation der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, ist ziemlich gestiegen – sie liegt derzeit bei etwa 50 Prozent. Österreichs ExpertInnen wünschen sich eine Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent. Sie appellieren daher für eine breite Teilnahme an der Covid-19-Impfung und betonen, dass auch AllergikerInnen und Risikopersonen wie zum Beispiel HIV- oder KrebspatientInnen geimpft werden können.

Bei einer virtuellen Pressekonferenz am 13. Jänner 2021 betonten Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Zentrums für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien, Rudolf Schmitzberger, Leiter des ÖÄK-Impfreferats, und Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, dass der Schutz der österreichischen Bevölkerung und die Immunisierung gegen Covid-19 umso höher sein wird, je höher die Durchimpfungsrate ist. Die ExpertInnen appellierten daher für eine breite Teilnahme an der Impfung: „Eine Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent ist unser Ziel.“

Die Motivation der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, ist stark gestiegen und liegt momentan bei etwa 50 Prozent. Unter ÄrztInnen liegt die Impfbereitschaft einer aktuelle Umfrage der Wiener Ärztekammer zufolge bei 75 Prozen. Geimpft werden können auch Risikopersonen, wie Wiedermann-Schmidt hervorhebt: „In die Zulassungen sind zum Beispiel auch HIV- oder KrebspatientInnen sehr wohl eingeschlossen. Auch AllergikerInnen können geimpft werden. Bei denjenigen Mesnchen, die schon einmal auf eine Impfung eine allergische Reaktion gezeigt haben, wird man mit größeren Vorsichtsmaßnahmen agieren.“ Schwangere und Kinder unter 16 Jahren sind derzeit von den Impfungen ausgenommen. Das könnte sich aber im Lauf des Jahres 2021 mit der Zulassung weiterer Impfstoffe noch ändern.

Die Impfreaktionen beschreibt Wiedermann-Schmidt als „klassisch“. Diese reichen von Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle bis hin zu systemischen Reaktionen wie Kopfschmerz oder Fieber, mit welchen vor allem nach der zweiten Dosis gerechnet werden kann. „Aber diese Reaktionen enden nach ein bis zwei Tagen und sind positiv zu bewerten, denn sie sind Zeichen des Aufbaus einer Immunantwort gegen das Virus. Zudem kann man mit Paracetamol diese leichten Beschwerden einfach reduzieren.“

Impfstoffe in Österreich

Derzeit werden sogenannte mRNA-Impfstoffe verwendet. Bei mRNA-Vakzinen handelt es sich um ein neuartiges Prinzip, bei dem kein virales Antigen geimpft wird, sondern quasi die Bauanleitung dafür. Im Körper der geimpften Person wird die enthaltene mRNA (kurz für Messenger-RNA, Boten-RNA) aufgenommen. Anschließend stellt die Zelle das gewünschte Protein selbst her: Exakt nach der molekularen „Gebrauchsanweisung“ – der Körper produziert somit selbst, was er zur Immunisierung benötigt. Im Fall von SARS-CoV-2 sind es die Spike-Proteine des Virus. „Die Übernahme des Bauplans ist ein ganz kurzer Prozess, der an der Oberfläche der Zellen stattfindet“, erklärt Wiedermann-Schmidt, „die mRNA gelangt niemals direkt in den Zellkern und damit auch mit hundertprozentiger Sicherheit nicht in das menschliche Genom. Die Immunantwort richtet sich immer nur gegen das Fremde, also das Virus.“ Künftig wird es auch Impfstoffe geben, die mit Hilfe von Adenoviren ebenfalls mRNA in die Zellen schleusen und dann praktisch nach demselben Schema funktionieren.

Für Schmitzberger sei es wichtig, die Frage zu beantworten, welcher Impfstoff für welches Setting verwendet werden sollte: „Wir setzen große Hoffnungen in den zweiten zugelassenen Impfstoff Moderna, der bereits in Österreich eingetroffen ist. Für den dritten Impfstoff von AstraZeneca, dessen Schwerpunkt für die Impfung in den Ordinationen zu sehen ist, erwarten wir die ehestbaldige EU-Zulassung“, sagt der Impfexperte.

Apothekerkammer unterstützt Schutzimpfung und warnt vor Corona-Impfstoffen im Internet

Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, sieht in der Corona-Schutzimpfung eine einmalige Chance: „Die Corona-Schutzimpfung bietet uns die einmalige Chance, die Verbreitung des Virus zu stoppen – nützen wir sie! Die ApothekerInnen werden daher die Impfaktion mit vollem Einsatz unterstützen. Viele Menschen haben Fragen zu dieser neuartigen Impfung und fühlen sich daher unsicher, ob sie sich impfen lassen sollen oder nicht. Wir klären die Menschen auf, beraten, und stärken das Vertrauen der Menschen in die Corona-Schutzimpfung.“
Die Apothekerkammer warnt aber auch vor dem Erwerb vermeintlicher Corona-Impfstoffe über das Internet. „Bei derartigen Angeboten kann es sich ganz klar nur um Fälschungen handeln,“ erklärt Raimund, Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer und appelliert an die Bevölkerung: „Gehen Sie auf Nummer sicher, kaufen Sie keinen Impfstoff übers Internet und lassen Sie sich nur bei offiziellen Stellen kostenlos gegen Corona impfen!“

Weiterführende Informationen und Anmeldung zur Covid-19-Impfung

COVID-19-Impfungen: Priorisierung des Nationalen Impfgremiums, Version 3.0 Stand: 12.01.2021 (PDF)

Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Soziale, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Das Sozialministerium hat gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Info-Hotline zur Impfung gegen das Coronavirus eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0800-555-621 können Sie Fragen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe stellen. Die Hotline ist sieben Tage die Woche, rund um die Uhr erreichbar.

Die Bundesländer arbeiten bereits an der erforderlichen Infrastruktur für die Durchführung der Impfungen und stellen nach und nach Möglichkeiten zur Anmeldung über das Internet zur Verfügung.