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Zucker in der Schwangerschaft fördert Asthma und Allergien

Überhöhter Zuckerkonsum während der Schwangerschaft führt zu Allergien und allergischem Asthma bei den Kindern. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung der Londoner Universität Queen Mary. Der Vergleich zwischen den 20 Prozent der Mütter mit dem höchsten Zuckerkonsum mit jenen 20 Prozent mit dem niedrigsten zeigt eine Risikoerhöhung … Weiterlesen …

Neue Diagnoseverfahren: Pollenallergie unter die Lupe genommen

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Schlafapnoe: Schnarchen und die stille Gefahr

Atemstillstände während des Schlafs gelten als Ursache für eine Reihe anderer Erkrankungen mit lebensbedrohlichen Folgen. Jeder zehnte Schnarcher leidet zusätzlich an einer Schlafapnoe – oft ohne es zu wissen. Die Atemtätigkeit setzt während des Schlafes phasenweise bis zu zwei Minuten aus. Eine schlechtere Sauerstoffversorgung, ständiger … Weiterlesen …

Rehabilitation: Zurück zur Selbstständigkeit im Leben

Das Ziel der Rehabilitation ist, Verständnis für die Ursachen für die eigene Erkrankung und die geeignete Hilfe zur Selbsthilfe zu erhalten und die Lebensqualität wieder zu steigern. Dazu gehört das Erlernen von Selbsthilfe- und Selbstkontrolltechniken sowie ein individuell zusammengestelltes Trainingsprogramm, dass die körperlichen Leistungsfähigkeit verbessert … Weiterlesen …

Allergischer Schock: Insektengiftallergie – Warnzeichen & Symptome

Symbolbild Insektengitallergie: Bienen in Nahaufnahme

Nicht jede Reaktion auf einen Insektenstich muss allergisch bedingt sein. Um eine lebensbedrohliche Situation zu vermeiden, ist es besonders wichtig, erste Warnzeichen und Symptome einer Anaphylaxie zu erkennen.

Bei einem Insektenstich gilt es darauf zu achten, wie sich die allergische Reaktion verhält. Um lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden, ist es ganz wichtig, erste Warnzeichen einer Anaphylaxie zu erkennen. Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gunter Sturm von der MedUni Graz erklärt, woran man einen anaphylaktischen Schock rechtzeitig erkennen kann.

Ein allergischer Schock, auch anaphylaktischer Schock genannt, beginnt mit Juckreiz auf Hand- und Fußflächen, Hautausschlägen, Quaddeln und geschwollenen Augenlidern. Dann können Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Herzrasen auftreten. Letztlich kann es zu heftigen Reaktionen wie Kreislaufbeschwerden, Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod kommen.

Tritt eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich auf, gilt es, trotz allem Ruhe zu bewahren und sich nicht zu Panikhandlungen hinreißen zu lassen. Die wichtigste Erstmaßnahme ist, die weitere Zufuhr von Gift zu verhindern, indem man den Stachel entfern. Dazu braucht man ruhige Hände. Durch vorsichtiges Kratzen – kein Ziehen oder Zusammenpressen! – kann der Insektenstachel am einfachsten entfernt werden. So gelangt zumindest kein weiteres Gift in den Kreislauf. Zudem empfiehlt es sich, zur Minderung von auftretenden Kreislaufproblemen die Schocklage einzunehmen – also die Beine hochzulagern.

Zu allen Videos der Videoserie „Allergischer Schock – Experten im Talk mit Vera Russwurm“

Allergischer Schock: Tipps zur Allergenvermeidung

Um die Gefahr für einen allergischen Schock zu minimieren, gibt Univ.-Doz. Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber von der MedUni Wien hilfreiche Tipps zur Allergenvermeidung bei Nahrungsmittel-, Medikamenten-, Pollen- und Insektengiftallergie.

Um die Gefahr für einen allergischen Schock zu minimieren, gibt Univ. Doz.Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber hilfreiche Tipps zur Allergenvermeidung bei Nahrungsmittel-, Medikamenten-, Pollen- und Insektengiftallergie.

Je nachdem, ob es sich um eine Nahrungsmittel-, Medikamenten-, Pollen- oder Insektengiftallergie handelt, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich, um den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden. Univ. Doz. Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber von der MedUni Wien erklärt, worauf Betroffene achten sollten.

Allergenvermeidung bei Nahrungsmittelallergien

Die Kennzeichnungspflicht für mögliche Allergene bei verpackten Lebensmitteln und mittlerweile auch in Restaurant-Speisekarten stellt eine große Erleichterung für Menschen mit Nahrungsmittelallergien dar. Denn gerade bei Nahrungsmittelallergien ist die Vermeidung der einfachste und sicherste Weg, um eine schwere allergische Reaktion zu verhindern.

Das Hauptproblem sind heutzutage eher die sogenannten versteckten Allergene, die in nicht deklarierungspflichtigen Produkten enthalten sind. „Die sind dort, wo wir sie nicht erwarten,“ zeigt Dr. Hoffmann-Sommergruber auf. „Zum Beispiel sind bestimmte Zusatzstoffe in Kosmetika. Die Weizenseife macht Weizenallergikern z.B. Probleme.“ Die Expertin empfiehlt daher, sich von einem allergologisch geschulten Diätberater eine Liste geben zu lassen, wo die Allergene vorkommen können. Dieser erarbeitet gemeinsam mit den Betroffenen speziell zugeschnittene Diätempfehlungen – basierend auf deren Diagnose. „Dazu kommt, dass, wenn zu viele Nahrungsmittel vermieden werden sollten, dass es auch vielleicht notwendig ist, die Nahrungsaufnahme um gewisse Vitamine und Spurenelemente zu ergänzen, um nicht in eine Mangelernährung hineinzukommen“, weiß Dr. Hoffmann-Sommergruber. „Außerdem soll das Essen weiterhin auch Freude machen. Ein guter Diätberater konzentriert sich nicht nur auf die Vermeidung, sondern bietet auch andere Möglichkeiten und Alternativen, damit das Essen weiterhin Spaß macht.“

Ein weiter Punkt, der für die Diätberatung spricht, sind Kreuzreaktionen. „Da gibt es schon ein sehr gute molekülbasierte Diagnose, die das Spektrum einengt. Da ist der geschulte Allergologe notwendig, um diese Diagnose zu stellen und daraus dann den Diätplan mit den Patienten und einer Diätberatung zu erstellen,“ so Dr. Hoffmann-Sommergruber. „Denn es ist ja nicht die Milch an sich, die Allergien hervorruft, sondern spezielle Eiweißkörper, die in manchem anderen Lebensmittel wieder auftauchen. Die versteckten Allergene, das sind auch Spuren von Nüssen, die in der Produktion z.B. von Schokoladeprodukten hineinrutschen können, und nicht deklariert sind, können Probleme machen.“

Da es sich bei einer Allergie um eine immunologische Reaktion handelt, ist die Stärke der Reaktion nicht immer dosisabhängig. Manche Risikopatienten – wie Erdnuss- oder Nussallergiker – reagieren schon auf geringste Spuren. „Das sind Hochrisikopatienten, die eine dementsprechende Schulung brauchen – im Gegensatz zu der Mehrheit, die milde Reaktionen haben“, verdeutlicht Dr. Hoffmann-Sommergruber. „Der Diätberater erklärt, wie man die Produktbezeichnungen aufschlüsselt und lesen soll. Er gib Tipps, was in welchen Lebensmitteln vorhanden ist, weil wir ja auf Grund des modernen Lebensstils auch mit viel fertig verpackten Nahrungsmitteln zu tun haben.“

Allergenvermeidung Medikamentenallergie

Wenn eine Allergie auf ein bestimmtes Medikament diagnostiziert wurde, ist strengste Vermeidung notwendig. Betroffene sollten immer einen Allergiepass mitführen, um diese Medikamente nicht verabreicht zu bekommen, sollte einmal ein ernster Notfall eintreten. Bei Kindern von Medikamentenallergikern rät Dr. Hoffmann-Sommergruber, dennoch nicht prinzipiell das Medikament zu vermeiden, sondern zuerst zu probieren, ob das Kind es verträgt. Erst wenn ein Kind tatsächlich eine allergische Reaktion zeigt, sollte die Medikamentenallergie ärztlich abgeklärt werden.

Allergenvermeidung Pollenallergie

Pollenallergikern rät Dr. Hoffmann-Sommergruber, sich den Pollenkalender zu Hilfe zu nehmen und dementsprechend einen Urlaub oder Outdoor-Aktivitäten zu planen. Das Raumlüften sollte sich in der Pollenzeit auf die Früh und am Abend beschränken, da Pollen tagsüber durch die Sonnenbestrahlung mehr in der Luft sind.

Allergenvermeidung Insektengiftallergie

Ein Insektengift zu vermeiden, ist deutlich schwieriger als bei anderen Allergien. Aber auch da hat Dr. Hoffmann-Sommergruber gute Tipps auf Lager: „Wie bei den Pollen gibt es auch da bestimmte Jahreszeiten, wo Insekten vermehrt auftreten“, weiß die Expertin. „In dieser Zeit sollten Insektengiftallergiker besonders aufpassen.“ Beim Spaziergang über die Wiese rät sie, Schuhe und langen Hosen zu tragen. Die gefährlichsten Situationen sind aber das Essen im Freien. Dr. Hoffmann-Sommergruber: „Es sollte alles abgedeckt werden, damit die Insekten nicht angelockt werden. Nicht aus Dosen, die unverschlossen herumstehen, einen Schluck nehmen – das sind die gefährlichsten Situationen, weil das Insekt schon in der Dose drinnen sein könnte.“

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Allergischer Schock: Schweregrade einer Anaphylaxie

Der anaphylaktische (allergische) Schock kann sich unterschiedlich auswirken und wird somit in vier Schweregrade unterteilt. Assoc.-Prof. Dr. Gunter Sturm von der MedUni Graz erklärt im Gespräch mit Vera Russwurm die typischen Warnzeichen eines anaphylaktischen Schocks und den besten Umgang damit.

Assoc.-Prof. Dr. Gunter Sturm beschreibt die typischen Warnzeichen und den besten Umgang mit einem anaphylaktischen Schock.

Der anaphylaktische (allergische) Schock kann sich unterschiedlich auswirken und wird somit in vier Schweregrade unterteilt. Assoc.-Prof. Dr. Gunter Sturm von der MedUni Graz erklärt im Gespräch mit Vera Russwurm die typischen Warnzeichen eines anaphylaktischen Schocks und den besten Umgang damit.

„Die ganz typischen Anzeichen sind Juckreiz in den Handflächen und Fußsohlen. Dann kommt dazu Unwohlsein, Hitzegefühl und Schüttelfrost“, beschreibt Dr. Gunter Sturm die ersten Anzeichen eines allergischen Schocks. „Das sind Symptome, die zwar lästig sind, aber nicht sehr gefährlich sind und üblicherweise auch später auftreten. Ganz wichtig ist, dass die Hautsymptome nicht immer bei den schweren Reaktionen auftreten. Wenn jedoch wirklich eine sehr schwere Reaktion auftritt, dann kommt auch Schwäche, Neigung zum Kollaps dazu. Das alles kann sehr schnell gehen – innerhalb von zwei, drei, vier Minuten kann der Schock sich bis zur Bewusstlosigkeit auswirken.“

Allergische Reaktionen verändern sich im Laufe des Lebens. Bei Kindern und Erwachsenen gibt es deutlich unterschiedliche Ursachen. Bei Kindern sind drei Hauptauslöser verantwortlich: Auslöser Nr. 1 sind vor allem in den ersten Lebensjahren gewisse Nahrungsmittel. Erst dann kommen Medikamente als Hauptauslöser Nr. 2 – und schließlich Insekten als Hauptauslöser Nr. 3 dazu. Bei Erwachsenen sind Insekten wie Bienen, Wespen, Hornissen die Hauptauslöser einer schweren Anaphylaxie.

Die vier Schweregrade einer Anaphylaxie

  • Grad I – leichte allergische Reaktion
    Hautrötungen, Quaddeln, Kribblen im Mund sowie an Hand- und Fjußflächen, Kopfhaut oder Genitalien
  • Grad IIausgeprägte allergische Reaktion
    Schock mit niedrigem Blutdruck, Verkrampfung der Bronchialmuskulator mit bedrohlichen Atembeschwerden, Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Grad III bedrohlich allergische Reaktion
    Schock mit niedrigem Blutdruck, Verkrampfungen der Bronchialmusikulatur mit bedrohlichen Atembeschwerden, Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Grad IV – Organversagen
    Atem- und Kreislaufstillstand (Herzstillstand)

Wichtig! Bei den ersten Warnzeichen, dass es zu einer schweren allergischen Reaktion kommt, schnell handeln und Adrenalin-Pen sofort einsetzen! Danach gleich den Notarzt rufen, weil die Wirkung von Adrenalis nicht unbegrenzt anhält.

Das Notfallset

Ein Notfallset besteht aus zwei unterschiedlichen Allergietabletten und dem Injektionsgerät (Adrenalin-Pen). Wichtig ist zu wissen, dass die Tabletten bei einer schweren Reaktion nicht helfen. „Man sollte mit dem Pen nicht zu viel Zeit verschwenden, weil die Tabletten auf Hautsymptome wirken, aber nicht auf schwere Symptome,“ warnt Prof. Sturm. „Grundvoraussetzungen sind, dass der Pen stets mitgeführt wird und die betroffene Person bzw. ihr Umfeld weiß, wie man den Pen einsetzt. Denn das Problem ist: Viele haben ihn nie mit oder kennen sich mit ihm nicht aus.“

Hier geht es zur kompletten Videoserie „Allergischer Schock – Experten im Talk mit Vera Russwurm“