Die Lungen haben eine ausgesprochen gute Blutversorgung. Die Alveolen oder Lungenbläschen sind von vielen winzigen Blutgefäßen umgeben. Der Sauerstoff in den Lungenbläschen wird in das Blut in diesen Blutgefäßen aufgenommen.

Dieses sauerstoffreiche Blut wird sodann in das Herz transportiert und von dort in den Körper gepumpt, um auch den Rest des Körpers mit Sauerstoff zu versorgen. In den Alveolen oder Lungenbläschen wird aber auch das Kohlendioxid aus dem Blut an die Atemluft abgegeben.

Über die Lungen gelangt also der Sauerstoff in den Körper und Kohlendioxid kann aus dem Körper entweichen. Wenn dieser Gasaustausch nicht effizient genug erfolgt, dann hat der Körper zuviel Kohlendioxid und nicht genug Sauerstoff. Beide Situationen – Sauerstoffmangel im Körper oder zuviel Kohlendioxid im Körper – können potenziell lebensbedrohlich sein.

Die Atmungsorgane verfügen aber auch über einen sehr aktiven Abwehrmechanismus. Alle Atemwege sind mit einer Zellschicht ausgekleidet, die einen dicken Schleim produziert. Dieser Schleim soll die Luft auf Ihrem Weg zu den Lungen anfeuchten und erwärmen, aber auch Fremdkörper wie etwa Staubpartikel abfangen, die ihren Weg in die Atemwege finden. Die Atemwege sind aber auch mit Tausenden von winzigen Flimmerhärchen, den sogenannten Zilien ausgekleidet. Diese befinden sich ständig in Bewegung und transportieren so Schleim und Staubpartikel ständig nach oben, wo diese ausgehustet oder verschluckt werden können. Wenn dieser Abwehrmechanismus richtig und gut funktioniert, bietet er einen wirksamen Schutz gegen Atemwegerkrankungen.

COPD ist eine komplexe, fortschreitende, stark belastende und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit. Sie wird auch als vielfältige Krankheit beschrieben, weil sie gleichzeitig zu Veränderungen in verschiedenen Teilen der Atmungsorgane führt. Wenn Sie an COPD leiden, werden Sie unter Umständen einige dieser Symptome bei sich feststellen können. Nicht alle Menschen haben alle diese Symptome, und bei manchen Menschen können andere Symptome auftreten als bei anderen.

  • Die Atemwege verdicken sich und verlieren an Elastizität; das bedeutet, sie können sich nicht mehr entsprechend dehnen, wenn mehr Luft in den Lungen benötigt wird. Dadurch kann das Atmen schwieriger werden, vor allem bei körperlicher Betätigung. (Das bezeichnet man auch als Lungenemphysem.)
  • Die Atemwege produzieren auch zu viel Schleim und der Körper hat unter Umständen Schwierigkeiten, diesen Schleim abzutransportieren. Sie müssen vielleicht mehr husten als andere Leute und müssen mehr Schleim aushusten. (Das bezeichnet man auch als chronische Bronchitis.)
  • Aufgrund dieser Veränderung, besteht für die Lungen ein höheres Risiko für Infektionen mit Bakterien oder Viren. Sie sind dadurch auch für die Auswirkungen von Infektionen anfälliger und Infektionen können länger dauern und schwerwiegender sein als bei anderen Menschen.
  • Da die Lungen nicht mehr richtig funktionieren, kann auch der Sauerstoffgehalt im Blut reduziert sein. Sie werden unter Umständen besonders leicht ermüden und nach körperlicher Betätigung besonders rasch erschöpft sein. Abgesehen davon, dass Sie besonders rasch atemlos werden, werden Sie sich auch besonders müde oder schläfrig fühlen und bei besonders starkem Sauerstoffmangel im Körper können sich Ihre Lippen und Ihre Fingerspitzen blau verfärben. Das sind sehr ernste Anzeichen dafür, dass der Kohlendioxidspiegel in Ihrem Körper gefährlich hoch ist.
  • COPD kann auch die winzigen Lungenbläschen zerstören, über die der Sauerstoff in das Blut aufgenommen wird, und das Atmen kann daher schwieriger werden. Das ist auch der Grund dafür, dass Sie leicht atemlos werden.
  • Die Lungen und das Atmungssystem werden versuchen, diese Schäden von sich aus zu reparieren und im Körper kommt es zu einem Prozess, den Ärzte als „Entzündungsreaktion“ bezeichnen. Das Lungengewebe wird gerötet und geschwollen, und die Blutzellen, die gegen Infektionen schützen, sammeln sich konzentriert in den Lungen. Das ist ein weiterer Krankheitsprozess bei COPD, durch den es für die Lungen immer schwieriger wird, ihre Funktion richtig zu erfüllen und Sie sich daher außer Atem fühlen.
  • Schließlich können Patienten mit COPD aus Gründen, die bisher noch nicht geklärt werden konnten, unterernährt sein und Gewicht verlieren, was auch Anlass für Besorgnis sein könnte, da eine entsprechender Ernährungszustand für die allgemeine Gesundheit sehr wichtig ist.