Am 4. Februar ist Weltkrebstag (World Cancer Day). Dieser internationale Aktionstag dient dazu, das öffentliche Bewusstsein für Prävention, Erforschung und der Behandlung von Krebserkrankungen zu schaffen, sowie auch Betroffene zu unterstützen. Die Österreichische Lungenunion nutzt daher auch diesen Anlass, um über die Möglichkeiten der Krebs­prävention sowie die aktuellen Entwicklungen bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) zu informieren.

Tabakrauch erhöht das Risiko, an Asthma, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Lungenentzündung, einem Schlaganfall oder Lungenkrebs zu erkranken erheblich. „Etwa 85 bis 90 Prozent der rund 4.000 Lungenkrebspatienten pro Jahr sind Raucher oder ehemalige Raucher“, bestätigt Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht vom Kepler Universitätsklinikum in Linz.

Lungenkrebs gilt nach wie vor als „Killer“ unter den Krebserkrankungen, da er durch seinen anfangs meist symptomlosen Verlauf erst sehr spät, in einem fortgeschrittenen Stadium, diagnostiziert wird. Rauchstopp und Früherkennung sind somit entscheidende Faktoren. „Lungenkrebs hat kein typisches Beschwerdebild. Denn die Lunge an sich hat keine Schmerzempfindung. Wenn Beschwerden auftreten, dann ist die Erkrankung meist schon fortgeschritten“, erklärt OA Dr. Hochmair vom Karl Landsteiner Institut für Lungenforschung und Pneumologische Onkologie.

Raucher – regelmäßig zum Arzt!

Umso wichtiger ist einerseits der Rauchstopp und andererseits die Früherkennung. Krebserkrankungen kann man umso besser Einhalt gebieten, je früher sie erkannt werden. Symptome, wie Bluthusten, Brustschmerzen, Atemnot, Gewichtsverlust, Leistungsknick und allgemeine Schwäche, deuten auf Lungenkrebs hin. „Für Raucher oder ehemalige Raucher ist es ganz wichtig, regelmäßig zum Lungenfacharzt zu gehen, ungeachtet der Einschränkungen rund um die Covid-19-Pandemie, um hellhörig in Bezug auf einen Lungenkrebs zu sein“, erklärt Hochmair. „Einerseits, weil die frühzeitige Intervention bessere Effekte zeigt, wenn die Erkrankung noch nicht so ausgeprägt ist, und andererseits, weil anfangs noch mehr Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Die zielgerichtete Therapie hemmt das Wachstum des Tumors, die Immuntherapie reaktiviert das körpereigene Abwehrsystem im Kampf gegen den Krebs. Damit kann man erstmals auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom Überlebensvorteile erreichen.“

Österreich Vorreiter

Die Lungenkrebstherapie machte in den letzten Jahren gute Fortschritte, die Überlebenschancen konnten deutlich verbessert werden. Dass in Österreich nun eine neue Therapieoption beim kleinzelligen Bronchialkarzinom zur Verfügung steht, ist einer starken österreichischen, wissenschaftlichen Beteiligung zu verdanken. „In der Behandlung von Lungenkrebs ist Österreich weltweit führend“, betont OA Dr. Maximilian Hochmair. „Wir haben eine extrem gute Behandlungssituation und das hat mehrere Gründe: Erstens sind die Behandlungsstrukturen in Österreich hervorragend. Zweitens haben wir in Österreich eine hohe Forschungs- und Studienaktivität auf dem Gebiet des Bronchialkarzinoms. Somit können Patienten mit den modernsten therapeutischen Möglichkeiten versorgt werden, also zum Beispiel auch mit Medikamenten, die zurzeit noch ausschließlich im Rahmen von Studien zur Verfügung stehen. Vor allem aber stehen uns in Österreich die Möglichkeiten offen, dieses so wichtige umfangreiche Testen in der Praxis auch umzusetzen.“

Informationen zum Weltkrebstag: worldcancerday

Die Österreichische Krebshilfe stellt zahlreiche Informationsbroschüren kostenlos zum Download zur Verfügung. Unter anderem auch eine Broschüre über Lungenkrebs.