Rund um den Welt-Asthma-Tag 2021 finden Aufklärungskampagnen zum Thema Asthma besonderes Gehör. Denn durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie wurde vielen Menschen bewusst, wie herausfordernd eine Erkrankung ist, die Atemwege und auch die Lunge belastet. Noch nie zuvor haben sich so viele Menschen Gedanken darüber gemacht, wie sich Atemnot anfühlt. Ihnen soll vermittelt werden: Auch wenn es für die chronische Atemwegserkrankung noch keine Heilung gibt, lässt sie sich meist gut behandeln. Sogar Sport auf Spitzenniveau ist mit Asthma möglich.

Visualisierung Welt-Asthma-Tag, Credit: Global Initiative for Asthma (GINA)
Der 1998 von der Global Initiative for Asthma (GINA) initiierte Welt-Asthma-Tag findet jedes Jahr am ersten Dienstag im Mai statt. Institutionen und Selbsthilfegruppen wie beispielsweise die Österreichische Lungenunion informieren rund um den Welt-Asthma-Tag am 5. Mai über Asthma, die gesundheitlichen Folgen von und den Umgang mit der chronischen Atemwegserkrankung.

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, kurz : WHO) zufolge sind weltweit rund 315 Millionen Menschen von Asthma betroffen. In Österreich betrifft die chronische Erkrankung der Atemwege rund 500.000 Personen. Den Welt-Asthma-Tag 2021 nehmen Jahr für Jahr Organisationen auf der ganzen Welt zum Anlass, um auf die Herausforderungen, die mit der chronischen Atemwegserkrankung einhergehen, aufmerksam zu machen – aber auch darauf, dass sich Asthma meist gut behandeln lässt.

#AsthmaimDialog2021

Zum Auftakt der Awareness Kampagne #AsthmaimDialog2021 tauschten sich Experten, Betroffene und Angehörige am 27. April 2021 zum Thema Asthma aus und kamen überein, dass ein gutes Leben mit Asthma möglich ist. „Für jede Verlaufsform gibt es spezielle Therapien – gleich ob für leichtes, mittleres oder schweres Asthma“, erklärte der Generalsekretär der Österreichischen Lungenunion, Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Pohl von der Klinik Hietzing, bei der Veranstaltung. Bei rechtzeitigem Erkennen der Erkrankung könne Pohl zufolge ein Fortschreiten der Erkrankung vermieden werden. „Zur Behandlung von Asthma gibt es Therapien ohne Kortison. Sogar schweres Asthma ist sehr gut behandelbar und eine weitgehende Symptomfreiheit erzielbar – auch von zuhause aus“, so der Lungenspezialist.

Personalisierte Asthma-Therapie

Asthma bronchiale kann ganz unterschiedlich verlaufen: Manche Patienten haben nur leichte Beschwerden, andere – vor allem schwere Asthmatiker – sind durch Symptome wie Luftnot, Brustenge oder starken Husten schwerer eingeschränkt. Hier sei Pohl zufolge die personalisierte Therapie von besonderer Bedeutung, denn nicht jede Therapie eigne sich für jeden. „Schließlich handelt es sich bei Asthma um eine sehr komplexe Erkrankung.“ Damit auch eine schwere Asthma-Erkrankung sicher und erfolgreich behandelt werden könne, sei eine genaue Diagnose entscheidend.

Ausreichende Bewegung mit Asthma

Dass Menschen mit Asthma keinen Sport betreiben sollen, ist ein Mythos. Ganz im Gegenteil: Für von Asthma betroffene Menschen ist ausreichende Bewegung wichtig. Wenn die Krankheit durch adäquate Behandlung gut unter Kontrolle ist, spricht nichts gegen sportliche Betätigungen, sogar auf Spitzenniveau. Deshalb müsse laut Prof. Pohl die Therapie so gestaltet sein, dass der Patient „alles machen kann, was er möchte“.

Wenn ich sagen würde, dass mich Asthma nicht einschränken würde, müsste ich lügen. Aber ich bekam dank morderner Behandlungsmethoden meine Freiheit zurück. In den Bergen lade ich meine Batterien auf.

Kletterin Sabine Moosbrugger

Ein gutes Leben mit Asthma

Eine wesentliche Stütze für eine erfolgreiche Therapie spielt die Österreichische Lungenunion. „Wir bieten Patienten die Möglichkeit, sich über ihre Erkrankung und ihre Therapiemöglichkeiten zu informieren, Fragen ohne Zeitdruck zu stellen und sich mit Betroffenen auszutauschen“, betonte Gundula Koblmiller, MsC, bei der Auftaktveranstaltung. „Unser Ziel ist ein informierter Patient und informierte Mitwelt“, so Koblmiller.

Weiterführende Info

Den aktuellen Bericht der Global Initiative for Asthma (GINA) können Sie unter https://ginasthma.org/reports downloaden.

Die Global Initiative for Asthma (GINA) aktualisierte ihre vorläufige Leitlinien zu COVID-19 und Asthma, einschließlich neuer Ratschläge zu COVID-19-Impfstoffen. Credit: GINA
Die Global Initiative for Asthma (GINA) aktualisierte ihre vorläufige Leitlinien zu COVID-19 und Asthma, einschließlich neuer Ratschläge zu COVID-19-Impfstoffen. Credit: GINA