Nun ist es offiziell: Das Gesundheitsministerium hat genaue Regeln definiert, welche Menschen bis Ende der Corona-Krise ein Recht auf Homeoffice oder Freistellung haben. Die jeweiligen Risikogruppen werden von den Sozialversicherungsträgern informiert, das Attest wird vom behandelnden Arzt ausgestellt.

Betroffen sind vor allem Personen mit chronischen Grunderkrankungen wie Nieren-, Lungen- oder Herzerkrankungen. Während der gesamten Corona-Krise sollen sie zum Schutz vor einer Ansteckung von der Arbeit freigestellt werden oder, wenn möglich, von zu Hause arbeiten.

Sehr detailliert legt das Gesundheits-Ministerium fest, welche medizinischen Indikatoren es sind:

Risiko chronische Lungenkrankheiten

Auf jeden Fall zur Risikogruppe gehören Patienten mit einer fortgeschritten, funktionellen oder strukturellen chronischen Lungenkrankheiten, welche eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen:

  • pulmonale Hypertonien,
  • Mucoviszidose (Zystische Fibrose),
  • COPD im fortgeschrittenen Stadium GOLD III ab Patientengruppe C,
  • Patienten, die eine dauernde Kortisontherapie > 20 mg bzw. Prednisonäquivalent/Tag länger als zwei Wochen nehmen müssen.

Herz- und Krebserkrankungen

Zur Risikogruppe zählen zudem Personen mit chronischen Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind. Dabei handelt es sich etwa um ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen. Auch bei einer arteriellen Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung, zählt man zur Risikogruppe.

Auch aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie und/oder Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie zählen zur Risikogruppe.

Ebenso sind Erkrankungen aufgelistet, die mit einer dauerhaften und relevanten Immunsuppression behandelt werden müssen. Dazu zählen etwa Patienten nach Knochenmarks- und Organtransplantationen oder HIV-Infizierte mit hoher (genau definierter) Viruslast.

Nierenerkrankung und Diabetes

Menschen mit einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung (Niereninsuffizienz, Nierenersatztherapie, Nierentransplantation) zählen ebenfalls nur Risikogruppe. Chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose werden in der Verordnung angeführt wie starke Fettleibigkeit (Body-Mass-Index größer oder gleich 40).

Auch Diabetiker zählen zu den Betroffenen. Hier sind sogar nach Krankheitstyp die Laborwerte definiert: Typ-1 mit regelmäßig erhöhtem HBA1c > 7,5%, Typ-2 mit regelmäßig erhöhtem HBA1c > 8,5% oder Typ-1 oder Typ-2 mit Endorganschäden.

Seltene Ausnahmen

Abgesehen von diesen detailliert aufgezählten medizinischen Indikationen ist die Ausstellung eines Covid-19-Risikoattests durch den behandelnden Arzt nur zulässig, wenn sonstige schwere Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen vorliegen, die einen schweren Krankheitsverlauf einer Corona-Erkrankung annehmen lassen.

Die neue Verordnung zum Download