Menschen mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD bestiegen am 17. November 2021, dem Welt-COPD-Tag, den Wiener Millennium Tower und die Innsbrucker Bergiselschanze. Mit ihrer Teilname an der „myCOPD-Challenge 2021“ möchten sie zeigen, was alles trotz und mit teils schwerer COPD möglich ist.

Im Rahmen der „myCOPD-Challenge 2021“ erklomm Eberhard Jordan am Welt-COPD-Tag die 843 Stufen des Wiener Millennium Towers, während in Innsbruck zwei COPD-Betroffene unter der Leitung des ärztlichen Leiters der ambulanten Reha-Innsbruck, Dr. Christoph Puelacher, gemeinsam mit dem Skisprung-Olympiasieger Ernst Vettori die Bergiselschanze bestiegen.

Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie der Klinik Floridsdorf betonte, dass die COVID-Pandemie COPD-Patientinnen und -Patienten vor zahlreiche Herausforderungen in der Bewältigung des Alltags stelle. Die myCOPD-Challenge unterstreiche einmal mehr die Bedeutung körperlicher Trainingsmaßnahmen als elementaren Bestandteil der COPD-Behandlung. „Herr Jordan und sein Team haben gezeigt, was trotz fortgeschrittener Erkrankung alles möglich ist, mit viel Disziplin, regelmäßigem Training und unter medizinischer Anleitung und atemphysiotherapeutischer Unterstützung“, betonte der Lungenexperte.

Herausfordernder Aufstieg im Corona-Jahr

Die heurige myCOPD-Challenge war für Jordan besonders herausfordernd: „Es war mit Abstand das schwierigste Trainingsjahr, nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Denn wenn man fast ausschließlich allein trainiert und dann auch noch die ganze Zeit die Gefahr Corona von allen Seiten auf einen einprasselt, bedarf es wirklich nicht mehr viel, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Und dementsprechend schwierig war auch der Aufstieg“, erklärte der Initiator der myCOPD-Challenge. Dr. Milos Petrovic, der die Challenge anlässlich des Welt-COPD-Tages begleitete, bestätigt: „Der Aufstieg zum Millennium Tower über 843 Stufen ist ein neuer Rekord und stellt die bis dahin schwerste Herausforderung dar. Im Hinblick auf Corona und die damit verbundenen Maßnahmen ist das Zustandekommen und Gelingen dieser Challenge umso bemerkenswerter.“

Während Jordan in Wien den Millennium Tower erklomm, gelang es zwei sauerstoffpflichtigen Männern, die mit COPD leben, der Aufstieg auf den Schanzenturm der Bergiselschanze in Tirol. „Wir freuen uns riesig über diese tolle Leistung und sind stolz auf den Mut und die Ausdauer, die diesen Erfolg möglich gemacht haben!“ freut sich Olympiasieger Ernst Vettori, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat. Vettori erstieg den Turm unter „COPD-Bedingungen“ – mit Nasenklemme und zugeschnürter Brust, und weiß nun, welch unvorstellbaren Kraftaufwand COPD-Erkrankte im täglichen Leben erbringen müssen.

Dr. Christoph Puelacher, ärztlicher Leiter der ambulanten Reha-Innsbruck, berichtet, wie sich die beiden Teilnehmer aus Tirol über einen Zeitraum von sechs Wochen in der Reha-Einrichtung auf die myCOPD-Challenge vorbereitet haben: „Insbesondere das Atemmuskeltraining und die Atemtherapie führten neben dem Kraft- und Ausdauertraining zu dem erwünschten Erfolg. Herzliche Gratulation an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die diese Challenge bestanden haben. Sie haben damit bewiesen, dass Training und Rehabilitation auch bei fortgeschrittener Erkrankung die Grundlage für den Erhalt der körperlichen Leistung darstellen“, so Puelacher.

Corona-Impfung für Menschen mit COPD

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie appelliert Jordan, die Volkskrankheit COPD, von der in Österreich rund 400.000 Menschen betroffen sind (die Dunkelziffer ist deutlich höher, möglicherweise doppelt so hoch), nicht zu vergessen. „Gerade COPD-Erkrankte sollten sich gegen Corona impfen lassen. Auch wenn mal 3G, 2,5G oder 2G vorgeschrieben ist – für jeden, der COPD hat, sollte es nur 1G geben. Denn besonders für uns gilt: Einmal zu viel auf der Intensivstation kann tödlich sein“, so Jordan anschließend.

mehr Informationen
www.mycopd-challenge.com

Foto: Christoph Hopf