Von der gesunden erwachsenen Bevölkerung ist etwa jeder Dritte von einem Husten betroffen – je nach Kontakt mit Tabakrauch oder andere Umweltschadstoffe auch stärker. Auch in der kalten Jahreszeit tritt Husten häufiger auf. Husten ist nervig, raubt den Schlaf und ist auch für die Umgebung lästig. Aber Husten kann auch gefährlich sein.

Rein medizinisch wird Husten als plötzlicher Atemstoß nach kurzem Stimmritzenschluss definiert. Dabei kommt es zu einem ruckartigen Ausstoßen von Luft durch das Zusammenziehen der Atemmuskulatur. Die Luft erreicht dabei immerhin Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 km/h. Der Vorteil: Dabei werden Schadstoffe und Schleim aus den Atemwegen befördert.

Vom Arzt abklären lassen

Der akute Husten ist der häufigste Grund, warum Patienten zum Arzt gehen. Dahinter können harmlose Erkältungskrankheiten, Allergien aber auch gefährliche Erkrankungen stecken. Akuter Husten dauert längstens drei Wochen. Von einem chronischen Husten spricht man, wenn der Husten länger als acht Wochen dauert. Auch da steckt zumeist eine harmlose Ursache dahinter. Das sollte aber auf jeden Fall der Arzt abklären.

Dauert Husten länger als drei Wochen, muss er vom Facharzt behandelt werden, denn es könnten folgende Erkrankungen wie Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, COPD, Lungenemphysem, Lungenkrebs, Lungenfibrose, Entzündung der Nebenhöhlen (Sinusitis) oder Herz- oder Magenerkrankung dahinter stecken.

Der Husten kann trocken oder produktiv (vermehrte Schleimbildung) sein. Eine vermehrte Schleimproduktion findet man vor allem bei chronischen Erkrankungen, Asthma bronchiale, COPD, Mukoviszidose. Eine Verfärbung kann auf eine zusätzliche bakterielle Infektion hinweisen. Generell sollte ein länger andauernder Husten nicht bagatellisiert und unbedingt vom Lungenfacharzt abgeklärt werden.
Immerhin in vier Prozent der Fälle ist der Husten das Symptom einer behandlungsbedürftigen Erkrankung, in einem Prozent sogar das einzige Symptom einer tödlichen Erkrankung. Deshalb sollte zumindest bei jedem chronischen Husten ein Lungenröntgen gemacht werden. Zwar kann der Arzt in 90 Prozent der Fälle eine richtige Diagnose stellen, die wirklich gefährlichen Fälle sind aber nur im Röntgen erkennbar – etwa Tuberkulose, Karzinom und Lungenödem.

Asthma, COPD & Medikamente

Die drei häufigsten Ursachen für Husten sind Asthma, COPD und Medikamente. Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch bronchiale Hyperaktivität und eine variable Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Bei einer Obstruktion kommt es zu einer Verengung des Lungensystems durch Krampf der Atemmuskulatur, Schleimhautschwellungen oder Verlegung durch zähen Schleim. Der Facharzt kann dies mit einer Spirometrie, einem Lungenfunktionstest, erkennen. Meist fällt der nächste Test nach der Einnahme eines Asthma-Medikaments besser aus als vorher.

Bei der COPD handelt es sich um eine sich verschlechternde, nicht vollständig reversible Atemwegerkrankung, die mit einer Entzündungsreaktion einhergeht. Hauptsymptome der COPD sind Auswurf, Husten und Atemnot.
Gleichfalls können verschiedene Medikamente den Husten verursachen, so können z.B. Herzmedikamente wie ACE-Hemmer oder Beta-Blocker, Methotrexat oder Sulfonamide diese Nebenwirkung haben. In diesem Fall muss die Therapie umgestellt werden. Zusätzlicher Wermutstropfen: Auch trotz richtiger Vorgangsweise, erkennt der Arzt in 10 bis 40 Prozent nicht die Ursache für den Husten.