In der Fachhochschule Wiener Neustadt (FHWN) kamen Studierende im Zuge einer Studie zum Ergebnis, dass auch für Covid-19-Genesene eine Schutzimpfung einen besseren Schutz darstellt. Die Studie ging außerdem auch der Frage nach, wie hoch die Dunkelziffer bei Influenzainfektionen ist.

Während jene Personen, die geimpft oder geimpft und genesen waren, allesamt Antikörper gebildet hatten, wiesen nur knapp 56 Prozent der ausschließlich genesenen Probandinnen und Probanden einen positiven Antikörpertiter auf. Das zeigt, dass es besser ist, sich impfen zu lassen, selbst wenn man eine Covid-19-Infektion hinter sich hat.

Darüber hinaus scheint der Antiköpertiter abzunehmen, je länger die Impfung oder die „echte“ Erkrankung zurückliegt. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine Erkrankung in den meisten Fällen nicht dauerhaft gegen neue Infektionen schützt und auch Impfungen nach gewissen Zeitabständen wiederholt werden sollten.

Hohe Dunkelziffern und niedrige Impfbereitschaft bei Influenza A/B

Die Studie ging zusätzlich der Frage nach, wie hoch die Impfbereitschaft bei Influenza A/B ist und was sich über die Dunkelziffer bei dieser Erkrankung aussagen lässt. Zum Antikörpergehalt nach einer Impfung oder Genesung wurde nämlich bisher kaum Forschung betrieben. Viele Menschen vermuten zwar, dass sie bereits einmal die „echte“ Grippe hatten, bestätigt ist die Infektion jedoch nur bei wenigen.

Die Ergebnisse der FHWN-Studie zeigen, dass sich die Impfbereitschaft kaum gebessert hat. Nur etwas mehr als ein Drittel ist geimpft, und knapp 40 Prozent der Teilnehmenden hatten eine gesicherte oder vermutete Infektion. Die biomedizinische Analyse ergab jedoch eine Antikörperbildung von 87 Prozent bei Influenza Typ A, was für eine hohe Dunkelziffer spricht.

Verringertes Risiko durch Schutzimpfung

Bei beiden Erkrankungen gilt zwar, dass Antikörper nicht per se gegen eine Infektion schützen, sie verringern jedoch das Risiko einer schweren, potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung. „Mich hat vor allem die Frage nach Unterschieden im SARS-CoV-2-Antikörpertiter zwischen Geimpften und Genesenen dazu bewegt, meine Bachelorarbeit zu dieser Thematik zu verfassen“, so Tobias Mader vom Studiengang Biomedizinische Analytik, der die Studie gemeinsam mit Johannes Gratzer umsetzte. Dieser ergänzt: „Wegen der sehr präsenten Sars-CoV-2-Pandemie sind andere Krankheitserreger wie etwa Grippe-Viren in den Hintergrund gerückt. Mit der Antikörper-Bestimmung und einer kombinierten Befragung konnten wir klären, ob sich die Einstellung gegenüber der Influenzaimpfung in dieser Zeit geändert hat.“

Foto: FHWN