Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) hat in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften eine Patienteninformation zu Allergie und COVID-19-Impfung erstellt, die ab sofort als PDF sowie als Flyer zur Verfügung steht.

Bei den mRNA-COVID-19-Impfstoffen der Firmen Biontech/Pizer und Moderna können in sehr seltenen Fällen schwere Allgemeinreaktionen kurz nach der Impfung auftreten. Von der britischen Gesundheitsbehörde wurde daher eine zeitlich befristete Empfehlung herausgegeben, Patienten mit „schweren Allergien“ oder „Anaphylaxie“ von der Impfung auszuschließen. Dies hat international zu Unklarheiten geführt.

Prinzipiell kann es bei jeder Impfung (nicht nur gegen COVID-19) in sehr seltenen Fällen (1 Fall auf 100.000 bis 1 Million Impfungen) zu allergischen bzw. anaphylaktischen Reaktionen kommen. Dies kann entweder durch den Impfstoff selbst oder auch durch Hilfsstoffe/Zusatzstoffe im Impfstoff bedingt sein.

Für Patienten mit folgenden Erkrankungen aus dem allergisch/atopischen Formenkreis gibt es keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko (im Vergleich zur Normalbevölkerung) im Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung mit den zugelassenen Impfstoffen:

  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
  • Urtikaria (Nesselsucht)/Angioödeme
  • Rhinokonjunktivitis allergica (Heuschnupfen)
  • Asthma bronchiale (Das Asthma sollte aber zum Zeitpunkt der Impfung gut eingestellt sein)
  • Nasenpolypen
  • Nahrungsmittelallergie (insbesondere keine Probleme für Hühnereiweißallergiker, da kein Hühnereiweiß im Biontech- oder Moderna-Impfstoff enthalten ist)
  • Insektengiftallergie
  • Schmerzmittelunverträglichkeit
  • Antibiotikaallergie
  • Kontaktallergie (z.B. Nickel-, Duftstoff- oder Konservierungsmittelallergie)

Eine besondere Untersuchung (Haut- oder Bluttest) vor der Impfung ist für die hier aufgeführten Patientengruppen nicht erforderlich.

Sprechen Sie bitte Ihren Arzt an, wenn bei Ihnen folgendes bekannt ist:

  • schwere allergische Reaktion bei einer früheren Nicht-COVID-19-Impfung
  • schwere allergische Reaktion nach Medikamenteneinnahme (insbesondere Abführlösungen) oder -Injektionen
  • schwere allergische Reaktion nach Arzneimitteln und bekannter Mastozytose
  • schwere allergische Reaktion unbekannter Ursache

Schwere allergische Reaktion bedeutet das plötzliche Auftreten von Hautsymptomen mit Luftnot und/oder Kreislaufreaktion, die eine sofortige ärztliche Therapie erforderlich gemacht haben. Hier raten wir zu einer vorherigen allergologischen Abklärung (Beurteilung der individuellen Situation durch einen Allergologen) vor einer COVID-19-Impfung und/oder zu einer Impfung in erhöhter Risikobereitschaft. Dazu gehört eine 30minütige Nachbeobachtung. (Ein Notfallkoffer incl. Adrenalin-Pen muss vor Ort sein). Die Inhaltsstoffe der Impfösungen stehen nicht als geprüfte Testallergene zur Verfügung.

Nicht geimpft werden dürfen Patienten mit einer bekannten früheren schweren allergischen Reaktion auf Inhaltsstoffe des Impfstoffes oder auf die erste COVID19-Impfung.
U.a. können folgende Inhaltsstoffe eine Rolle spielen:
Polyethylenglykol (=Macrogol), Tromethamin/Trometamol

Begleittherapien

Patienten, die aufgrund der o.g. Erkrankungen eine Behandlung erhalten (einschließlich Antikörpertherapien wie Xolair®, Dupixent®, Nucala®, Fasenra®) können geimpft werden. Derzeit wird empfohlen zwischen Behandlung und Impfung ca. 1 Woche Abstand einzuhalten.

Subkutane Hyposensibilisierung/spezifsche Immuntherapie

Zwischen der Verabreichung einer subkutanen Hyposensibilisierung/spezifsche Immuntherapie (SCIT) und der COVID-19-Impfung sollte wie bei allen anderen Impfungen auch ein Mindestabstand von einer Woche eingehalten werden. Klinische Erfahrungen in Bezug auf gleichzeitige Schutzimpfung (z.B. mit dem Biontechoder Moderna-Impfstoff) und SLIT-Behandlung sind für viele Allergen-Immuntherapeutika nicht dokumentiert. Um etwaige Reaktionen infolge der COVID-19-Impfung von Reaktionen durch die SLIT zu unterscheiden, sollte diese nach allergologischem Erfahrungswissen mindestens 1-2 Tage nach der COVID-19-Impfung pausiert werden.

Immunsuppressiva

Bei einer Therapie mit Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin) sollten Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Es scheint keine besondere Gefährdung durch diese Therapie zu bestehen. Jedoch könnte die Impfung gegebenenfalls weniger wirksam sein.

Infoblatt downloaden (PDF)

Quelle: Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)