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  • Birkenpollen: Bald wieder Hochsaison10.03.2011 - 12:00

    Demnächst haben Birkenpollen wieder Hochsaison. Für viele Pollenallergiker bedeutet dies triefende Nasen, tränende Augen und juckende Schleimhäute. Doch mit dem richtigen Verhalten und bestimmten Präparaten kann man das Leiden reduzieren.

    Um die Pollenkonzentration in den eigenen vier Wänden gering zu halten, sollte man nicht permanent lüften, sondern nachts und am frühen Morgen kurz stoßlüften. Das Gewand, das untertags getragen wird, sollte man nicht in unmittelbarer Nähe des Bettes ablegen, weil an der Kleidung Pollen haften können. An Tagen mit starkem Pollenflug empfiehlt es sich, vor dem Schlafengehen zu duschen.

    Hilfreiche Präparate

    Einige Mittel wie Antihistaminika oder Augentropfen können Allergikern helfen. So müssen beispielsweise Kontaktlinsenträger mit Heuschnupfen nicht mehr unbedingt auf Brille umsteigen, da viele Allergie-Augentropfen direkt auf die Kontaktlinse gegeben werden können.

    Nasensprays können bei geschwollenen Nasenschleimhäuten helfen, sie jedoch auch nach zu langer Anwendung austrocken. Daher sollte man seltener zu Sprays und Tropfen greifen und stattdessen eine regelmäßige Spülung mittels Nasendusche vornehmen. Dies ist effizienter und schonender.

    Birkenblüten ab April

    Birkenpollen sind als starkes Allergen bekannt. In Mitteleuropa fällt die Hauptblühzeit der Birke meist in den April. Sehr oft vertragen Birkenpollenallergiker kein Stein- oder Kernobst. Auch der Genuss von Haselnüssen kann ihnen Probleme bereiten und Schwellungen im Mundbereich sowie Schnupfen verursachen.


    Quellen: Österreichischer Pollenwarndienst, Global Press
  • Fünf Fragen zur Grippe20.01.2011 - 12:00

    1. Warum gibt es die Schweinegrippe auch heuer?

    Die sogenannte Schweinegrippe oder Neue Grippe (Influenza A/H1N1), die letztes Jahr für viel Aufregung gesorgt hat, zirkuliert in der Saison 2010/2011 als saisonale Grippe. Das heißt, das H1N1-Virus, das die Pandemie 2009 ausgelöst hat, hat sich mit den dafür typischen Erkrankungsverläufen als saisonale Grippe etabliert. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch weitere Virustypen verbreiten.

    2. Brauche ich in der aktuellen Saison 2010/2011 eine Grippeimpfung, wenn ich im letzten Jahr eine Impfung gegen "Schweinegrippe" bekommen habe oder daran erkrankt war?

    Nach einer Impfung gegen oder einer Erkrankung an dem Virus A(H1N1) im letzten Jahr kann davon ausgegangen werden, dass auch noch für den jetzigen Winter 2010/2011 gegen diesen Virustyp ein gewisser Schutz besteht. Ob dieser für eine Verhinderung einer Erkrankung in diesem Jahr ausreicht, ist jedoch nicht bekannt. Neben dem "Schweinegrippenvirus" kommt es in der aktuellen Saison auch zum Auftreten anderer Grippevirustypen. Gegen diese bietet eine bereits erfolgte Impfung gegen das "Schweinegrippevirus" oder eine durchgemachte Erkrankung an "Schweinegrippe" keinen Schutz. Daher sollten sich alle Personen, für die eine saisonale Grippeimpfung empfohlen wird, mit dem aktuellen Grippeimpfstoff impfen lassen. Dieser schützt nicht nur gegen die "Schweinegrippe", sondern auch noch gegen zwei weitere Grippevirus-Typen.

    3. Warum wird für die aktuelle Grippesaison ausschließlich eine Impfung gegen saisonale Grippe empfohlen?

    Gegen die saisonale Grippe stehen seit vielen Jahren Impfstoffe zur Verfügung, die jeweils die drei Haupterregertypen der vergangenen Grippesaison enthalten. Zum Zeitpunkt des ersten Auftretens des Grippevirus A(H1N1) ("Schweinegrippevirus") im Jahr 2009 war die Produktion des saisonalen Grippeimpfstoffes für den Herbst und Winter 2009/2010 bereits so weit fortgeschritten, dass dieses neue Virus nicht mehr in den saisonalen Impfstoff eingeschlossen werden konnte. Daher wurde ein zusätzlicher Impfstoff speziell gegen das "Schweinegrippevirus" produziert. Für die aktuelle Grippesaison wird nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO – wie in den Vorjahren – die Impfung mit einem sogenannten trivalenten saisonalen Grippeimpfstoff empfohlen. Dieser Impfstoff schützt gleichzeitig gegen die drei Erregertypen, die voraussichtlich am häufigsten in der aktuellen Grippesaison vorkommen werden. Eine dieser Impfstoff-Komponenten schützt gegen das "Schweinegrippevirus".

    4. Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Grippe empfohlen?

    Gegen Grippe impfen lassen sollten sich folgende Gruppen:

    • Menschen, die über 50 Jahre alt sind

    • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose)

    • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten (z.B. HIV/Aids)

    • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen

    • Schwangere

    • Außerdem sollten Personen mit erhöhter Gefährdung für eine eigene Ansteckung geimpft werden bzw. Personen, die von ihnen betreute, ungeimpfte Risikopersonen anstecken können: Gemeint sind Menschen in Gesundheits- bzw. Pflegeberufen sowie Personen mit häufigem Publikumskontakt.

    Es wird auch jetzt Anfang 2011 noch für alle gefährdeten Bevölkerungsgruppen empfohlen, eine Impfung nachzuholen, wenn diese im Spätherbst noch nicht erfolgt ist.

    5. Wer darf nicht gegen Grippe geimpft werden?

    Wer an einer fieberhaften Erkrankung (Körpertemperatur mindestens 38,5 Grad Celsius) oder einer akuten Infektion leidet, sollte nicht geimpft werden. Die Impfung sollte dann zum frühest möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Impfung, dort werden Sie umfassend und individuell beraten.

    Autorin: Mag.a Lisa Mayr

    Medizinisches Review: Dr. med. Peter Mahlknecht


    Quellen: Österreichisches Bundesministerium für Gesundheit; Deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (alle Infos: Stand 18.01.2011)
  • Tipps Tricks: Der Versuchung widerstehen07.01.2011 - 12:00

    Mit dem Rauchen aufzuhören, ist nicht einfach. Besonders dann, wenn man immer wieder in Versuchung geführt wird. Kaffeetrinken mit Freunden? Da gehört doch eine Zigarette dazu! Das Feiertagsbier ohne Glimmstängel? Unmöglich!

    Rauchen gehört zu den Verhaltensmustern, die am schwierigsten zu durchbrechen sind, weil es an viele alltägliche Tätigkeiten und Gefühle geknüpft ist. Folgende Tipps und Tricks können helfen, rauchfrei zu bleiben.

    • Schreiben Sie auf, warum Sie aufhören wollen

    Die besten Gründe, um das Rauchen aufzugeben, sind die eigenen Gründe. Lesen Sie sich die aufgelisteten Punkte mehrmals täglich durch; vor allem dann, wenn das Verlangen nach einer Zigarette sehr stark ist.

    • Erzählen Sie anderen Menschen von Ihrem Rauchstopp

    Suchen Sie sich einen "Paten", der Sie kontrolliert. Das kann ein guter Freund sein, ein Kollege oder der Lebenspartner. Mit ihr oder ihm können Sie Ihre Erfolge, aber auch ihre Misserfolge teilen. Das bringt moralische Unterstützung und erhöht den Erfolgsdruck.

    • Entfernen Sie Rauchutensilien

    Sie haben noch eine "Notfall"-Schachtel Zigaretten zuhause? Weg damit! Sonst tritt dieser Notfall täglich ein, und Sie geraten eher in Versuchung. Auch Feuerzeug, Streichhölzer und Aschenbecher sollten Sie wegwerfen bzw. wegräumen. Entfernen Sie alles, das Sie mit Rauchen in Verbindung bringen.

    • Holen Sie sich Hilfe

    Ist das Verlangen nach einer Zigarette allzu stark, scheuen Sie sich nicht davor, Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Die Zufuhr von Nikotin ohne Zigarette hilft, die körperlichen Entzugssymptome zu mildern. Ob Nikotinpflaster, Nasensprays, Kaugummis oder ein anderes Nikotinersatzpräparat für Sie in Frage kommt, sollten Sie zunächst mit Ihrem Arzt besprechen. Mittlerweile gibt es auch andere hilfreiche Medikamente am Markt. Einrichtungen wie das österreichische Rauchertelefon (Telefonnummer: 0810 810 013) helfen weiter, wenn das Verlangen nach der Zigarette nicht nachlässt.

    • Meiden Sie Rauch-Orte

    Halten Sie sich in der ersten Zeit von Orten fern, die Sie mit Rauchen in Verbindung bringen – zum Beispiel das Stammlokal. Besuchen Sie stattdessen eine Bibliothek, ein Museum oder einen anderen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und wo Rauchverbot herrscht.

    • Meiden Sie rauchende Freundinnen und Freunde

    Gehen Sie in der ersten Zeit rauchenden Freunden und Bekannten aus dem Weg. Treffen Sie sich lieber mit Nichtrauchern und erzählen Sie von Ihrem Vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören.

    • Werden Sie rauchfrei aktiv

    Unternehmen Sie Dinge, die Ihnen Rauchen unmöglich machen – etwa Sport oder Gartenarbeit.

    • Meiden Sie Alkohol und Kaffee

    Diese Genussmittel werden oft mit Rauchen assoziiert und stimulieren das Verlangen nach Nikotin. Greifen Sie lieber zu Fruchtsaft oder Wasser. Auch Melange, Espresso & Co sollten Sie meiden, wenn Sie in der Vergangenheit gerne zum Kaffee geraucht haben. Spielen Sie mit einem Kugelschreiber, einem Bleistift oder einem Zahnstocher. Den können Sie auch in den Mund nehmen, falls Sie es vermissen, etwas im Mund zu haben. Auch Kaugummikauen ist eine Möglichkeit.

    • Belohnen Sie sich

    Nach einer Woche können Sie sich einen Kinobesuch oder ein Kleidungsstück gönnen, das sie sich schon länger wünschen. Belohnungen können helfen, sich zu erinnern, wie wichtig der Rauchstopp ist.


    Quellen: Österreichische Krebshilfe, Rauchertelefon
  • Rauchstopp - was wirkt und was nicht?07.01.2011 - 12:00

    Jährlich sterben mehr als fünf Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Rauchens, das sind mehr als an HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Zigaretten töten laut aktuellen WHO-Daten fast jeden zweiten Raucher: Die Hälfte aller langjährigen Nikotinkonsumenten stirbt vorzeitig an den Folgen des Rauchens, die Lebenserwartung vermindert sich um bis zu 25 Jahre. Rauchen ist heute die wichtigste vermeidbare Ursache für Erkrankungen und vorzeitige Sterblichkeit. Und: Studien zeigen, dass jene Raucherinnen und Raucher, die sich der gesundheitlichen Folgen ihres Verhaltens bewusst sind, meistens aufhören wollen.

    Doch der Rauchstopp ist ein Kraftakt, die Rückfallquote von Neo-Nichtrauchern ist hoch. Denn über Tabakrauch aufgenommenes Nikotin hat die Eigenschaften einer Droge mit hohem Abhängigkeitspotenzial. Menschen, die noch nie geraucht haben, sollten also auch in Zukunft die Finger von Zigaretten lassen.

    Doch wie können es Raucherinnen und Raucher schaffen, den Zigaretten zu entsagen? Der Blick auf die großen Metastudien zu den diversen Rauchstopp-Maßnahmen zeigt, dass letztlich ein Mix aus mehreren Ansätzen am sinnvollsten ist. Bei allen Maßnahmen ist klar: Ohne eisernen Willen geht gar nichts.

     

    Was am meisten bringt

    Die Kombination von medikamentöser Behandlung und Unterstützung durch ein Tabakentwöhnungsprogramm – etwa eine Selbsthilfegruppe oder eine Verhaltenstherapie – zeigt die besten Effekte und ist wirksamer als eine Nikotinersatztherapie (z.B. Nikotinpflaster oder -kaugummi) alleine. Das zeigen großen zusammenfassenden Studien Metastudien der letzten Jahre.

     

    Die Maßnahmen im Detail

    Verhaltens- und Psychotherapie. Maßnahmen wie begleitende Verhaltensanalysen, Selbstbeobachtung, Entwicklung von Verhaltensalternativen, kognitive Umstrukturierung, Erlernen von besserem Umgang mit Stress und von Entspannungstechniken in der Gruppe sind unterstützend wirksam. In der Gruppe bringen sie mehr als im Alleingang.

    Nikotinersatztherapie. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Nikotinersatztherapie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rauchstopp gelingt, um 50 bis 70 Prozent erhöht. Im Rahmen der Nikotinersatztherapie wird dem Körper das Nikotin, das er bisher durch das Zigarettenrauchen aufgenommen hat, auf anderem Wege zugeführt.

    Je nachdem, wie stark die Nikotinsucht ausgeprägt ist, stehen dafür unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung:

    • Nikotinpflaster Das Nikotinpflaster wird auf die Haut geklebt, das Nikotin direkt von der Haut aufgenommen und in den Blutkreislauf gebracht. Es ist vor allem bei regelmäßigem Rauchen ab zehn Zigaretten täglich sinnvoll. Die Behandlungsdauer beträgt acht bis zwölf Wochen, ist aber auch länger möglich. Nach der anfänglichen Höchstdosierung wird nach vier Wochen und dann alle zwei Wochen die Dosis reduziert. Als Nebenwirkung können u.a. Hautreizungen auftreten. Das Pflaster wird täglich ausgewechselt, sodass immer wieder neue Hautpartien beklebt werden können.

    • Nikotin-Kaugummi, Nikotin-Tabletten: Mit Kaugummi und Tabletten, die gelutscht oder unter die Zunge gelegt werden, gelangt das Nikotin über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf. Diese Darreichungsform ist vor allem bei unregelmäßigem Rauchen sinnvoll. Mögliche Nebenwirkungen sind Schleimhautreizungen im Mund.

    • Nikotinnasenspray: Mit dem Nasenspray wird der Nikotinspiegel rasch erhöht, weshalb sich die Nikotinersatztherapie in dieser Form für besonders stark abhängige Raucher eignet. Der Nikotinnasenspray ist rezeptpflichtig, seine Anwendung sollte auch durch einen Arzt überwacht werden.

    • Kombinationstherapie: Bei einer sehr starken Abhängigkeit können die verschiedenen Darreichungsformen miteinander kombiniert werden.

    Antidepressiva. Unter den zahlreichen zugelassenen Antidepressiva haben sich zwei Substanzen als sehr hilfreich beim Rauchstopp erwiesen. Sie erhöhen die Chance, dass der Rauchstopp gelingt, um bis zu 100 Prozent, können sie also verdoppeln. Da andere Antidepressiva keine Wirkung bei der Raucherentwöhnung zeigen, dürften diese beiden Medikamente einen eigenen, vom antidepressiven Effekt unabhängigen, Wirkmechanismus haben.

    • Bupropion: Bupropion sollte acht Wochen lang eingenommen werden, wobei die Dosis ab der zweiten Woche erhöht wird. Da Schlafstörungen auftreten können, sollte die Einnahme nicht nach 17 Uhr erfolgen. Zu den weiteren möglichen, seltenen Nebenwirkungen zählen Mundtrockenheit, Übelkeit und Krampfanfälle.

    • Nortriptylin: Da Nortriptylin keine offizielle Zulassung für die Raucherentwöhnung hat, ist es nur "Medikament zweiter Wahl". Zu den möglichen seltenen Nebenwirkungen zählen Mundtrockenheit, Übelkeit und Verstopfung.

    Das Medikament, das sich als am wirksamsten beim Rauchstopp erwiesen hat, ist Vareniclin, ein Nikotinrezeptor-Partialagonist, der die Wirkweise des Nikotins imitiert. Im Vergleich mit der nichtmedikamentösen Rauchentwöhnung gelingt der Rauchstopp unter Vareniclin zwei bis drei Mal häufiger. Da zu den Nebenwirkungen aber Depression, Aggressivität und Angstzustände zählen und Vareniclin bei Jugendlichen keine Wirksamkeit zeigt, ist der Einsatz des Medikaments eingeschränkt.

    Internet-basierte Interventionen. Online-Beratung hat keinen klar nachweisbaren dauerhaften Effekt auf das Rauchverhalten. Es gibt aber Hinweise, dass Derartiges bei der spontanen Raucherentwöhnung helfen kann. Offenbar steigt die Wirksamkeit der Programme, je persönlicher und regelmäßiger die Beratung und der Kontakt mit dem aufhörwilligen User ausfallen.

    Hypnose: eher nein. Studien zeigen keine große Wirkung dieser Methode auf das Rauchverhalten. Ausgewertete Studien dazu sind allerdings zu uneinheitlich, um eine große Meta-Analyse zu ermöglichen.

    Akupunktur scheint bei der Raucherentwöhnung nur auf dem Niveau anderer Placebobehandlungen zu wirken.

    Ärztliche Unterstützung. Vor allem bei starken Rauchern ist aufgrund des starken Abhängigkeitspotentials von Nikotin eine begleitende Unterstützung durch die Ärztin oder den Arzt sinnvoll und anzuraten, um langfristig abstinent zu bleiben. Als einzige Maßnahme reicht das allerdings kaum.

    Zur Wirksamkeit von Ansätzen oder Maßnahmen wie TCM, Autogenes Training und Phytotherapie beim Rauchstopp fehlen bis jetzt große Studien.

    Autorin: Mag.a (FH), MSc Silvia Hecher

    Medizinisches Review: Dr. med. Peter Mahlknecht


    Quellen: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin; Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und Bundesverband der Pneumologen e.V., Österreichisches Bundesministerium für Gesundheit; The Cochrane Library; Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e. V.
  • Rauchen: Was der Körper verzeiht07.01.2011 - 12:00

    Wie schnell und weitgehend die Regeneration nach dem Rauchstopp passiert, ist individuell unterschiedlich – und hängt nicht zuletzt vom Alter, dem Lebensstil und der Allgemeingesundheit des Neo-Nichtrauchers sowie der Anzahl der früher gerauchten Zigaretten ab.

    Innerhalb von Minuten nach der letzten Zigarette setzen die ersten Reparaturmechanismen des Körpers ein: Nach einer knappen halben Stunde verbessert sich die Durchblutung von Händen, Füßen und der Haut. Die schnellere Hautalterung, die durch das Rauchen verursacht wird, wird gestoppt.

    Nach acht Stunden normalisiert sich allmählich der Sauerstofftransport im Körper. Durch das Rauchen wird nämlich Teer in der Lunge und in den Schleimhäuten abgelagert, die Lunge arbeitet nicht mehr richtig. Das im Zigarettenrauch enthaltene Kohlenmonoxid (CO) kann den Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen verdrängen und vermindert so den Sauerstoffgehalt im Blut und letztlich im gesamten Körper. Nach dem Rauchstopp normalisieren sich CO- und Sauerstoffgehalt wieder. Für den Neo-Nichtraucher heißt das: Weniger Kohlenmonoxid, dafür mehr frischer Sauerstoff.

    Nach einem Tag. Rauchen hebt das Herzinfarktrisiko deutlich. Selbst nach einem Herzinfarkt lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören, denn die Sterblichkeit ist bei Rauchern nach einem Infarkt mitunter doppelt so hoch wie bei Ex-Rauchern. 24 Stunden nach dem Rauchstopp sinkt das Herzinfarktrisiko wieder. Sinkt dann mit jedem Tag und Jahr des Nichtrauchens weiter.

    Nach zwei Tagen bringt Nichtrauchen mehr Genuss: Weil Raucherinnen und Raucher einen weniger ausgeprägten Geschmacks- und Geruchssinn haben, verwenden sie in der Regel mehr Salz und Gewürze als Nichtraucher. Doch Geruchs- und Geschmacksinn können sich erholen. Die Regeneration der Sinneszellen beginnt schon 48 Stunden nach dem Rauchstopp.

    Nach einigen Wochen Rauchabstinenz kommt die Selbstreinigung des Körpers voll in Gang. Nach zwei bis zwölf Wochen ohne Zigaretten beginnen sich Kreislauf und Lunge zu stabilisieren.

    Nach ein bis neun Monaten werden die Atemwege wieder langsam frei.

    Nach etwa fünf Jahren ohne Zigarette nähert sich das Herzinfarktrisiko langsam dem eines Nichtrauchers an. Denn eine Ursache für einen Infarkt können durch die Folgen des Rauchens verengte Herzkranzgefäße sein. Bei Ex-Rauchern bildet sich die Verengung nach einem Jahr Nichtrauchen zurück.

    Nach etwa 15 Jahren. Das Risiko für Lungenkrebs beginnt nach der letzten Zigarette langsam zu sinken. Eine aktive Raucherin oder ein Raucher hat – verglichen mit einem Nichtraucher – ein bis zu 40-faches (und höheres) Risiko, ein bösartiges Geschwür in der Lunge zu entwickeln. Auf das Lungenkrebsrisiko eines Nichtrauchers sinkt das von Neo-Nichtrauchern zwar nicht mehr. Aber es nähert sich nach 15 bis 20 Jahren immerhin an dieses an. Auch andere Krebsarten stehen mit dem Rauchen in Zusammenhang, und so dürfte auch das Risiko für diese Erkrankungen nach dem Rauchstopp sinken.

    Autor: Dr. med. Peter Mahlknecht


    Quellen: Österreichisches Bundesministerium für Gesundheit; Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin; Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie; Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde; The Cochrane Library (alle Quellen: Stand 29.12.2010)
  • Spanien setzt auf das Rauchverbot30.12.2010 - 12:00

    Ab diesem Sonntag gilt in Spanien eines der schärfsten Rauchverbote in Europa: Der Glimmstängel wird mit dem überarbeiteten Anti-Tabak-Gesetz nicht nur aus Bars und Restaurants verbannt, sondern auch von Spielplätzen, geschlossenen öffentlichen Räumen und schulischen Einrichtungen. Die bisher bestehende und von vielen Beobachtern als lasch kritisierte Regelung aus dem Jahr 2006 untersagte zwar das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften, die Bar- und Restaurantbetreiber konnten aber frei entscheiden, ob sie das Qualmen in ihren Lokalen erlaubten oder nicht. Nun drohen ihnen erhebliche Bußgelder, wenn sie das neue Anti-Tabak-Gesetz missachten.

    Mit dem neuen Gesetz drohten Restaurants und Bars Umsatzeinbußen von fünf beziehungsweise zehn Prozent, heißt es seitens der Gastronomievertreter. Diskotheken hätten gar mit Einschnitten von 15 Prozent zu rechnen. Separate Raucherräume wie sie es etwa in Deutschland gibt, sind dem neuen Gesetz nach auch verboten. Die spanische Tabakindustrie spricht von "einem der radikalsten Anti-Tabak-Gesetze der Welt", Gesundheitsministerin Leire Pajin wertet das neue Gesetz als "wichtige Etappe beim Gesundheitsschutz der spanischen Bevölkerung". In Spanien sterben offiziellen Angaben zufolge jährlich 53.000 Raucherinnen und Raucher an den Folgen des Tabakkonsums.


    Quelle: APA
  • Krebs: Acht Warnzeichen festgestellt30.08.2010 - 12:00

    Britische Forscher haben erstmals acht Symptome benannt, die in direktem Zusammenhang mit Krebs stehen. Diese sind Rektalblutungen, Blut im Urin, ungeklärte Blutarmut, Husten mit blutigen Auswurf, Brustknoten, Schluckbeschwerden, Blutungen nach der Menopause und abnorme Prostatawerte.

    Jedes einzelne Symptom wurde durch Resultate von 25 unterschiedlichen Studien berechnet. Mindestens einer von 20 Betroffenen, die an Krebs erkrankten, zeigte eines der Krankheitszeichen. Die Forscher weisen darauf hin, dass keineswegs in jedem Fall Krebs dahinter stecken muss, jedoch sei es ratsam, die Beschwerden von Experten abklären zu lassen.

    Alter ist ausschlaggebend

    Wer jünger als 55 Jahre alt ist und bei sich einen Knoten in der Brust feststellt, sollte Krebs als Auslöser in Betracht ziehen. Bei Männern gilt dies auch bei einem auffälligen Befund bei einer Prostatauntersuchung.

    Im Alter von über 55 Jahren können Schluckbeschwerden auf einen eventuell vorliegenden Speiseröhrenkrebs hindeuten. Das gilt jedoch nur für Männer. Blut im Urin kann bei Männern wie auch bei Frauen ab einem Alter von 60 Jahren Krebs anzeigen, der sich beispielsweise in der Blase befinden kann.  


    Quellen: BBC Health, Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste (glp)
  • Rauchen: Warum die Morgenzigarette so schädlich ist06.08.2010 - 12:00

    Stecken sich Raucher direkt nach dem Aufwachen ihre erste Zigarette an, ist ihr Lungenkrebsrisiko besonders hoch. US-Forscher haben jetzt aufgezeigt, dass sich die Morgenzigarette als typisches Verhalten der Nikotinsucht auch physiologisch auswirkt: Je früher Raucher am Tag zum Glimmstängel greifen, umso höher ist ihr Cotinin-Spiegel im Blut und im Urin. Cotinin ist ein Abbauprodukt von Nikotin und kann daher anzeigen, wie groß die Nikotin-Belastung ist.

    Erhöhte Cotinin-Spiegel durch das Rauchen deuten aber nicht nur auf ein größeres Risiko für Lungenkrebs hin, sondern auch auf weitere Krebsarten wie Mund- und Kehlkopfkrebs. Außerdem bestehen erhöhte Risiken für frühzeitigen Zahnverlust, Alzheimer, Arterienverkalkung sowie Netzhautschädigungen bis hin zur Erblindung.

    Der genaue Grund, wieso Menschen, die innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Aufwachen rauchen, einen höheren Cotinin-Spiegel haben, ist noch nicht bekannt. "Es ist möglich, dass der besonders frühe Griff zur Zigarette den Stoffwechsel des aufgenommenen Nikotins beeinflusst, sodass sich bei diesen Rauchern tendenziell mehr Cotinin anreichert", so Prof. Dieter Köhler von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Damit diejenigen Raucher, die direkt nach dem Aufstehen rauchen, von ihrer Nikotinsucht loskommen, sei ein strengeres Entwöhnungsprogramm notwendig als für weniger nikotinabhängige Raucher.


    Quelle: Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste GmbH (glp)
  • Kinder: Begünstigt eine schlechte Gegend Asthma?17.05.2010 - 12:00

    Kinder, die in Gegenden mit hohem Gewaltpotenzial leben, könnten ein höheres Asthma-Risiko aufweisen als Heranwachsende in vergleichsweise sicheren Wohnvierteln. Darauf weist eine aktuelle Studie US-amerikanischer Forscher hin. Das Team um Michelle J. Sternthal von der Harvard School of Public Health in Boston hatte mehr als 2.000 Schulkinder im Alter von bis zu neun Jahren in seine Untersuchung einbezogen. Dabei zeigte sich, dass Mädchen und Buben aus Problemvierteln der Stadt Chicago innerhalb des sechsjährigen Studienzeitraums eher an Asthma erkrankten als Kinder aus weniger gewaltbetroffenen Gebieten der Stadt.

    Die Eltern der jungen Studienteilnehmer wurden im Rahmen der Studie dreimal zu Interviews gebeten. Darin wurde etwa erhoben, wie oft ihre Kinder bereits Augen- oder Ohrenzeuge von körperlicher Gewalt in der Wohnumgebung geworden waren und ob sie Symptome von Asthma zeigten. Auf Basis dieser Aussagen konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen passiven Gewalterfahrungen und dem Auftreten von Asthma feststellen. Dieser sei von Faktoren wie ethnischer Abstammung, Familieneinkommen und anderen sozioökonomischen Einflussgrößen unabhängig gewesen.

    Nach Meinung der Wissenschafter ist es durchaus plausibel, dass Gewalt das Asthma-Risiko der Kinder beeinflusst: Andauernder Stress könne das Nerven- und Immunsystem der Kinder dahingehend beeinflussen, dass entzündliche Erkrankungen wie Asthma wahrscheinlicher werden. Außerdem halte eine unsichere Wohngegend Kinder eher davon ab, im Freien zu spielen. Der daraus resultierende Bewegungsmangel könne Fettleibigkeit begünstigen – welche wiederum ein Risikofaktor für Asthma sei. Die Studie wurde im "European Respiratory Journal" veröffentlicht.


    Quellen: European Respiratory Journal; Reuters Health
  • Auch im Alter werden Menschen zu Allergikern28.04.2010 - 12:00

    Allergien können auch erst im höheren Lebensalter auftreten: Darauf macht die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) im Vorfeld des Welt-Asthmatages am 4. Mai aufmerksam. Bei betagten Menschen können Allergien – und die häufig daraus hervorgehende entzündliche Atemwegserkrankung Asthma bronchiale – besonders bedrohlich sein. Gerade bei Seniorinnen und Senioren seien daher Früherkennung und rasch einsetzende Therapie von Bedeutung, betont die ÖGP.

    "Erschwerend kommt dazu, dass ältere Menschen Atemnot weit weniger spüren als junge Menschen und somit später zum Arzt gehen", erklärt Felix Wantke, Atemwegsexperte am Wiener Wilhelminenspital. Bei Symptomen wie anfallsweise auftretender Atemnot, Husten, Auswurf von zähem, glasigem Schleim und erschwertem Ausatmen – insbesondere in der Nacht – sollte daher zur Abklärung ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, rät die Fachgesellschaft.


    Quelle: Pressemitteilung
  • Jugend: Schützt Plaudern mit Papa vorm Rauchen?23.04.2010 - 12:00

    Regelmäßige Gespräche mit dem Herrn Papa könnten die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Jugendliche zu rauchen beginnen. Das will ein Team britischer Forscher um James White von der Universität Cardiff in einer Studie gezeigt haben. So würden Heranwachsende, die sich mit ihrem Vater oft über für sie wichtige Themen austauschen, seltener zum Glimmstängel greifen. "Es braucht mehr Bewusstsein für den Einfluss der Eltern - und speziell der Väter - auf das Rauchverhalten von Teenagern", so der Studienleiter. Männliche Erziehungsberechtigte sollten zu mehr und besserer Kommunikation mit den heranwachsenden Kindern ermutigt und dabei unterstützt werden.

    Die Forscher hatten rund 3.500 Mädchen und Burschen zwischen elf und 15 Jahren, die zu Untersuchungsbeginn noch nicht rauchten, in die Studie einbezogen. Drei Jahre lang berichteten die Jugendlichen den Forschen immer wieder, wie oft und lange sie mit ihren Vätern und Müttern über Themen sprachen, die für sie selbst von Belang waren. Außerdem gaben sie an, wie oft sie mit Familienmitgliedern stritten, ob es regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten gab und ob und wie viel sie rauchten.

    Es zeigte sich, dass jene Jugendlichen innerhalb des Studienzeitraums seltener mit dem Rauchen anfingen, die mehr mit ihren Vätern sprachen. Dieser Zusammenhang sei auch dann stabil geblieben, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden, die das Rauchverhalten von Teenagern beeinflussen können – wie Geschlecht, Alter, Haushaltseinkommen der Familie oder Rauchverhalten der Eltern. Gespräche mit der Mutter hätten sich als weniger einflussreich erwiesen, so Studienleiter White. Die Untersuchung wurde kürzlich beim jährlichen Treffen der British Psychological Society der Öffentlichkeit präsentiert.


    Quellen: British Psychological Society; BBC News; eurekalert.org
  • Allergie: Die globale Dimension des Niesens22.04.2010 - 12:00

    Wenn die Nase juckt und die Augen tränen, ist das für die oder den Betroffenen unangenehm und lästig. Gesellschaftlich betrachtet hat die Allergie noch weitreichendere Folgen – Experten sprechen gar von der Epidemie des 21. Jahrhunderts. "Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten durch Allergien sind schon jetzt enorm", so Beate Thier, Ärztin bei der deutschen Techniker Krankenkasse. "Viele Menschen können beispielsweise ihren Beruf nicht mehr wie gewohnt ausüben oder müssen ihn wegen einer Allergie ganz aufgeben."

    Schulkinder können sich laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) bei Heuschnupfen um etwa ein Drittel schlechter im Unterricht konzentrieren. Die ECARF schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Allergien in der Europäischen Union auf 100 Milliarden Euro jährlich. Es sei davon auszugehen, dass im Jahr 2015 schon jeder zweite Mensch in den Industrienationen eine Allergie haben wird. Das kündige sich auch bei den Kleinsten an.

    Laut einer großen Studie des Robert Koch-Instituts für Deutschland tragen schon mehr als vier von zehn Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren Antikörper gegen 20 getestete Allergene in sich. Das bedeutet, dass sie zwar noch keine Allergie haben, aber ihr Immunsystem bereits sensibilisiert ist. Damit ist fast jedes zweite Kind allergiegefährdet. Die TK empfiehlt in einer Aussendung, vor allem Kleinkinder vor starken Allergenen zu schützen, um so ihr Allergierisiko zu senken. Besonders allergieauslösende Substanzen seien etwa Schimmel und Tabakrauch.


    Quelle: Techniker Krankenkasse
  • Haarefärben Rauchen können der Leber zusetzen26.03.2010 - 12:00

    Der Konsum von Nikotin oder die regelmäßige Verwendung bestimmter Haarfärbemittel könnte die Gesundheit der Leber bedrohen. Darauf weist eine aktuelle britische Studie hin. Sie wurde vom Gastroenterologen Martin Prince und seinem Team vom Manchester Royal Infirmary durchgeführt und im Fachjournal "Gut" veröffentlicht. Die Forscher gehen davon aus, dass gleich mehrere Umweltfaktoren das Risiko für eine sogenannte primär biliäre Zirrhose (PBC) erhöhen können: Explizit nennen sie den wiederkehrenden Kontakt mit bestimmten Haarfärbemitteln sowie Rauchen.  

    Primär biliäre Zirrhose ist eine seltene fortschreitende Lebererkrankung, die von den kleinen Gallenwegen ausgeht und auf lange Sicht in eine Leberzirrhose münden kann. Bereits in der Vergangenheit wurden Umweltfaktoren als Ursache für die Erkrankung in Erwägung gezogen. Für die aktuelle Studie hatten mehr als 2.500 PBC-Patienten und fast ebenso viele nicht erkrankte Teilnehmer einer Kontrollgruppe detaillierte Fragebögen ausgefüllt. 

    Rauchen steigert Risiko

    Damit wollten die Forscher klären, ob die Erkrankung im Einzelfall auf genetische oder auf Umweltfaktoren zurückzuführen war. Die Auswertung hat Prince zufolge unter anderem gezeigt, dass Menschen, in deren Familien Autoimmunerkrankungen verbreitet sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit PBC entwickeln. Es sei aber auch deutlich geworden, dass Rauchen das Risiko für die Erkrankung in statistisch signifikantem Ausmaß steigert. 

    Auch der Einsatz bestimmter Haarfärbemittel scheint die Erkrankung wahrscheinlicher zu machen. Dieser Zusammenhang konnte allerdings nur bei Frauen bestätigt werden, weil die Anzahl an männlichen Patienten, die derartige Produkte verwenden, unter den Studienteilnehmern zu gering war. Welcher Bestandteil von Haarfärbemitteln für das erhöhte PBC-Risiko konkret verantwortlich zu machen ist, können die Forscher allerdings noch nicht sagen.


    Quellen: Gut; eurekalert.org
  • Pollensaison: Zeit für Test und Tagebuch18.03.2010 - 12:00

    Gewährte der lange Winter Pollenallergikern eine gewisse Schonzeit, könnte es nun relativ rasch gehen mit der Belastung durch fliegenden Blütenstaub. Der österreichische Pollenwarndienst spricht von einer dramatischen Zunahme der Belastung in den nächsten Wochen – bedingt durch die höheren Temperaturen. Das sogenannte Pollentagebuch könne helfen, Zusammenhänge zwischen Pollenkonzentration und individuellen Beschwerden zu erkennen. Dies wiederum sei die Basis für eine optimale Therapie. Das Tagebuch, das soeben seinen ersten Geburtstag feiert, steht online zur Verfügung und kann kostenlos und unbürokratisch genutzt werden.

    "Über 4.000 Personen haben sich im Vorjahr für den kostenlosen Service im Internet registriert. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Einfluss eines Ortswechsels, lassen erkennen, welche Pollen tatsächlich für die Beschwerden an Augen, Nase oder Lunge verantwortlich sind, ab welcher Pollenmenge die Allergie spürbar wird und ob die Therapie den erwünschten Effekt erzielt", erklärt Uwe E. Berger, Leiter des Pollenwarndienstes und der Forschungsgruppe Aerobiologie an der Uniklinik für HNO in Wien. Einen umfassenden Allergietest im Ambulatorium oder beim Arzt ersetze das Pollentagebuch freilich nicht.

    Es kann Betroffenen aber helfen, die Erkrankung besser zu verstehen. Wer das Pollentagebuch nutzt und seine Beschwerden dokumentiert, kann nach Ende der jeweiligen Pollensaison auf Knopfdruck eine Auswertung bekommen. "All jenen, die einen detaillierten Bericht oder Erklärung wünschen, bieten wir ab Ende dieses Sommers an der Wiener HNO-Klinik nach entsprechender Terminvereinbarung mit der Allergie-Ambulanz auch eine persönliche Beratung an", kündigt Berger an.


    Quellen: Österreichischer Pollenwarndienst / Pressemitteilung
  • Jugend Drogen: Begünstigt Marihuana Psychosen?16.03.2010 - 12:00

    Regelmäßiger Konsum von Cannabis kann bei Jugendlichen das Risiko für Halluzinationen, Wahnvorstellungen und bestimmte Formen von Psychosen erhöhen. So lautet das Ergebnis einer Langzeitstudie australischer Forscher um John McGrath vom Queensland Center for Mental Health Research in Wacol. Die Erhebung bestätige frühere Studien, die das Rauchen von Marihuana mit psychischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht haben. In die Studie waren knapp 3.800 Heranwachsende einbezogen worden. Sie wurde in den "Archives of General Psychiatry" veröffentlicht.

    Die Forscher hatten die Probandinnen und Probanden im Alter von 5, 14 und 21 Jahren untersucht. Als die Studienteilnehmer das Alter von 20 Jahren erreicht hatten, wurden sie von den Forschern zu ihrem Marihuana-Konsum befragt. Auch wurde ihre psychische Gesundheit untersucht. Der Vergleich zeigte, dass bei jenen Probanden, die im Alter von 15 Jahren oder früher das erste Mal einen Joint geraucht hatten, doppelt so oft schizophrene oder andere psychotische Zustände verzeichnet wurden wie bei Teilnehmern ohne Cannabis-Erfahrung. Viermal so häufig litten diese Probanden den Forschern zufolge unter Wahnvorstellungen, fast dreimal so oft unter Halluzinationen.

    Man könne daraus aber nicht einfach schließen, dass Marihuana-Rauchen zu psychischen Erkrankungen führt, betonen McGrath und sein Team. Der Zusammenhang sei komplexer: So seien Jugendliche, die früh in ihrem Leben Halluzinationen haben, anfälliger für Psychosen und würden dadurch mit höherer Wahrscheinlichkeit früh Gefallen am Cannabis-Konsum finden. Jugendliche müssten über solche Zusammenhänge aufgeklärt werden, meint Studienleiter McGrath. "Die Jugendphase ist anfällig für das Entwickeln von psychischen Erkrankungen – und Cannabis scheint dieses Risiko für gefährdete Menschen zu erhöhen." 


    Quellen: Archives of General Psychiatry; aerztezeitung.de
  • Ballaststoffe: Gesunde Lunge mit Vollkorn Co?10.03.2010 - 12:00

    Eine ballaststoffreiche Ernährung könnte dazu beitragen, die Lunge gesund zu halten. Darauf weist eine aktuelle Studie auf Basis der Daten von 111.580 Frauen und Männern hin. Die Teilnehmenden hatten im Rahmen einer Langzeituntersuchung zwischen 1984 und 2000 wiederholt Angaben zu ihrer Ernährung und ihrem Gesundheitszustand gemacht. Ein Team um Raphaёlle Varraso vom französischen Institut INSERM hat diese Daten auf mögliche Zusammenhänge zwischen Ballaststoffzufuhr und COPD-Risiko untersucht.

    Bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) handelt es sich um eine schwer wiegende Erkrankung, die unter anderem mit Husten, Auswurf und Atemnot einhergeht. Nikotinkonsum gilt als Hauptrisikofaktor für die auch als "Raucherlunge" bekannte Erkrankung – der aktuellen Studie zufolge könnten jedoch auch die Ernährungsgewohnheiten mit der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung in Verbindung stehen.

    Auf Basis der Fragenbogenangaben errechneten Varraso und Kollegen die Ballaststoffzufuhr der Probandinnen und Probanden. 832 der Teilnehmenden erkrankten im Studienzeitraum an COPD, gibt das Autorenteam im "American Journal of Epidemiology" an. Die Auswertung zeigte laut Bericht, dass Menschen, die reichlich Ballaststoffe zu sich nahmen, mit geringerer Wahrscheinlichkeit COPD entwickelten. "Diese Daten legen nahe, dass eine ballaststoffreiche Ernährungsweise – und möglicherweise insbesondere Ballaststoffe aus Getreide – das COPD-Risiko senken könnte", schreiben Varraso und Mitarbeiter. Ballaststoffe sind insbesondere in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse reichlich enthalten.


    Quellen: American Journal of Epidemiology; Reuters Health
  • Rauchverbot: Ärzte begrüßen Vorstoß09.03.2010 - 12:00

    Auf breite Zustimmung in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) trifft die Forderung von Gesundheitsminister Alois Stöger nach einem generellen Rauchverbot in Lokalen. Die Ärztekammer spricht von einem "mutigen Signal für bessere Vorsorge in Österreich". Stöger will die Übergangsfrist für getrennte Raucherräume in der Gastronomie nicht verlängern und bei Nicht-Einhaltung des Gesetzes ein generelles Rauchverbot verhängen. Man sei froh, dass der Minister klare Worte für die Problematik finde, so ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer Aussendung.

    Das öffentliche Eintreten für verbesserten Nichtraucherschutz werten die Ärztevertreter als "erfreuliches Signal". Und sie berichten von breiter Unterstützung des Nichtraucherschutzes in der Bevölkerung: So hätten sich auf der Internet-Plattform Facebook zuletzt mehr als 100.000 Menschen für ein Volksbegehren zu einem generellen Rauchverbot in Lokalen ausgesprochen. Bei einer Unterschriftensammlung in österreichischen Ordinationen sind laut ÖÄK seinerzeit mehr als 40.000 Unterschriften zusammengekommen.


    Quelle: Österreichische Ärztekammer / Pressemitteilung
  • Pollenallergie: Längere Saison durch Klimawandel?02.03.2010 - 12:00

    Menschen mit einer Pollenallergie blicken dem Frühling oft mit gemischten Gefühlen entgegen – denn er bedeutet für sie auch eine rinnende Nase, gerötete Augen und Niesattacken. Blühende Bäume, Gräser und Kräuter werden für die Betroffenen zur alljährlichen Belastungsprobe. Eine aktuelle italienische Studie zeigt, dass sich die Pollensaison durch den Klimawandel sogar noch verlängern dürfte.

    Innerhalb des sechsjährigen Studienzeitraums habe sich gezeigt, dass sowohl die Blühdauer als auch die Menge der in der Luft befindlichen Pollen nach und nach zugenommen hätten. "Wir haben eine klar definierte geographische Region untersucht und festgestellt, dass der schrittweise Anstieg der Durchschnittstemperatur die Pollensaison mehrerer Pflanzen verlängert hat", so Studienleiter Walter Canonica von der Universität Genua.

    Symptome stärker ausgeprägt

    Die Forscher um Canonica haben ihre Untersuchung beim jährlichen Treffen der American Academy of Allergy, Asthma & Immunology (AAAAI) präsentiert, das am 2. März in New Orleans zu Ende gegangen ist. "Eine verlängerte Pollensaison und erhöhte Pollenkonzentrationen können mit Sicherheit die Symptome von Menschen mit allergischer Rhinitis verstärken", kommentiert Estelle Levetin von der AAAAI die Studie.

    In Österreich dürften etwas mehr als 16 Prozent der Bevölkerung unter einer saisonalen allergischen Rhinitis leiden. In der Regel entwickelt sich Heuschnupfen bereits in der Kindheit oder im Jugendalter. Immer öfter wird aber auch ein spontanes erstmaliges Auftreten im Erwachsenenalter beobachtet.


    Quellen: American Academy of Allergy, Asthma & Immunology; Reuters Health
  • Von Salz bis Schmalz: Hausmittel für Schnupfennasen24.02.2010 - 12:00

    Wenn der Nachwuchs schnieft und hustet, ist das normalerweise kein Grund zu großer Beunruhigung: Kindergartenkinder seien bis zu zehnmal im Jahr erkältet, erklärt Susanne Holthausen von der deutschen Techniker Krankenkasse. Für die letzten Wochen der Erkältungssaison gibt die Medizinerin Tipps, wie kleine Schnupfennasen am besten zu versorgen sind.

    Verkühlte Sprösslinge sollten ins Bett gesteckt werden, erklärt Holthausen. Auf Medikamente werde zunächst am besten verzichtet, denn der kindliche Organismus verfüge über gute Selbstheilungskräfte. Zudem könnten Arzneien für Erwachsene bei Kindern völlig anders wirken – weshalb bei der Gabe von Präparaten ohne ärztliche Anweisung Vorsicht angesagt sei.

    Feuchtigkeit für die Nase

    Der Heilprozess der kleinen Patienten lasse sich jedoch mit einer Reihe von einfachen Hausmitteln unterstützen, weiß Holthausen. "Ein wahres Wundermittel ist Kochsalz, das in der Nase die natürliche Funktion der Schleimhaut unterstützt." Für weitgehend nebenwirkungsfreie Nasensprays oder -spülungen wird ein halber Teelöffel Salz in einem Becher mit lauwarmem Wasser aufgelöst und die Mischung dann in eine Pipetten- oder Sprayflasche gefüllt.

    Wichtig bei trockener Nasenschleimhaut sei darüber hinaus ausreichende Luftfeuchtigkeit. In der Heizsaison empfehle es sich, feuchte Tücher über die Heizkörper zu hängen und regelmäßig zu lüften. Auch sollten Erkältungspatienten viel trinken – selbst dann, wenn das Schlucken weh tut. Eine Alternative bei Halsschmerzen sei Wasser-Eis zum Lutschen, das gleichzeitig wohltuend kühlt.

    Wickel für Hals und Brust

    Ein weiteres bewährtes Hausmittel sind Holthausen zufolge unterschiedliche Wickel. Bei Halsweh würden etwa Kartoffelwickel helfen: "Einfach ungeschälte Kartoffeln kochen, heiß in ein Tuch legen und zerdrücken. Mit einem trockenen Handtuch umwickelt, kann man es dem kleinen Patienten dann für etwa eine halbe Stunde um den Hals legen."

    Bei Bronchitis empfehlen sich Schmalzwickel: 50 Gramm Schweineschmalz erwärmen, für ältere Kinder eventuell einige Tropfen Menthol- oder Thymianöl hinzugeben, die Mischung auf Brust und Rücken verteilen und mit Tüchern umwickeln. Der Wickel sollte entfernt werden, bevor er ganz ausgekühlt ist, rät Holthausen. Generell gelte für Wickel, dass sie stets angenehm sein sollten.

    Nach zwei bis drei Tagen sollten die Beschwerden bei einer gewöhnlichen Erkältung deutlich zurückgehen, weiß die Ärztin. Ist das nicht der Fall oder tritt hohes Fieber auf, ist ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufzusuchen, stellt Holthausen klar.


    Quelle: Techniker Krankenkasse Medienservice
  • Chronisch krank: Mit Bewegung gegen Ängste24.02.2010 - 12:00

    Chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder COPD ("Raucherlunge") gehen bei vielen Betroffenen mit Ängsten einher. Bewegung kann bei der Bewältigung dieser Ängste helfen, zeigt nun eine Meta-Analyse, die in den "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht wurde.

    Ängste im Zusammenhang mit chronischen Gesundheitsproblemen seien nicht nur für sich genommen belastend, sondern könnten sich auch nachteilig auf die körperliche Gesundheit auswirken, erläutert das Forscherteam um Matthew P. Herring von der University of Georgia im US-amerikanischen Athens. So sei aus Studien bekannt, dass von Angst geplagte Patientinnen und Patienten sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit an ihren Behandlungsplan halten. Darüber hinaus könne Angst die Lebensqualität erheblich mindern.

    Wenig Risiko, viel Wirkung 

    Durch körperliche Aktivität lässt sich die Psyche aber offenbar beruhigen, wie die Forschenden nun belegen konnten: Sie hatten die Ergebnisse von 40 klinischen Studien mit insgesamt rund 3.000 Teilnehmenden erneut analysiert. 90 Prozent dieser Untersuchungen hatten zum Resultat, dass Betroffene, die per Zufallsprinzip einem Bewegungsprogramm zugeteilt worden waren, weniger Angstsymptome zeigten als inaktive Vergleichspersonen.

    "Wir haben herausgefunden, dass Bewegung bei fast jedem und in den meisten Situationen zu helfen scheint", erklärt Co-Autorin Pat OÂ’Connor. "Bewegung hilft sogar Personen, die ursprünglich gar nicht besonders ängstlich sind, ruhiger zu werden." Als besonders effektiv hätten sich Bewegungseinheiten mit einer Dauer von über 30 Minuten erwiesen, geben die Wissenschaftstreibenden aus Georgia an. "Unsere Arbeit bekräftigt den Nutzen von Bewegung zur Behandlung einer Vielfalt von körperlichen und psychischen Erkrankungen – mit geringem Risiko unerwünschter Nebenwirkungen im Vergleich zu Medikamenten", resümiert der beteiligte Forscher Rod Dishman.


    Quellen: Archives of Internal Medicine; University of Georgia; eurakalert.org; Reuters Health
  • Nikotin: Besser schlafen ohne Rauch05.02.2010 - 12:00

    Raucherinnen und Raucher klagen öfter als nikotinabstinente Menschen über verminderte Schlafqualität. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung deutscher Wissenschafter um Stefan Cohrs von der Berliner Charité. Wer regelmäßig zum Glimmstängel greift, leide "signifikant öfter" als Nichtraucher unter schlechtem oder unruhigem Schlaf, schreiben die Forscher in ihrem Studienbericht.

    Raucher würden auch weniger "effizient" schlafen, also länger zum Einschlafen brauchen und in der Nacht häufiger aufwachen. Und sie neigen offenbar eher zu nächtlichen Atemaussetzern (Apnoe) und Muskelzuckungen (Myoklonien). Die Wissenschafter hatten 2.087 Freiwillige, davon 963 Raucherinnen und Raucher, in ihre Untersuchung einbezogen. Die Schlafqualität der Probanden wurde mittels eines detaillierten Fragebogens erfasst.

    Die Forscher machen die Wirkung von Nikotin auf das menschliche Nervensystem für die beobachteten Effekte verantwortlich. Denn auch Nichtraucher, die tagsüber oder in der Nacht ein Nikotinpflaster trugen, hätten über längere Einschlafzeiten und vermehrtes Aufwachen in der Nacht geklagt. Dieser Effekt war dann am stärksten, wenn das Nikotinpflaster während der Nacht getragen wurde. Die Studie wurde beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde vorgestellt.


    Quellen: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde 2009
  • In den Wehen: Essen und Trinken – erlaubt oder verboten?26.01.2010 - 12:00

    Wehen können sich bekanntlich über viele Stunden hinziehen und enorm anstrengend sein. Wie sieht es da mit der körperlichen Verpflegung der werdenden Mutter aus? Sollte sie essen und trinken, um sich bei Kräften zu halten, oder auf Nahrung verzichten? Für die renommierte Cochrane Collaboration hat ein Forscherduo bestehende Studien zu dieser Frage durchgesehen und kommt zu dem Schluss, dass die gebärende Frau darüber selbst entscheiden sollte.

    In manchen Kulturen sei es üblich, während der Wehen zu essen und zu trinken, um den Anforderungen des Geburtsvorganges gerecht zu werden und sich wohl zu fühlen, erklären Tranmer M. Singata und J. Gyte in ihrem Bericht. Seit den 1940er-Jahren sei es jedoch vielerorts üblich, die Aufnahme von Nahrung und Getränken stark einzuschränken. Hintergrund seien die damals entstandenen Arbeiten des Arztes Curtis L. Mendelson, der im Verlauf von Kaiserschnittentbindungen unter Narkose massive Lungenprobleme durch das Einatmen von erbrochenen Nahrungsbestandteilen beobachtet hatte.

    Kein Anlass für Verbote

    Mittlerweile hätten sich die Methoden der Anästhesie freilich bedeutend weiterentwickelt, erklären Singata und Gyte. Daher gelte es die Für und Wider der Nahrungsaufnahme während der Wehen womöglich neu zu bewerten. Das Forschungsteam machte fünf Studien zum Thema mit Daten von insgesamt 3.130 Frauen ausfindig. Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen: In Bezug auf Frauen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Anästhesie erforderlich werden würde, als gering eingestuft wurde, ließen sich weder Vorteile noch Schäden durch Essen und Trinken während der Wehen belegen, schreiben Singata und Gyte.

    Die Frage möglicher Risiken durch Nahrungsaufnahme bei nachfolgender Anästhesie musste jedoch unbeantwortet bleiben: In Bezug auf Frauen mit hoher Narkosewahrscheinlichkeit war keine Studie auffindbar. Das Resümee des Autorenteams: Auf Basis der bislang vorliegenden Befunde bestehe keine Veranlassung, die Verpflegung von Frauen mit niedrigem Komplikationsrisiko einzuschränken. Gebärende Frauen sollten daher nach derzeitigem Wissensstand selbst entscheiden dürfen, ob und was sie essen und trinken möchten. Für Frauen mit erhöhtem Komplikationsrisiko fehle es an wissenschaftlichen Erkenntnissen, so Singata und Gyte.


    Quelle: cochrane.org
  • Diagnose Krebs: Rauchstopp lässt länger leben26.01.2010 - 12:00

    Menschen, bei denen Lungenkrebs im frühen Stadium diagnostiziert wurde, erhöhen durch einen Rauchstopp ihre Überlebenschancen. Das berichten britische Forscher auf der Webseite des "British Medical Journal". Demzufolge verdoppelt sich durch den Rauchstopp die Chance der Patientinnen und Patienten, nach Feststellung eines Bronchialkarzinoms länger als fünf Jahre zu leben. Die Forscher um A. Parsons von der Universität Birmingham hatten zehn Studien zu den Folgen fortgesetzten Rauchens nach einer Lungenkrebsdiagnose analysiert. Es handle sich um die erste Untersuchung dieser Art.

    Die Chance, nach der Diagnose länger als fünf Jahre zu leben, lag bei den Neo-Nichtrauchern in den Studien zwischen 63 und 70 Prozent. Bei jenen, die weiterrauchten, lag sie dagegen bei 29 bis 33 Prozent. Die Metaanalyse hat den Forschern zufolge auch gezeigt, dass der Tumor bei Patienten, die weiterrauchten, mit größerer Wahrscheinlichkeit erneut auftrat. Es sei daher notwendig, Patienten, die mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert sind, Wege aus der Nikotinsucht aufzuzeigen.

    Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebsarten. Rauchen erhöht das Risiko dafür nachweislich, rund 85 Prozent aller Fälle können auf Tabakkonsum zurückgeführt werden. Wer über 20 Jahre hinweg jeden Tag ein Päckchen Zigaretten raucht, steigert sein Lungenkrebsrisiko auf das 30- bis 40-Fache. Eine familiäre Häufung führt dagegen nur zu einer Verdoppelung bis Verdreifachung des Risikos. Die meisten Erkrankungsfälle werden zwischen dem 55. und dem 65. Lebensjahr entdeckt - die Patienten können allerdings auch erheblich jünger sein.


    Quellen: British Medical Journal; medicalnewstoday.com
  • Raucherlunge: Wie COPD dem Herzen zusetzt21.01.2010 - 12:28

    Die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung – kurz COPD – kann die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigen. Und zwar auch dann, wenn die Symptome der Erkrankung für den Patienten noch nicht spürbar oder nur leicht ausgeprägt sind. Das ist das Ergebnis einer aktuellen US-Studie, die im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde. Den Forschern zufolge handelt es sich um die erste Untersuchung, die diesen Zusammenhang zeigen konnte.

    Dass COPD die Herzgesundheit in Mitleidenschaft ziehen kann, sei zwar schon länger bekannt – nicht aber, dass dies häufig schon in einem frühen Stadium der Lungenerkrankung passiere, wie es die Studie nahelegt. Die Untersuchung wurde von Graham Barr vom Columbia University Medical Center in New York durchgeführt. COPD zählt in den USA mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen. Die Krankheit wird in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch Rauchen verursacht, aber auch genetische Ursachen können eine gewisse Rolle spielen.


    Quellen: New England Journal of Medicine; eurekalert.org
  • Kräuter machen Zigaretten nicht gesünder04.12.2009 - 12:00

    Entgegen verbreiteten Annahmen machen sogenannte Kräuterzigaretten nicht weniger süchtig als herkömmliche Zigaretten. Und sie sind genauso krebserregend. Das will US-Mediziner Stanton A. Glantz in einer aktuellen Studie gezeigt haben: "Die Öffentlichkeit muss wissen, dass mit Kräutern versetzte Zigaretten nicht weniger krebserregende Stoffe freisetzen", so Glantz, der an der University of California in San Franciso tätig ist. "Unser Studienergebnis trägt hoffentlich dazu bei, den Mythos zu zerschlagen, dass Kräuterzigaretten eine gesündere Alternative zu normalen Zigaretten sind – das sind sie nämlich nicht."

    Mit seinem Team hat Glantz für seine Studie chinesische Kräuterzigaretten mit herkömmlichen Glimmstängeln verglichen; 278 Freiwillige, die entweder der reinen Tabakzigarette oder der mit Kräutern gemischten Variante zugetan waren, fungierten dabei als Probanden. Die Forscher untersuchten unter anderem Urinproben der Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dabei habe sich gezeigt, dass die Raucher normaler Zigaretten und die Konsumenten von Kräuterzigaretten ähnlich viele krebserregende Stoffe im Körper hatten: "Die Beigabe von Kräutern in Zigaretten beeinflusst weder das enthaltene und süchtig machende Nikotin im Tabak, noch die krebserregenden Chemikalien im Zigarettenrauch." Die Studie wurde im Fachjournal "Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention" veröffentlicht.


    Quellen: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention; eurekalert.org
  • Luftbefeuchter im Test: Sinnvoll oder heiße Luft?20.11.2009 - 12:14

    Wenn wir in der kalten Jahreszeit die Heizung aufdrehen, sorgt das zwar für wohlige Wärme – aber auch für reichlich trockene Luft. Gereizte Augen, spröde Haut bis hin zu erschwerter Atmung können die Folge sein. Weil auch Krankheitserreger wie Grippeviren in trockener Luft länger leben, suchen derzeit viele Menschen Abhilfe in Form eines Luftbefeuchters. Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat untersucht, für wen diese Geräte wirklich geeignet sind und wie es um die Qualität der am Markt verfügbaren Geräte steht. Das Ergebnis fällt durchwachsen aus.

    Auch wenn für viele Menschen gerade jetzt die Zeit zur Anschaffung eines Luftbefeuchters gekommen scheint, solle man den individuellen Bedarf vorher genau prüfen, heißt es seitens des VKI. "Die Devise lautet: Zuerst messen, dann kaufen. Nur wenn die Messung der Luftfeuchtigkeit bei normaler Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius anhaltend Werte unter 40 Prozent ergibt, ist der Kauf eines Luftbefeuchters auch wirklich ratsam", so VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Denn ein Zuviel an Feuchtigkeit in der Luft erhöhe die Gefahr von Schimmelbildung.

    Ein Muss: Regelmäßige Reinigung

    Zudem verlange ein Luftbefeuchter sensible Behandlung. Nur bei regelmäßiger Reinigung ist man vor einer Verkeimung und der Verbreitung von Schimmelpilzen sicher. Das gilt laut VKI sowohl für Geräte mit Verdampferprinzip als auch für sogenannte Ultraschallvernebler. Sollte die individuelle Prüfung ergeben, dass die Anschaffung eines Luftbefeuchters sinnvoll ist, empfiehlt es sich, dennoch nicht wahllos zu einem beliebigen Produkt zu greifen: In seiner Produktbewertung hat der VKI sieben "gut", drei "durchschnittlich" und ein "weniger zufriedenstellend" vergeben.

    Getestet wurden elf Geräte in der Preisklasse zwischen 50 und 160 Euro. Das Modell mit der schlechtesten Bewertung hat laut dem "Konsument" die Bezeichnung Luftbefeuchter nicht wirklich verdient, weil seine Wasserabgabe dazu schlicht zu gering war. Welches System auch bevorzugt wird: Die Geräte sollten stets auf die Raummitte gerichtet sein, keinesfalls sollten Einrichtungsgegenstände oder Außenwände aus unmittelbarer Nähe bedampft werden. Der Testbericht wurde in der Dezemberausgabe des "Konsument" veröffentlicht.


    Quelle: Verein für Konsumenteninformation / Presseunterlagen
  • Männergesundheit: Aktionstage in Niederösterreich27.10.2009 - 12:23

    Die niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) lädt im November zu bundeslandweit stattfindenden Männergesundheitstagen. Denn Männer seien in punkto Gesundheit das "schwache Geschlecht", heißt es in einer Presseaussendung der Krankenkasse: "Sie sterben im Durchschnitt sechs Jahre früher als Frauen und liegen auch bei vielen Krankheitsbildern deutlich vorne." Als Gründe macht man bei der NÖGKK ein nach wie vor geringes Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein aus.

    Die Männergesundheitstage starten am 7. November 2009 in Horn, es folgen Veranstaltungen in Wieselburg (14.11.), Mistelbach (21.11.) und Schwechat (28.11). Jeweils zwischen 9 und 17 Uhr können sich die Besucher auf einer Gesundheitsstraße buchstäblich auf Herz und Nieren testen lassen: Vom Lungenfunktions-, Seh- und Hörtest über Mundvideokamera und Smokerlyzer bis hin zur Blutanalyse steht Interessierten ein breites Angebot zur Verfügung. Daneben gibt es ein umfangreiches Bühnen- und Vortragsprogramm. Natürlich sind auch Frauen bei den Veranstaltungen herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.


    Quelle: NÖGKK / Pressemitteilung
  • Bewegung dämpft den Reiz der Zigaretten27.10.2009 - 12:00

    Körperliche Aktivität kann offenbar das Verlangen nach einer Zigarette mindern – zumindest vorübergehend. Darauf weist eine britische Studie hin, die im Fachjournal "Addiction" publiziert wurde. Es habe sich gezeigt, dass die Aufmerksamkeit, die Abbildungen von Zigaretten und andere rauchbezogene Darstellungen bei nikotinabhängigen Betrachtern hervorrufen, nach einer kurzen Sporteinheit weniger ausgeprägt ist. Das schreibt das Team um Kate Janse Van Rensburg von der Universität Exeter. Ein Effekt, den sich vor allem aufhörwillige Raucher und Neo-Nichtraucher zunutze machen könnten.

    Van Rensburg und Kollegen hatten 20 Raucherinnen und Raucher in ihre kleine Untersuchung einbezogen. Die Freiwilligen hatten in den 15 Stunden vor Untersuchungsbeginn nicht mehr zum Glimmstängel gegriffen. Zunächst wurden ihnen von den Wissenschaftern rauchbezogene und neutrale Bilder gezeigt. Dann trainierte eine Hälfte der Probanden 15 Minuten lang bei moderater Intensität auf einem Ergometer, die andere Hälfte blieb inaktiv. Im Anschluss wurden allen Studienteilnehmern die Fotos ein zweites Mal gezeigt.

    Die Macht der Bilder

    Mithilfe moderner Eye-Tracking-Technologie wurden die Blickbewegungen der Probanden währenddessen genau erfasst. Die Wissenschafter konnten nach eigenen Angaben zeigen, dass jene Personen, die Sport betrieben hatten, in geringerem Ausmaß auf die rauchbezogenen Bilder ansprachen als Teilnehmer, die inaktiv geblieben waren. Auch blieben die Blicke derjenigen, die sich bewegt hatten, gegebenenfalls für kürzere Zeit an den rauchbezogenen Darstellungen hängen.

    Bereits frühere Studien hätten darauf hingewiesen, dass kurze Bewegungseinheiten, wie etwa ein 15-minütiger flotter Spaziergang, das Verlangen nach einer Zigarette dämpfen können, schreiben die Forscher. Ihre aktuelle Studie sei aber die erste, die mittels exakten Trackings der Blickbewegung belege, dass Sport das Interesse an einer Zigarette vorübergehend mindern könne.

    "Wir sind ständig mit rauchenden Menschen konfrontiert – etwa im Fernsehen, auf Fotos oder in der Realität. Das macht das Aufhören schwieriger", so Studienleiterin Van Rensburg. Es sei sehr spannend herauszufinden, dass schon eine kurze Bewegungseinheit die Macht dieser Bilder offenbar reduzieren kann.


    Quellen: Addiction; eurekalert.org
  • Fettverteilung: Als Apfeltyp anfälliger für Asthma?21.10.2009 - 12:00

    Dass Übergewicht einen Risikofaktor für Asthma bronchiale darstellt, gilt in der Medizin als bekannter Zusammenhang. Nun will ein Forschungsteam aus Kalifornien herausgefunden haben, dass es dabei auch auf die Verteilung der überschüssigen Fettpölster ankommt: Wie Julie von Behren und Kollegen berichten, scheinen Frauen, deren Figur der sogenannten Apfelform entspricht, ganz besonders anfällig für eine asthmatische Erkrankung zu sein.

    Die Apfelform wird von der Birnenform unterschieden und gilt generell als gesundheitlich besonders ungünstige Fettverteilung. Die Apfelfigur zeichnet sich durch einen dicken Bauch aus, während sich das Fett bei der Birnenfigur weiter unten, um die Hüfte herum, ansammelt. Da das Bauchfett eine spezielle Stoffwechselqualität aufweist, werden mit ihm seit einiger Zeit bestimmte erhöhte Erkrankungsrisiken in Verbindung gebracht.

    Entzündungen als Erklärung

    Inwiefern dies auch auf Asthma zutrifft, untersuchten von Behren und Team anhand der Daten von rund 88.300 Lehrerinnen. Wie sie im Fachjournal "Thorax" berichten, waren 13 Prozent der Probandinnen als fettleibig und 1,5 Prozent als extrem fettleibig einzustufen. Bei den Analysen zeigte sich: Extrem fettleibige Frauen hatten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine erst im Erwachsenenalter entstandene asthmatische Erkrankung als fettleibige, und letztere wiederum mit höherer Wahrscheinlichkeit als normalgewichtige.

    Gleichzeitig war auch ein Taillenumfang von über 88 Zentimeter mit erhöhtem Vorkommen der chronischen Atemwegserkrankung verbunden - und zwar auch bei Frauen, die dem Body-Mass-Index nach normalgewichtig waren. "Das viszerale Bauchfett hat eine höhere Stoffwechselaktivität und kann die Entstehung von Entzündungen begünstigen. Diese wiederum kann mit Asthma in Zusammenhang stehen", erklärt von Behren.


    Quellen: Thorax; BBC News
  • Studie: Grüner Tee kann Frauenlungen schützen20.10.2009 - 12:53

    Abwarten und grünen Tee trinken – das lohnt sich aus gesundheitlicher Sicht offenbar vor allem für Frauen. Wie eine Gruppe japanischer Wissenschafter festgestellt hat, dürften Frauenlungen ganz besonders von der grüngelben Tasse mit dem zartherben Geschmack profitieren. So hatten Teetrinkerinnen in der Langzeitstudie von Ikue Watanabe und Kollegen ein messbar geringeres Risiko, an einer Lungenentzündung (Pneumonie) zu versterben. Ein Zusammenhang, den die Forscher bei Männern nicht feststellen konnten.

    Watanabe und sein Team hatten 19.079 Männer und 21.493 Frauen zwischen 40 und 79 Jahren in ihre Untersuchung einbezogen. Niemand unter den Freiwilligen war vor Beginn der Untersuchung an Krebs erkrankt oder hatte einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten. Innerhalb des zwölf Jahre andauernden Beobachtungszeitraums verstarben insgesamt 406 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Pneumonie.

    Eine Tasse pro Tag

    In der Auswertung der Daten wurde ein Zusammenhang mit regelmäßigem Grünteekonsum bei Frauen sichtbar: Laut Studienbericht hatten jene Probandinnen, die täglich etwa eine Tasse grünen Tee zu sich nahmen, ein durchschnittlich 41 Prozent geringeres Risiko infolge einer Lungenentzündung zu sterben. Dieser Zusammenhang habe auch noch bestanden, wenn Faktoren wie Alter, körperliche Fitness, Rauchen und Ernährung in die Auswertung einbezogen wurden, so die Wissenschafter.

    Einen möglichen Grund für diese Beobachtung vermutet das japanische Forschungsteam in Katechinen, die sich in Grüntee finden. Diesen Substanzen werden unter anderem antibakterielle und antivirale Eigenschaften nachgesagt. Warum der Zusammenhang bei Männern offenbar nicht in gleichem Maße besteht und wie er sich genau begründen lässt, können die Studienverantwortlichen allerdings noch nicht sagen: Dazu brauche es weiterführende Forschungen. Die Untersuchung wurde im "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht.


    Quellen: American Journal of Clinical Nutrition; Reuters Health
  • Rauchen: Einmal Gefäßschäden, immer Gefäßschäden?14.10.2009 - 12:45

    Einen triftigen Grund mehr, das Rauchen sein zu lassen, lieferte die 33. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, die jüngst in Dresden stattgefunden hat: Laut einer dort präsentierten Studie des Universitätsklinikums des Saarlandes sind die Gefäßschäden, die durch langjähriges Rauchen verursacht werden, in vielen Fällen nicht mehr umkehrbar.

    Die Forscher hatten Daten von mehr als 20.000 Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck und anderen Risikofaktoren untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Raucher häufiger als Nichtraucher Eiweißausscheidungen im Urin (Mikroalbuminurie) aufwiesen. Derartige Ausscheidungen gelten als Anzeichen für eine gestörte Funktion der Gefäßinnenwand und als früher Hinweis auf Arterienverkalkung. Die Wahrscheinlichkeit einer Mikroalbuminurie zeigte sich allerdings nicht nur bei aktiven, sondern auch bei ehemaligen Rauchern erhöht.

    Das Fazit der Wissenschafter: Rauchen schädige, unabhängig von anderen Risikofaktoren wie hohem Blutdruck oder hoher Herzfrequenz, die Gefäße. Raucherentwöhnung mindere das Risiko zwar, normalisiere es aber nicht mehr vollständig. "Das hat zusätzliche Bedeutung für die Krankheitsentwicklung, weil Eiweißausscheidungen langfristig die Nierenfunktion zusätzlich beeinträchtigen", betont Prof. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.


    Quelle: Pressemitteilung, DGK, idw-online.de
  • Schlafapnoe: Vorsicht hinterm Lenkrad!12.10.2009 - 12:00

    Eine unbehandelte Schlafapnoe kann die Verkehrstüchtigkeit betroffener Autofahrerinnen und Autofahrer beeinträchtigen, führt eine kleine australische Studie vor Augen. Den Ergebnissen zufolge dürften Personen, die an der schlafbezogenen Atemstörung leiden, nicht nur unter normalen Verhältnissen unfallanfälliger sein, sondern auch sensibler auf geringe Mengen Alkohol oder auf Schlafentzug reagieren. Umso wichtiger sei es für Menschen mit Schlafapnoe, stets möglichst frisch ins Auto zu steigen und sich beim Alkoholkonsum zurückzuhalten, betonen Andrew Vakulin und Kollegen.

    Das Forschungsteam von der Universität Adelaide hatte 58 Menschen in die Studie einbezogen – 38 mit unbehandelter Schlafapnoe und 20 gesunde Probanden. An einem Simulator testeten die Teilnehmenden ihr Fahrvermögen 90 Minuten lang unter wechselnden Bedingungen. Dabei stellte sich heraus, dass die unbehandelten Apnoe-Patienten mehr Probleme dabei hatten, über einen längeren Zeitraum die Spur zu halten. Auch kollidierten sie häufiger als gesunde Probanden mit virtuellen Hindernissen.

    Ausgeruht und nüchtern ans Steuer

    Patientinnen und Patienten mit nächtlichen Atemaussetzern reagierten allerdings auch auf Einflüsse, die die Fahrleistung ganz allgemein in Mitleidenschaft ziehen, deutlich empfindlicher: Hatten sie in der Nacht vor der Testfahrt höchstens vier Stunden geschlafen, war ihre Leistung deutlich stärker eingeschränkt als jene von gesunden Probanden mit Schlafentzug. Gleiches galt für den Konsum von geringen Mengen Alkohol.

    Konkret verursachten nach der kurzen Nacht zwölf Apnoe-Patienten in der Simulation einen Unfall, unter geringem Alkoholeinfluss waren es acht. Unter gleichen Bedingungen überstanden dagegen alle gesunden Studienteilnehmer die Fahrt unfallfrei. Allein in den USA soll es in Zusammenhang mit Schlafapnoe jedes Jahr zu 1.400 tödlichen Verkehrsunfällen kommen. Die aktuelle Studie wurde in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht.


    Quellen: Annals of Internal Medicine; Reuters Health
  • Diabetes: Gewichtsverlust gegen die Schlafapnoe30.09.2009 - 12:00

    Wie sehr eine Gewichtsreduktion fettleibigen Menschen mit Diabetes Typ 2 helfen kann, eine ebenfalls vorliegende Schlafapnoe in den Griff zu bekommen, zeigt eine aktuelle US-Studie. Demnach dürfen sich diese Patientinnen und Patienten durch eine Gewichtsabnahme einen signifikanten und klinisch relevanten Rückgang der nächtlichen Atemaussetzer erwarten, berichten die Forscher um Gary D. Foster in den "Archives of Internal Medicine". An der ein Jahr andauernden Untersuchung hatten sich Mediziner und Medizinerinnen von sechs US-amerikanischen Universitäten beteiligt. 264 Probanden zwischen 45 und 75 Jahren waren einbezogen worden.

    Foster und Kollegen untersuchten, wie sich unterschiedliche Maßnahmen zur Gewichtsabnahme auf die Schlafqualität der schwer übergewichtigen Diabetes-Patienten auswirkten: Eine Probandengruppe absolvierte regelmäßige Gruppensitzungen, die auf Veränderungen des Lebensstils abzielten und Ernährungsberatung sowie ein Bewegungsprogramm umfassten. Die zweite Gruppe nahm innerhalb eines Jahres dreimal an Veranstaltungen teil, die über Diabetes-Management anhand von Diät, körperlicher Aktivität und sozialer Unterstützung informierten.

    Nach einem Jahr hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Gruppe wesentlich mehr Gewicht verloren als die Patienten der zweiten Gruppe (10,8 bzw. 0,6 Kilogramm). Auch die Symptome der Schlafapnoe zeigten sich am Ende des Untersuchungszeitraums bei der ersten Gruppe deutlich stärker reduziert. Jene Patientinnen und Patienten, die innerhalb eines Jahres mehr als zehn Kilo abgenommen hatten, konnten ihre Apnoe-Symptomatik den Forschern zufolge am effektivsten mindern.


    Quelle: Archives of Internal Medicine
  • Kinder mit Asthma: Verstärkt das Wetter die Symptome?25.09.2009 - 12:55

    Wenn sich das Wetter ändert, werden mehr Kinder als sonst mit akuten Asthma-Symptomen ins Spital gebracht, berichten Wissenschafter aus den USA. Alan Baptist und Kollegen von der Universität Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan untersuchten, wie sich ein Anstieg oder Abfall von Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur auf die akute Ausprägung der Atemwegserkrankung bei Kindern auswirkt. Ihr Fazit: "In Hinblick auf die Veränderung der Luftfeuchtigkeit dürften Ausmaß und Zeitpunkt größeren Einfluss auf die Verschlechterung der Symptome nehmen als die Frage, ob die Luftfeuchtigkeit sinkt oder ansteigt", schreiben die Forscher in ihrem Studienbericht.

    Das Team um Alan Baptist hatte in einem Kinderspital in Michigan zwei Jahre lang asthmabedingte Notfälle analysiert. In Summe waren mehr als 25.000 Akutfälle einbezogen worden. Die genauen Zusammenhänge sind den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern bislang noch nicht hinreichend klar. Sie vermuten allerdings, dass der Wetterumschwung Entzündungsreaktionen in den Atemwegen verstärkt. Die Studie wurde in den "Annals of Allergy, Asthma and Immunology" veröffentlicht. 


    Quellen: Annals of Allergy, Asthma and Immunology; Reuters Health
  • Psyche: Rauchstopp trotz kranker Seele?22.09.2009 - 12:00

    Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen rauchen – und ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte haben oftmals Scheu, sie zum Rauchstopp zu bewegen. Das zeigt ein aktueller Bericht von US-Forschern um den Nikotinsucht-Experten Brian Hitsman von der Northwestern University in Illinois, der im "Journal of Psychiatry" veröffentlicht wurde. Dahinter stecke die Angst vieler Mediziner, dass sich das psychische Leiden der Patienten verstärken könnte, wenn diese zu rauchen aufhören.

    Eine Angst, die allerdings unbegründet sei: "Nicht eine einzige Studie zeigt, dass sich die Symptome psychischer Erkrankungen durch den Rauchstopp verstärken würden", so Hitsman. Mit seinem Team hatte der Wissenschafter 13 Studien zur Frage ausgewertet, wie sich eine Rauchstopp-Therapie auf die Symptome psychischer Erkrankungen auswirkt. Sieben der Untersuchungen hätten eine leichte Verbesserung des psychiatrischen Krankheitsbildes durch den Rauchverzicht gezeigt, sechs Studien hingegen keinerlei Einfluss belegt.

    Bis zu zwei Schachteln täglich

    Es sei überaus wichtig, dass Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen therapeutisch dabei unterstützt werden, vom Rauchen loszukommen, so die Wissenschafter: "Viele spezialisierte Mediziner konzentrieren sich voll und ganz auf die psychiatrische Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten – und vergessen darüber oft auf deren körperliche Gesundheit", beklagt Studienleiter Hitsman.

    Die Forscher haben auf Basis ihrer Erhebungen einen Behandlungsleitfaden für die Nikotinabhängigkeit psychisch kranker Menschen erstellt. Sie gehen davon aus, dass 40 bis 80 Prozent der Menschen mit einer psychischen Erkrankung täglich rauchen, oft bis zu zwei Schachteln pro Tag. Bei den nicht psychisch Erkrankten treffe dies vermutlich auf rund 20 Prozent zu. Dementsprechend seien auch rauchassoziierte Erkrankungen bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen häufiger – in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.


    Quelle: Journal of Psychiatry
  • Raucher: Bluthochdruck bleibt oft unentdeckt31.07.2009 - 12:00

    Viele Raucherinnen und Raucher wissen nicht, dass sie Bluthochdruck haben. Dabei wäre es bei Nikotinkonsumenten besonders wichtig, dass ein dauerhaft erhöhter Blutdruck auch entdeckt wird. Auf diese Problematik weist ein britisches Forscherteam hin, das der Frage nachgegangen ist, inwieweit bei Nikotinkonsumenten in Großbritannien Bewusstsein über das Vorliegen von Bluthochdruck (Hypertonie) besteht.

    Wie Lion Shahab und Kollegen im "European Journal of Cardiovascular Prevention & Rehabilitation" festhalten, wird in medizinischen Richtlinien empfohlen, bei Rauchenden besonderes Augenmerk auf die Behandlung einer Hypertonie zu legen. Denn die Kombination von Nikotinkonsum und Bluthochdruck geht mit einem massiv gesteigerten Risiko für folgenschwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
    Im Rahmen der aktuellen Studie wertete das Wissenschafterteam die Daten von 20.202 Erwachsenen aus und führte Messungen des Blutdrucks durch.

    Das Ergebnis: Raucherinnen und Raucher, bei denen den Messungen zufolge Bluthochdruck vorlag, wussten darüber weniger oft Bescheid als nichtrauchende Probanden. Nur die Hälfte der Nikotinkonsumenten mit Hypertonie gab an, Ã¼ber die Erkrankung auch Bescheid zu wissen. Es gelte daher, verstärkte Bemühungen zur Feststellung von Hypertonie in dieser Personengruppe an den Tag zu legen, folgert das Forscherteam. Dafür spricht zusätzlich, dass nikotinabhängige Menschen durch die Diagnose Hypertonie verstärkt zum Rauchstopp motiviert werden, wie die Datenanalyse ebenfalls nahelegt.


    Quellen: European Journal of Cardivascular Prevention & Rehabilitation; BBC News
  • Tierische Filmhelden: Warnung vor spontanem Hamsterkauf30.07.2009 - 12:25

    Tierschützer zeigen sich besorgt, dass der hierzulande im Herbst startende Kinderfilm "G-Force" viele Menschen zum unüberlegten Kleintier-Kauf veranlassen könnte. Die Helden des Animationsfilmes sind nämlich Meerschweinchen. Doch nicht nur die Sorge um die artgerechte Haltung der Tiere treibt so manchen Tierfreund um. Auch vor negativen Folgen des Tierbesitzes für die – oft recht jungen – Besitzer von Hamster, Meerschweinchen & Co wird gewarnt: So sei es ratsam, vor dem Kauf eines Haustieres alle Familienmitglieder auf eventuelle Allergien gegen das Tier, Heu oder Einstreu zu testen, rät etwa SPÖ-Tierschutzsprecher Dietmar Keck in einer aktuellen Aussendung.


    Quelle: Pressemitteilung
  • Asthma: Bodennahes Ozon setzt Kindern zu27.07.2009 - 12:10

    Für Kinder mit Asthma kann bodennahes Ozon ernst zu nehmende gesundheitliche Folgen haben - und zwar auch in ländlichen Gebieten mit vergleichsweise geringer Abgasbelastung. Das zeigt eine Studie portugiesischer Forscher, die im Fachjournal "Allergy" publiziert wurde. Das Team um Maria da Conceição Machado Alvim Ferraz von der Universität Porto hatte 478 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren in seine Untersuchung einbezogen, die Ozon-Konzentration in verschiedenen Gebieten gemessen und den Verlauf kindlicher Asthma-Erkrankungen erfasst.

    Die Analyse der Daten habe gezeigt, dass das bodennahe Ozon auch in ländlichen Regionen einen verstärkenden Effekt auf bestehende Asthma-Erkrankungen hatte. "Etliche Studien in der Vergangenheit haben einen engen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Verschlechterungen von Asthma gezeigt", so Studienautorin Alvim Ferraz. Die aktuelle Untersuchung bekräftige nun den schädlichen Einfluss von Ozon auf den Verlauf der entzündlichen Atemwegserkrankung.

    Bodennahes Ozon kann unter anderem zu Reizungen der Augen und der Atemwege führen. Es wird im Sonnenlicht aus Sauerstoff und bestimmten Vorläufersubstanzen gebildet, zu denen vor allem Stickstoffoxide aus Kfz-Abgasen sowie leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe aus Industrie und Gewerbe zählen.


    Quellen: Allergy; Reuters; bundesumweltamt.at
  • My Smoke: Fördert Social Networking das Rauchen?23.07.2009 - 12:00

    Social-Networking-Plattformen, die dem sozialen Austausch und der virtuellen Pflege von Freundschaften dienen, sind bei vielen jungen Menschen ausgesprochen beliebt. Auf zahlreichen dieser Websites werden die Heranwachsenden allerdings mit tabakbezogenen Inhalten konfrontiert, wie eine aktuelle US-Studie jetzt zeigt. Demnach kommen junge Userinnen und User über derartige Seiten am häufigsten mit tabakbezogenen Inhalten im Netz in Kontakt.

    346 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren hatten sich an der Studie beteiligt. Sie sollten ein Monat lang ihr gewohntes Surf- bzw. Nutzungsverhalten im Internet beibehalten. Dabei wurde erhoben, wie viele Inhalte mit Tabak- bzw. Rauchbezug sie zu Gesicht bekamen. 53 Prozent der in der Studie entdeckten tabakbezogenen Inhalte fanden sich den Forschern zufolge auf der werbefinanzierten Plattform "MySpace", auf der Userinnen und User kostenlos persönliche Inhalte online stellen können.

    Die Untersuchung wurde von Alain Joffe von der Johns Hopkins University und seinem Team durchgeführt und soll in der August-Ausgabe des Fachjournals "Pediatrics" veröffentlicht werden. Joffe äußerte bereits vorab die Sorge, dass die Verbreitung von rauchbezogenem Content auf Social-Networking-Plattformen zu einem Anstieg bei jugendlichen Rauchern führen könnte.


    Quelle: Pediatrics; medicalnewstoday.com
  • Große Hitze: Ozonalarm in Teilen Österreichs23.07.2009 - 12:00

    Laut einer Aussendung des Ozonwarndienstes der Stadt Wien wurde die informationsrelevante Menge an bodennahem Ozon zuletzt in Teilen Österreichs überschritten. Betroffen ist demnach das "Ozonüberwachungsgebiet 1 Nordostösterreich". Gemessen wurde eine Ozonkonzentration von 182 mg/m3 als Mittelwert pro Stunde. Nach Angaben der Einrichtung dürfte die Informationsschwelle von 180 mg/m3 auch am Donnerstag überschritten werden.

    Eine derart hohe Ozonkonzentration könne zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atembeschwerden führen, so der Warndienst. Gefährdete und sensible Personen wie Kinder, ältere Menschen, Personen mit empfindlichen Bronchien, Asthma oder anderen Erkrankungen der Atemwege und/oder des Herzens sollten ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien vermeiden – insbesondere zu Mittag und am frühen Nachmittag.

    Der normale Aufenthalt im Freien, wie Spaziergänge, Baden oder Picknicken, sei aber auch für gefährdete Personen unbedenklich. Auf nicht unbedingt notwendige Autofahrten sollte allerdings verzichtet und auf den öffentlichen Verkehr ausgewichen werden. Um die ohnehin schon hohe Ozonbelastung nicht weiter zu steigern.


    Quelle: Ozonwarndienst / Pressemitteilung
  • Asthma bei Kindern: Gestresste Eltern als Risiko?22.07.2009 - 12:00

    Wenn Mama und Papa häufig unter psychischem Stress leiden, könnte das einer aktuellen Studie zufolge beim Nachwuchs das Asthma-Risiko heben. Zumindest dann, so die Forscher der University of Southern California in Los Angeles, wenn krankheitsbegünstigende Faktoren dazukommen - etwa Rauchen der Mutter in der Schwangerschaft und Luftverschmutzung durch Autoabgase.

    "Wir haben herausgefunden, dass jene Mädchen und Buben das größte Asthma-Risiko hatten, die sowohl einer Atemluftverschmutzung vor der Geburt und in den ersten Lebensjahren als auch großem Stress in ihrer familiären Umgebung ausgesetzt waren", so Studienleiter Rob McConnell. Mamas oder Papas Stresspegel alleine könne dagegen nicht für eine Erkrankung der Kinder verantwortlich gemacht werden.

    Schädliche Mischung

    Allerdings hätten Kinder, die früh Tabakrauch und Autoabgasen ausgesetzt und deren Eltern oft gestresst waren, innerhalb des Untersuchungszeitraums ein um 51 Prozent höheres Erkrankungsrisiko gezeigt als Kinder entspannter Eltern unter denselben negativen Einflüssen. Die Forscher beobachteten drei Jahre lang 2.497 Kinder zwischen fünf und neun Jahren. Zu Studienbeginn war keines der Kinder an Asthma erkrankt.

    Die Stressanfälligkeit der Eltern wurde mittels Fragebogen erhoben, zudem sammelten die Forscher Daten zu Luftverschmutzung und zur Tabakrauch-Exposition der Kinder während der Schwangerschaft ihrer Mütter. Den Forschern zufolge entwickelten 120 Kinder innerhalb des Studienzeitraums Asthma. Die Studie wurde im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.


    Quellen: Proceedings of the National Academy of Sciences; Reuters Health; BBC News
  • Krebs: Lebensstil beeinflusst Überleben20.07.2009 - 12:00

    Frauen mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand haben im Fall einer Krebserkrankung schlechtere Überlebenschancen. Und zwar aufgrund eines vergleichsweise ungesunden Lebensstils, wie norwegische Forscher auf Basis einer aktuellen Untersuchung meinen. "Wir sehen, dass ein niedriger sozioökonomischer Status nicht per se einen Risikofaktor darstellt. Was zählt, sind vielmehr der individuelle Lebensstil und das persönliche Verhalten", gibt Studienleiterin Tonje Braaten von der Universität Tromsø an.

    Dass Menschen mit schwachem sozialem Hintergrund bei der Diagnose Krebs geringere Überlebenschancen haben, sei schon länger bekannt, erklärt die nordische Medizinerin. Im Detail habe man bislang aber nicht erklären können, warum das so ist. Braaten und ihr Team werteten die Daten von 91.814 Frauen aus, die im Rahmen einer breit angelegten Studie in Norwegen zwischen 1996 und 1998 einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt hatten. Bis zum Jahr 2004 wurde bei 3.899 dieser Frauen Krebs diagnostiziert. 919 Teilnehmerinnen waren ihrer Erkrankung zu diesem Zeitpunkt bereits erlegen.

    Auf Basis der Angaben der Probandinnen wollen die Forscherinnen und Forscher folgenden Zusammenhang festgestellt haben: Mit zunehmender Dauer der Ausbildung einer Frau und der Höhe des Haushaltseinkommens gehe das Risiko, an einer diagnostizierten Krebserkrankung zu sterben, zurück. Bildung schien dabei die größte Rolle zu spielen, berichtet das Team im Open-Access-Journal "BMC Public Health". So würden etwa zwischen Bildungsstand und Rauchverhalten Zusammenhänge bestehen, sind Braaten und Kollegen überzeugt. In der vorliegenden Studie jedenfalls habe das Rauchverhalten beträchtlichen Anteil an dem erhöhten Sterberisiko von Krebspatientinnen mit geringerem Bildungsstand gehabt.  


    Quellen: BMC Public Health; Reuters Health
  • Krise: Schlechte Zeiten für den Rauchstopp25.06.2009 - 12:00

    In der Krise rauchen vielerorts nicht nur die Köpfe. Auch greifen mehr Menschen als sonst zur Zigarette, und viele Raucher vertagen das Aufhören auf "bessere Zeiten". Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung unter 877 britischen Raucherinnen und Rauchern, die die Forschungsgesellschaft Ipsos Mori im Auftrag eines Herstellers von Nikotinersatzprodukten durchgeführt hat.

    Laut Bericht der BBC gab jeder oder jede Vierte an, seit Beginn der Wirtschaftskrise mehr zu rauchen. 23 Prozent haben bestehende Pläne für den Rauchstopp bis auf weiteres verschoben. 28 Prozent gaben zu Protokoll, von Job- und Geldsorgen in den letzten Monaten zu gestresst gewesen zu sein, um der Zigarette erfolgreich abschwören zu können. 46 Prozent fühlten sich nach eigenen Angaben durch die derzeitige Situation gestresster als sonst, und 73 Prozent empfinden das Rauchen von Zigaretten in dieser Lage als "entspannend".

    Die britische Gesundheitsexpertin Jennifer Percival ist von diesem Ergebnis alarmiert. Vor allem die Tatsache, dass viele Raucher den Rauchstopp vertagen, verlange nach Maßnahmen: "Denn je früher jemand zu rauchen aufhört, desto besser." Es gelte, aufhörwilligen Rauchern effektive Unterstützung auf ihrem Weg aus der Sucht anzubieten. Die Umfrage zeigt übrigens auch, dass Geld für wenige Raucher ein Argument fürs Aufhören ist: 42 Prozent sparen lieber bei Kleidung oder beim täglichen Einkauf.


    Quelle: BBC News
  • Jugend TV: Fördern die Simpsons das Rauchen?18.06.2009 - 12:07

    Populäre Fernsehserien wie etwa die "Simpsons" fördern nach Meinung eines australischen Forschers das Rauchen bei jungen Zuseherinnen und Zusehern – und zwar schlicht dadurch, dass in vielen Szenen geraucht wird. Guy Eslick von der Universität Sydney beruft sich auf eine Medienanlayse, die er mit Kollegen durchgeführt hat: Die Forscher werteten rund 400 Folgen der "Simpsons" aus und machten dabei 795 Situationen aus, in denen geraucht wurde. In 35 Prozent der Fälle sei das Rauchen dabei als negativ, in zwei Prozent als positiv und in 63 Prozent der Fälle neutral dargestellt worden.

    Eslick geht davon aus, dass die schlichte Darstellung von Rauchen als Tätigkeit – unabhängig vom Kontext – den Griff zur Zigarette bei den Zuseherinnen und Zusehern fördert: "Je häufiger Kinder und Jugendliche in Film und Fernsehen Zigaretten sehen, umso eher fangen sie selber mit dem Rauchen an", ist der Forscher überzeugt. Und zwar unabhängig davon, ob das Rauchen in der Darstellung positiv oder negativ besetzt sei. Die Untersuchung wurde im "Medical Journal of Australia" veröffentlicht.


    Quellen: Medical Journal of Australia; news-medical.net
  • Arbeit mit Holz kann die Atemwege schädigen04.06.2009 - 12:00

    Tägliches Husten, chronische Bronchitis: Die Arbeit in der Holzindustrie schlägt sich einer aktuellen Langzeitstudie zufolge auf die Atemwege. Allerdings, so berichten die Studienautoren aus Dänemark, zeigte sich dieser Zusammenhang nur bei weiblichen Beschäftigten in der Branche. Das Team von der Universität Ǻrhus und dem Universitätsspital Ǻrhus hatte 1.137 Männer und 240 Frauen, die in der Holzindustrie tätig waren, sechs Jahre lang begleitet. Zudem erhoben sie das Ausmaß der Belastung mit Holzstaub, dem die Arbeitnehmenden ausgesetzt waren. Bei Frauen zeigte sich: Je höher das Staubaufkommen, desto eher entwickelten die Holzarbeiterinnen täglichen Husten oder chronische Bronchitis, geben die Forscher im "European Respiratory Journal" an.


    Quellen: European Respiratory Journal; Reuters Health
  • Schwanger rauchfrei: Neue Broschüre für werdende Mütter27.05.2009 - 12:00

    Rauchen in der Schwangerschaft kann Mutter und Baby schaden – das weiß heute jedes Kind. Dennoch greifen hierzulande 20 bis 30 Prozent der werdenden Mütter auch während der heiklen neun Monate regelmäßig zum Glimmstängel. Nur jede zweite Raucherin gibt während einer Schwangerschaft den Zigarettenkonsum gänzlich auf, und 56 Prozent der Frauen beginnen nach der Entbindung wieder mit dem Rauchen. Diese alarmierenden Zahlen hat die niederösterreichische Landesrätin Karin Scheele dieser Tage der Öffentlichkeit präsentiert. Anlass war die Vorstellung einer neuen Kampagne, die schwangere Frauen von der Zigarette wegbekommen möchte.

    Dazu gehört ein kostenloser Folder mit dem Titel "Rauchfrei für mich und mein Kind", der in einer Auflage von 30.000 Stück unter anderem in Arztpraxen, Ämtern und Apotheken aufliegen soll. Für werdende Mütter sei ein sofortiger Rauchstopp besonders wichtig, so Scheele, oft fehle es aber an Information und Unterstützung. Vom Verzicht auf die Zigarette profitiert nicht nur die Mutter selbst: "Das Risiko von Fehl- und Frühgeburten verringert sich. Das Kind hat größere Chancen, normalgewichtig auf die Welt zu kommen." Zudem sinken die Risiken für Atemwegsprobleme und für einen plötzlichen Kindstod.


    Quelle: Pressemitteilung / Niederösterreichische Landesregierung
  • Nichtrauchertag: Breites Programm in den nächsten Tagen26.05.2009 - 12:00

    Anlässlich des Weltnichtrauchertages stehen diese Woche in Österreich zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Rauchstopp auf dem Programm. Das Motto des seit 1987 jährlich am 31. Mai veranstalteten Tages lautet heuer "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Angesprochen ist damit die Forderung mancher Organisationen, die derzeit verbreiteten textlichen Warnhinweise um abschreckende Bilder zu ergänzen. Abgesehen von dieser Schwerpunktsetzung steht der Nichtrauchertag freilich auch dieses Jahr im Zeichen der Prävention und des Rauchstopps. Dazu sind hierzulande unter anderem folgende Aktionen geplant:

    Beim Shoppen in Graz. In Graz macht am 29. und 30. Mai die österreichweite Initiative "Smoking statt smoking" Station. Der Titel der Kampagne spielt auf den Tausch der Zigarette gegen einen Smoking als Symbol für ein luxuriöses Leben an. Der Aktion, für die der Sozialmediziner Michael Kunze, das Nikotininstitut und das Pharmaunternehmen Pfizer verantwortlich zeichnen, geht es darum, die Vorteile eines Rauchstopps zu unterstreichen. Das sind nach Meinung der Initiative unter anderem "Geld, Genuss und Sinnlichkeit" – Aspekte, die bei der Smoking-statt-smoking-Tour im Mittelpunkt stehen. Am Freitag und Samstag ist die Kampagne jeweils ganztägig in der Grazer Shopping City Seiersberg zu Gast – unter anderem mit Infoständen und Beratungsangeboten rund um das Thema Rauchstopp.

    Beim Bahnfahren am Donnerstag. Wer am Donnerstag eine Zugfahrt unternimmt, kann die Zeit im Waggon ebenfalls für eine Raucherberatung nutzen: Die österreichische Sozialversicherung veranstaltet gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen die Aktion "Rauchfrei auf Schiene". Dabei können Fahrgäste auf bestimmten Strecken Kohlenmonoxidmessungen und Abhängigkeitstests durchführen lassen sowie Infomaterial mit auf die Reise nehmen. Die Rauchberater fahren am 28. Mai auf folgenden Strecken mit: Wien – Salzburg (Abfahrt 11.40 Uhr und retour), Graz Wien (Abfahrt 10.26 Uhr und retour), Graz – Bruck an der Mur (Abfahrt 11.26 Uhr und retour), Wien – Bruck an der Mur (Abfahrt 10.56 Uhr und retour).

    In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Auch die EU-Kampagne "HELP – Für ein rauchfreies Leben" ist in den kommenden Tagen aktiv: Sie informiert über die Gefahren des Rauchens, bietet Tests an und gibt Tipps zum Aufhören. Stationen der Initiative sind: Am 28. Mai von 9 bis 18 Uhr bei LaufWunder09 in der HTL Mödling (Technikerstraße 1-5, 2340 Mödling), am 30. Mai von 10 bis 18 Uhr beim Boulder Weltcup in der Kletterhalle Wien (Erzherzog Karl Straße 108, 1220 Wien) sowie am 31. Mai von 10 bis 17 Uhr im Strandbad Podersdorf (Hauptdamm-Mole, 7141 Podersdorf am See).

    Bei den Krankenkassen in Klagenfurt und Salzburg. Einzelne Gebietskrankenkassen haben ebenfalls ein Programm für den Nichtrauchertag vorgesehen: Die Kärntner Gebietskrankenkasse lädt Kunden und Interessierte am 29. Mai zu einer Info-Veranstaltung im Eingangsbereich der GKK-Hauptstelle in Klagenfurt (Kempfstr. 8, 9021 Klagenfurt). Von 8 bis 12 Uhr stehen Expertinnen der Raucherberatung den Besuchenden mit Rat und Tat zur Seite. Die Salzburger Gebietskrankenkasse veranstaltet am 27. Mai einen Gesundheits-Informationstag zum Thema. Von 9 bis 14 finden dort Raucherberatungen und Lungenfunktionsmessungen statt (Engelbert-Weiß-Weg 10, 5020 Salzburg).


    Quellen: who-nichtrauchertag.de; rauchertelefon.at; ots.at; kgkk.at; sgkk.at; www.smoking-statt-smoking.at
  • Allergie: Ab Mitte der Woche vermehrte Gräserpollenbelastung20.05.2009 - 12:02

    Pollenallergiker aufgepasst! Nach Information des heimischen Pollenwarndienstes nimmt die Konzentration von Gräserpollen durch die steigenden Temperaturen in den Niederungen derzeit stark zu.
    Ab Mitte dieser Woche sollten sensible Menschen daher mit einer verstärkten Belastung rechnen: "Im Flachland sind Ampfer und Wegerich sowie Holunder und Robinie in Blüte und können gelegentlich Beschwerden verursachen", heißt es. Regional werden diese Belastungen durch Platanen-, Buchen-, Roggen- und Rosskastanienpollen verstärkt. Über einer Seehöhe von 900 Meter dürfte es laut den Experten und Expertinnen vom Pollenwarndienst noch kurze Zeit "einigermaßen erträglich" bleiben. Dort kann allerdings die Grünerle zu leichten allergischen Reaktionen führen.


    Quelle: Österreichischer Pollenwarndienst
  • Kinder: Zusammenhang zwischen Übergewicht Allergie?08.05.2009 - 12:00

    Fettleibige Kinder und Jugendliche haben ein bis zu 26 Prozent höheres Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Das geben US-amerikanische Forscher mit Verweis auf eine aktuelle Studie an, in die sie mehrere tausend Heranwachsende einbezogen haben. Das Team um Darryl Zeldin vom National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) vermag zwar nicht eindeutig zu sagen, ob die Fettleibigkeit ursächlich mit der Entwicklung von Allergien in Verbindung steht. Die Wissenschafter sind aber davon überzeugt, dass eine bessere Betreuung von jungen Menschen mit Adipositas die Häufigkeit von Allergien und Asthma im Jugendalter senken kann. Die Studie wurde im "Journal of Allergy and Clinical Immunology" veröffentlicht.

    "Wir konnten einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Allergien feststellen", so Co-Autorin Stephanie London. Insbesondere gelte dies für Nahrungsmittelallergien: "Fettleibige Kinder haben um 59 Prozent häufiger eine Nahrungsmittelallergie als normalgewichtige." Die Wissenschafter hatten 4.000 Kinder und Heranwachsende zwischen zwei und 19 Jahren in ihre Untersuchung einbezogen. Es habe sich gezeigt, dass dicke und fettleibige Kinder eine höhere Anzahl von Antikörpern gegen bestimmte Allergene aufwiesen. Wie genau Fettleibigkeit und Allergierisiko zusammenhängen, muss den Forschern zufolge in weiteren Studien untersucht werden.


    Quellen: Journal of Allergy and Clinical Immunology; Reuters Health
  • Rauchen: Jugendlichen fällt das Aufhören schwer07.05.2009 - 12:39

    Jungen Raucherinnen und Rauchern fällt es trotz vergleichsweise kurzer "Rauchergeschichte" oftmals nicht leicht, das Laster sein zu lassen. Darauf weist eine aktuelle Publikation US-amerikanischer Wissenschafter von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hin. "Obwohl sie erst relativ kurz rauchen, sind viele Jugendliche nikotinsüchtig", schreiben die Forscher im "Morbidity and Mortality Weekly Report", einer wöchentlichen Publikation der CDC. Diese Nikotinabhängigkeit lasse die Jugendlichen täglich zur Zigarette greifen.

    Die Forscher hatten in ihre Untersuchung rund 14.000 Mädchen und Burschen zwischen 14 und 19 Jahren einbezogen. Es habe sich gezeigt, dass über 60 Prozent der Teilnehmer, die täglich rauchten, gerne damit aufhören wollten. Doch nur rund zwölf Prozent der Aufhörwilligen brachten nach Angaben der Forscher den Rauchstopp binnen zweier Jahre auch zuwege. Das Geschlecht der jungen Raucherinnen und Raucher hatte laut den Forschern keinen Einfluss auf diesen Erfolg. Sehr wohl aber ihr Alter: Je jünger die Probanden waren, desto eher gelang es ihnen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Dies dürfte den Wissenschaftern zufolge mit der weniger ausgeprägten Nikotin-Abhängigkeit bei jüngeren Probanden, die in der Regel erst kürzere Zeit oder weniger rauchen, zu tun haben. "Unsere Erhebung zeigt, wie wichtig es ist, schon junge Menschen mit gezielter Rauchstopp-Beratung anzusprechen", heißt es im Bericht der Wissenschafter. Damit junge Menschen gar nicht erst zu rauchen beginnen, seien zudem staatliche Maßnahmen notwendig, wie mehr rauchfreie Räume, Medienkampagnen oder Raucherpräventionsprogramme an Schulen.


    Quellen: Morbidity and Mortality Weekly Report; Reuters Health
  • Welt-Asthma-Tag: Früh diagnostizieren, gut kontrollieren05.05.2009 - 12:00

    Der diesjährige Welt-Asthma-Tag am 5. Mai legt den Fokus auf die frühzeitige Diagnose der entzündlichen Atemwegserkrankung sowie auf die vorhandenen Möglichkeiten, auftretende Beschwerden zu kontrollieren. Die Botschaft des von der Global Initiative for Asthma (GINA) initiierten Tages lautet, dass man mit Asthma gut leben kann – vor allem, wenn die Erkrankung früh diagnostiziert und richtig behandelt wird. Das betont auch die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP): "Nur wenn rechtzeitig mit der Therapie begonnen wird, kann noch eine 30- bis 40-prozentige Verbesserung der Lungenfunktion erreicht werden", weiß Asthma-Experte Univ.-Doz. Felix Wantke von der ÖGP.

    Setzt die Therapie hingegen erst nach zwei bis fünf Jahren ein, sei nur mehr eine Verbesserung von fünf bis zehn Prozent zu erreichen. In der Asthma-Behandlung orientiere man sich gegenwärtig weniger an gestuften Schweregraden der Erkrankung als vielmehr an der bestmöglichen Kontrolle der Symptome. Zu diesen zählen vor allem Husten, Atemnot, Engegefühle in der Brust und eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Ziel der Behandlung müsse es sein, die Symptomkontrolle – also die weitgehende Beschwerdefreiheit – mit so wenigen Medikamenten wie möglich zu erreichen, erklärt der Lungenfacharzt. Wantke: "Asthma ist bei fast allen Patienten gut kontrollierbar."


    Quellen: ÖGP; Ärzte Zeitung Online; Lungenliga Schweiz
  • Kakerlaken Co: Ungeziefer als Gesundheitsschädlinge05.05.2009 - 12:00

    Insekten und Ungeziefer im Haushalt werden oft nur als lästige Störenfriede wahrgenommen, sie können jedoch auch der Gesundheit schaden. Darauf weist die US-amerikanische National Pest Management Association (NPMA) hin, eine Vereinigung, die sich der Handhabung von Schädlingen verschrieben hat. Zu den möglichen gesundheitlichen Problemen, die mit einem Ungezieferbefall der eigenen vier Wände einhergehen können, zählen demnach vor allem Allergien, Asthma und Salmonellen-Erkrankungen.

    So können etwa Ratten und andere wild lebende Nagetiere weiteres unwillkommenes Getier mit ins Haus bringen – darunter Flöhe, Läuse oder Milben. Kommen Ratten und Konsorten in den Kontakt mit Lebensmitteln, verunreinigen sie diese möglicherweise durch Fäkalien, die Salmonellen-Erkrankungen oder Hantaviren übertragen können. Zahlreiche Erreger verbreiten auch die wenig beliebten Kakerlaken, deren Ausscheidungen bei empfindlichen Menschen zudem Asthmaanfälle hervorrufen können. Ebenso sind stechende Insekten wie Wespen oder Hornissen regelmäßig für Aufenthalte allergischer Personen im Krankenhaus verantwortlich.

    Um einen Einzug unerwünschter Hausgenossen zu verhindern, empfiehlt die NPMA, sowohl Lebensmittel als auch Müll in verschlossenen Behältern aufzubewahren. Da sich manche Insekten in stehendem Wasser fortzupflanzen belieben, sollten Wasseransammlungen in Haus und Garten vermieden werden. Blumentopfuntersetzer sollten geleert, Plastikplanen von Wasserlachen befreit werden. Um den ungeladenen Gästen den Eintritt ins Haus zu erschweren, gilt es weiters, Risse, Spalten und Löcher an den Hauswänden zu schließen. In hartnäckigen Fällen sollten professionelle Schädlingsbekämpfer zu Rate gezogen werden, meint man bei der Non-Profit-Organisation.


    Quellen: medicalnewstoday.com; NPMA
  • Pollen Sporen: Negativer Einfluss auf Neugeborene?27.04.2009 - 12:00

    Babys, deren erste Lebensmonate mit der Hochsaison des Pollenflugs zusammenfallen, könnten einer aktuellen Studie zufolge ein erhöhtes Asthma-Risiko haben. So hat die Studie von Kim G. Harley und ihren Kollegen von der University of California in Berkeley gezeigt, dass Kinder, die in dieser Lebensphase von einer hohen Schimmelpilz- oder Pollenbelastung umgeben sind, im Alter von zwei Jahren signifikant öfter keuchend atmen – was die Forscher als möglichen Vorboten einer späteren asthmatischen Erkrankung deuten.

    Die Studie hatte 514 Kleinkinder umfasst. Die Forscher gehen auf Basis ihrer Daten davon aus, dass eine Geburt in der "pilzreicheren" Saison, die in Herbst und Winter zu verzeichnen ist, das Risiko für keuchendes Atmen nahezu verdreifacht. Auch eine gesteigerte Pollenbelastung innerhalb der ersten drei Lebensmonate führe zu einer Erhöhung dieses Risikos, meinen Harley und Kollegen. Die Studie wurde im Fachjournal "Thorax" veröffentlicht.


    Quellen: Thorax; Reuters Health
  • Smoking statt Smoking: Vom Noch-Raucher zum Nicht-Raucher24.04.2009 - 12:57

    Geld, Genuss und Sinnlichkeit – mit diesen positiv besetzten Begriffen wirbt eine Initiative in den nächsten Wochen für den Rauchstopp. Im Vorfeld des von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierten alljährlichen Welt-Nichtraucher-Tages am 31. Mai soll bei mehreren Veranstaltungen "allen Noch-Rauchern" ein hedonistischer Zugang zum Nichtrauchen vermittelt werden. Der Titel der Initiative, die vom Pharmakonzern Pfizer getragen wird, ist dementsprechend "Smoking statt Smoking".

    Bei Veranstaltungen am 22. und 23. Mai in der Wiener Shopping City Süd sowie am 28. und 29. Mai in der Shopping City Seiersberg bei Graz können Interessierte "einen Einblick in ein rauchfreies Luxusleben" gewinnen, wie es in einer Aussendung der Initiative heißt. Ziel sei es, verschiedene Entwöhnungsmethoden anstatt der üblichen Angstbotschaften vorzustellen und den persönlichen Nutzen hervorzuheben, den der Rauchstopp mit sich bringt. "Denn wer mit dem Smoking aufhört, kann sich sehr schnell einen Smoking kaufen!"


    Quelle: Presseaussendung
  • Schwangerschaft: Wie wichtig ein früher Rauchstopp ist15.04.2009 - 12:00

    Werdende Mütter, die in den ersten 15 Wochen der Schwangerschaft zu rauchen aufhören, haben ein vergleichbares Risiko wie Nichtraucherinnen, ein Frühchen oder ein zu kleines Baby auf die Welt zu bringen. Das wollen australische Forscher um Lesley M. E. McCowan von der Universität Adelaide herausgefunden haben. Ihre Studie mit rund 2.500 Frauen habe gezeigt, dass "die ernsten und schädlichen Folgen des Rauchens rückgängig gemacht werden können, wenn die Frau sehr früh in der Schwangerschaft damit aufhört". Das schreiben die Forscher im "British Medical Journal", in dem die Untersuchung veröffentlicht wurde.

    McCowan und ihr Team hatten die Probandinnen, allesamt zum ersten Mal schwanger, in drei Gruppen eingeteilt: eine Frauengruppe hatte noch nie geraucht, eine rauchte aktuell und eine hatte in der Vergangenheit geraucht, damit aber innerhalb der ersten 15 Schwangerschaftswochen aufgehört. Es habe sich gezeigt, dass diese Neo-Nichtraucherinnen und jene Frauen, die schon immer abstinent gewesen waren, gleich oft Frühgeborene oder zu kleine Kinder zur Welt brachten – in beiden Gruppen lag die Frühchenquote bei vier Prozent, die der zu kleinen Kinder bei zehn Prozent.

    Anders bei den unverändert rauchenden Frauen: Bei den Probandinnen, die die gesamte Schwangerschaft über geraucht hatten, war jedes zehnte Kind ein Frühchen. Und 17 Prozent dieser Frauen brachten ein zu kleines Kind zur Welt. Nach Angaben der Forscher hatten rauchende Schwangere in Hinblick auf beide Ereignisse ein signifikant höheres Risiko. "Mediziner und Medizinerinnen sollten werdende Mütter dabei unterstützen, möglichst früh in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören", schreiben die Wissenschafter. Dafür sei es notwendig, die massiven gesundheitlichen Vorteile herauszustreichen, die ein früher Rauchstopp mit sich bringt.


    Quellen: British Medical Journal; Reuters Health
  • Raucherwitwe gewinnt Klage gegen Tabakkonzern02.04.2009 - 12:37
    800.000 US-Dollar: Das ist die Summe, die Mayola Williams, US-Amerikanerin und Witwe eines vor zehn Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Rauchers, nun vom Obersten Gerichtshof in Washington als Entschädigung zugesprochen bekommen hat. Williams hatte den Zigarettenhersteller Philipp Morris für den Tod ihres Gatten verantwortlich gemacht und geklagt. Nach dem zehnjährigen Rechtsstreit muss Philipp Morris nun laut einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" insgesamt 145 Millionen US-Dollar zahlen.

    Diese Summe ergibt sich durch einen nach amerikanischem Recht fälligen Strafzuschlag – er ist 97 Mal so hoch wie die Entschädigung. Dazu kommen Zinsen. Rund 60 Prozent der Summe sollen laut Bericht an einen Fonds für Verbrechensopfer gehen. Williams Ehemann hatte 45 Jahre lang täglich zwei Päckchen Zigaretten geraucht. Seine Frau hatte in ihrer Klage geltend gemacht, dass der Tabakkonzern in seinen Werbebotschaften den Eindruck erweckt habe, dass Zigaretten weder gefährlich sind noch süchtig machen.


    Quellen: Salzburger Nachrichten, Gericht & Recht, S. 21; sueddeutsche.de
  • Frühjahrsputz: So schützen Sie Gesundheit Umwelt01.04.2009 - 12:00
    Damit der Frühjahrsputz nicht zum Festival der gesundheits- und umweltschädigenden Reinigungsmittel wird, gilt es rechtzeitig verträgliche Alternativen einzukaufen. Die österreichische "umweltberatung", Verband der heimischen Umweltberatungsstellen, gibt nun Tipps, wie man schonend reinigen kann. Weniger ist mehr, lautet dabei die Losung: "Ein milder Neutralreiniger, eine Flasche Haushaltsessig und Mikrofasertücher sind die beste und kostengünstigste Grundausstattung für den effizienten Frühjahrsputz", so Andrea Husnik, Reinigungsexpertin bei "die umweltberatung".

    Auch bei der Dosierung der Reinigungsmittel sollte man maßhalten. Ein putzmittelgetränkter Schwamm ist jedenfalls nicht notwendig, um für Sauberkeit zu sorgen. Neuartige Mikrofasern bei Putztüchern würden dafür sorgen, dass mit wenig Putzmittel große Effekte erzielt werden, betont "die umweltberatung". Der Verband hat detaillierte Informationen und Einkaufslisten für einen umwelt- und gesundheitsschonenden Hausputz auf seiner Webpage zum Download zusammengestellt.


    Quelle: die umweltberatung / Presseaussendung
  • Asthma: Information und Beratung im Wiener Rathaus01.04.2009 - 12:00

    Wer in Wien oder Umgebung wohnt und sich über Asthma bronchiale und die Behandlungsmöglichkeiten der Atemwegserkrankung informieren möchte, hat dazu am 19. April von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit. In dieser Zeit laden Expertinnen und Experten Betroffene und am Thema Interessierte bei freiem Eintritt ins Wiener Rathaus. Die Besucherinnen und Besucher erwarten kostenlose Allergietests, Lungenfunktionsmessungen, Schnarcher-Beratung, individuelle Gespräche mit Asthma-Experten sowie allgemeine Informationen rund um Asthma an zahlreichen Ständen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


    Quelle: Pressemitteilung
  • Rauchen: Welchen Einfluss die Beziehung hat24.03.2009 - 12:00
    Man muss sich nicht vom qualmenden Partner oder der Partnerin trennen, wenn man selbst dem Rauchen abschwören möchte. Aber man sollte sich bewusst sein, welchen Einfluss das Verhältnis zu einem ebenfalls rauchenden Menschen auf das eigene Verhalten hat. Diesen Einfluss haben US-Forscher nun genauer unter die Lupe genommen: Demnach ist das Rauchen einer Zigarette nicht nur ein individueller Akt, sondern kann eine emotionale Verbindung zwischen zwei rauchenden Menschen herstellen. Der Nikotinverzicht werde häufig unbewusst als "Bruch" dieser Verbindung wahrgenommen – was viele davon abhält, den Zigaretten abzuschwören.

    Auch andere von beiden Partnern an den Tag gelegte ungesunde Verhaltensweisen wie etwa eine Gewichtszunahme sollen das Gefühl einer emotionalen Bindung zum Partner vermitteln. Und werden deshalb beibehalten. Die Forscher um Michael J. Rohrbaugh und Varda Shoham von der Universität Arizona hatten 25 Paare in ihre Studie einbezogen. Die Freiwilligen sollten zweimal hintereinander über ein vorgegebenes Thema diskutieren. Beim ersten Mal sollte nicht geraucht werden, beim zweiten Mal durfte rauchen, wer wollte. Im Anschluss wurden den Studienteilnehmern Videoaufzeichnungen der Debatten vorgespielt.

    Die Probanden bewerteten die einzelnen Phasen dieser Diskussionen. Dabei zeigte sich, dass jene Debatten im Nachhinein als positiver und harmonischer wahrgenommen wurden, bei denen beide Partner geraucht hatten. Jene Gespräche, bei denen nur ein Partner geraucht hatte, bewertete sowohl die rauchende als auch die nicht rauchende Person als weniger positiv und stimmig. Bei Maßnahmen zum Rauchstopp müsse daher beachtet werden, ob  der Partner oder die Partnerin einer aufhörwilligen Person ebenfalls rauche, sind die Forscher überzeugt. Denn: "Die Beziehung ist ein wichtiger Ansatzpunkt für Interventionen."


    Quellen: news-medical.net; Wiley InterScience
  • Rauchstopp: Helfen Sorgen gegen Sucht?12.03.2009 - 12:00

    Besorgniserregende Botschaften können Raucherinnen und Raucher zum Aufhören motivieren. Das wollen US-amerikanische Wissenschafter im Rahmen einer Studie festgestellt haben, in der Nikotinkonsumenten regelmäßig an die möglichen Folgen ihrer Sucht erinnert wurden. Das Forscherteam von der North Dakota State University und der University of New Mexico wollte herausfinden, ob Sorge die Bereitschaft zum Rauchstopp erhöhen kann.

    Von schlechtem Atem bis zu schwerer Krankheit

    Renee E. Magnan und ihr Team statteten 119 Raucherinnen und Raucher mit einem kleinen tragbaren Computer (PDA) aus und teilten sie einer von zwei Gruppen zu: Teilnehmende der Gruppe eins fungierten als Kontrollgruppe. Sie erhielten auf ihrem Gerät zwei Wochen lang Nachrichten, die sich mit täglichen Ärgernissen des Raucherlebens befassten. So riefen diese Botschaften unter anderem die finanziellen Kosten für Tabak und den mit der Sucht verbundenen Stress in Erinnerung.

    Probanden der Gruppe zwei bildeten die eigentliche Versuchsgruppe und bekamen Nachrichten, in deren Mittelpunkt die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen standen. Bei diesen Teilnehmern langten Botschaften ein wie "93 Prozent der Lungenkrebspatienten sterben innerhalb von fünf Jahren" oder "Raucher sterben im Durchschnitt 13 bis 14 Jahre früher". Auch unangenehme Aspekte wie Hautalterung, schlechter Atem oder verfärbte Zähne wurden erwähnt.

    Sorge soll zum Rauchstopp motivieren

    Nach zwei Wochen zeigte ein Vergleich zwischen den beiden Gruppen Folgendes: Jene Probanden, die via PDA mit den möglichen gesundheitlichen Folgen ihrer Sucht konfrontiert worden waren, zeigten sich besorgter darüber, Krankheiten zu entwickeln und schätzten auch ihr Risiko höher ein als die Teilnehmer der anderen Gruppe. In Verbindung damit berichteten sie über eine intensivere Beschäftigung mit dem Gedanken, der Zigarette Lebwohl zu sagen, geht aus dem Studienbericht in den "Annals of Behavioral Medicine" hervor.

    Nun gelte es zu untersuchen, ob das Vermitteln von Sorge auch die tatsächlichen Rauchstopp-Raten erhöhen kann, hält Studienleiterin Magnan fest. Dabei freilich stelle sich nicht zuletzt die Frage, wie die richtige Dosis Sorge aussieht: "Man will Raucher dazu bringen, sich über die Folgen des Rauchens Sorgen zu machen, damit sie zum Aufhören motiviert werden", so die Forscherin. "Man will sie aber nicht so sehr beunruhigen, dass sie Angst bekommen oder das Problem erst recht völlig ignorieren."


    Quellen: Annals of Behavioral Medicine; Reuters Health
  • Entzündungshemmer: Schützt Brokkoli die Atemwege?03.03.2009 - 12:00

    Kohlgemüse wie Brokkoli oder Karfiol macht in steter Regelmäßigkeit mit gesundheitsfördernden Effekten Schlagzeilen. Aktuell wird dem Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse eine schützende Wirkung in Hinblick auf die Atemwege nachgesagt. Ein Forscher-Team der University of California in Los Angeles hat in Versuchen mit Brokkolisprossen Hinweise darauf erhalten, dass der sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan vor entzündlichen Erkrankungen im Bereich der Atemwege - wie Asthma oder COPD - schützen kann.

    Bei Untersuchungen mit 65 Freiwilligen zeigte sich, dass nach dem Verzehr der Sprossen Prozesse in Gang kommen, die entzündliche Geschehen durch Luftverschmutzung, Pollenflug oder Tabakrauch hintanhalten können. Brokkolisprossen – die sich auf einfache Weise auch zuhause ernten lassen – sind die reichste natürliche Quelle von Sulforaphan. Doch die beobachtete Wirkung gilt nach Angaben von Studienleiter Marc Riedl auch für andere Kreuzblütengewächse. Riedl empfiehlt, im Rahmen einer gesunden Ernährung täglich das eine oder andere Kohlgemüse im Speiseplan unterzubringen. Zu den Verwandten von Brokkoli zählen unter anderem Karfiol, Kohlsprossen, Romanesco und Kohlrabi.


    Quellen: ucla.edu; Clinical Immunology
  • Schottland: Aus für Zigarettenautomaten02.03.2009 - 12:22
    Nachdem in weiten Teilen der EU nicht mehr in Lokalen geraucht werden darf, folgen nun mancherorts die nächsten Schritte: Jüngstes Beispiel ist Schottland, wo Zigarettenautomaten demnächst aus dem Straßenbild verschwinden sollen. Auch Verkauf und Reklame sollen restriktiveren Gesetzen unterworfen werden. Hintergrund für diese Maßnahmen ist das erklärte Ziel der schottischen Regierung, den Anteil rauchender Jugendlicher zu reduzieren.
    Quelle: BBC Health
  • Kinder Asthma: Auf Geburtstag und Sodbrennen achten27.02.2009 - 12:00

    In Frühling und Winter geborene Kinder haben ein erhöhtes Asthmarisiko. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der University of California in Berkeley, die im Fachmagazin "Thorax" veröffentlicht wurde. Kim Harley und ihr Team hatten 514 Kinder im Alter von zwei Jahren auf Anzeichen von Asthma untersucht.

    Pollen & Schimmelpilze

    Die Wissenschafter fanden dabei einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Geburt und Beschwerden, die einer Asthmaerkrankung häufig vorausgehen – wie etwa keuchender Atem. Die endgültige Diagnose von Asthma erfolgt erst im Grundschulalter, erläutern die Forscher. Sie wollen daher die gesundheitliche Entwicklung der untersuchten Kinder weiter beobachten und ihre Studienergebnisse dadurch verfeinern.

    Kim Harley und Kollegen weisen darauf hin, dass ihre Untersuchung nicht erklärt, warum manche Kinder Asthma bekommen und andere nicht. In den kalten Monaten seien allerdings besonders viele Schimmelsporen, im Frühling besonders viele Blütenpollen in der Luft enthalten. Die Wissenschafter aus Berkeley mutmaßen daher, dass das jahreszeitlich bedingte Asthmarisiko durch eine Kombination aus reizenden Partikeln in der Luft und frühem Kontakt mit Erkältungserregern bedingt sein könnte.

    Auch auf Sodbrennen achten

    Indessen weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) darauf hin, dass der Rückfluss von Magensäure (Reflux) bei Kindern Asthma verursachen und eine bestehende Erkrankung verschlimmern kann. Kinderärzte sollten daher verstärkt auf Sodbrennen bei Kindern mit Asthmabeschwerden achten. Denn das Einatmen von Magensäuretröpfchen kann zu Verkrampfungen der Atemwege führen und auf diese Weise asthmatische Beschwerden hervorrufen.

    Darüber hinaus kann die Magensäure die Schleimhäute der Atemwege angreifen und so Nervenenden freilegen. Mit einer rechtzeitigen Behandlung des Reflux könne die Gefahr einer Asthmaerkrankung deutlich gesenkt werden, so die DGP. Meist reiche dazu eine Änderung der Ernährungs- und Lebensstilgewohnheiten. Als letzte Möglichkeit biete sich eine operative Verengung des Übergangs der Speiseröhre in den Magen an.


    thorax.bmj.com; focus.de; wissenschaft.de; lifeline.de
  • Rauchen: Für Bello Minki hört mancher auf24.02.2009 - 12:35
    Das Ergebnis einer aktuellen Studie US-amerikanischer Forscher stimmt nachdenklich: Demnach würden viele Raucherinnen und Raucher eher zum Schutz ihrer Haustiere auf ihr Laster verzichten als zugunsten der eigenen Gesundheit. Die Befragung schloss 3.300 Haustierhalter ein und wurde von Alan Maryon-Davis und seinem Team am Center for Health Promotion and Disease Prevention in Detroit durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Tabacco Control" veröffentlicht.

    28 Prozent der rauchenden Tierbesitzer gaben an, dem Glimmstängel abschwören zu wollen, bevor sie ihren Tieren Schaden zufügen. Tatsächlich existieren Studien, die einen Zusammenhang zwischen Passivrauch und Krebserkrankungen bei Hunden und Katzen nahelegen. Auch andere Erkrankungen treten bei Tieren aus Raucher-Haushalten offenbar gehäuft auf – etwa allergische Reaktionen, Augenprobleme, Atemwegs- und Hauterkrankungen. Die wenigsten Raucherinnen und Raucher wüssten aber von diesen Studien.

    "Menschen sind prinzipiell dazu bereit, Gewohnheiten aufzugeben, wenn sie glauben, anderen damit zu schaden", beschwört Studienleiter Maryon-Davis den menschlichen Altruismus. Die Forscher überlegen nun, wie diese Umsichtigkeit für Anreize zur Entwöhnung genutzt werden könnte. Da viele Menschen Haustiere besitzen, offenbar aber nicht wissen, dass sie diesen durch den Rauch schaden, liege hier erhebliches Potenzial für Gesundheits- und Rauchstoppkampagnen.


    Quellen: Tabacco Control; BBC News
  • Asthma: Rauben Putzmittel die Atemluft?02.02.2009 - 12:00

    Wer an Asthma leidet, sollte beim Schwingen des Putztuches und beim Hantieren mit Reinigungsmitteln Vorsicht walten lassen. Allzu intensiver Kontakt mit Putzutensilien kann nämlich Atemwegsprobleme zur Folge haben, wie eine Gruppe von Medizinern der Universität Cincinnati in Ohio warnt: "Wir wissen, dass häufiges Putzen und der regelmäßige Kontakt mit Putzmitteln für Asthmapatienten ein Risiko darstellen und die Erkrankung verschlimmern können", so Studienleiter Jonathan A. Bernstein. In ihrer Untersuchung hatten die Forscher zwölf Wochen lang verglichen, wie sich regelmäßiges Hantieren mit Staubtuch und Putzmittel auf die Gesundheit von 25 asthmakranken und 19 gesunden Frauen auswirkte.

    Bei den Asthmatikerinnen habe sich unmittelbar nach dem Putzen ein signifikant höherer Anstieg von Atemwegsbeschwerden gezeigt als bei den gesunden Frauen. "Diese Beobachtung war ganz eindeutig", so Bernstein. Doch auch bei den nicht asthmakranken Frauen habe der Umgang mit Putzmitteln zu leichten Problemen im Bereich der Atemwege geführt. Dies weise darauf hin, dass der wiederholte Kontakt selbst mit milden Reinigungschemikalien einen gesundheitsschädigenden Effekt haben könne. Bernstein zufolge ist es Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten, vor allem Patienten mit Asthma auf diese möglichen Gefahren hinzuweisen. Die Studie wurde in den "Annals of Allergy, Asthma and Immunology" veröffentlicht.


    Quellen: Annals of Allergy, Asthma and Immunology; Reuters Health
  • Diskussion: Gehört geraucht? Gehört verboten?27.01.2009 - 12:00

    Seit seiner Einführung zum Jahreswechsel polarisiert das neue Tabakgesetz. Immer wieder ist von einer "typisch österreichischen Lösung" die Rede – vor allem was die bislang nicht vorhandenen Kontrollen seiner Einhaltung betrifft. Vielen ist das Gesetz zu lasch, andere – vor allem Raucherinnen und Raucher sowie Wirte – sehen darin eine Zwangsmaßnahme zur Einschränkung der persönlichen Freiheit.

    Aber was sind mögliche Alternativen zum derzeitigen Gesetz? Und kommt Österreich um ein generelles Rauchverbot, wie es schon in vielen Staaten der EU gilt, mittelfristig überhaupt herum? Fragen wie diese diskutieren am Mittwoch, dem 28. Jänner 2009, Expertinnen und Experten ab 18:15 Uhr im Großen Sendesaal des Radiokulturhauses in der Wiener Argentinierstraße. Am Podium sitzen unter anderem Gesundheitsminister Alois Stöger und die Lungenfachärztin Sylvia Hartl. Der Eintrittspreis beträgt fünf Euro.


    Quelle: Pressemitteilung
  • Schlafapnoe: Krankenstand Berufsunfähigkeit als Folgen?03.12.2008 - 12:00

    Berufstätige Menschen, die des Nachts laut schnarchen und untertags mit Müdigkeit und Konzentrationsproblemen zu kämpfen haben, sollten Arzt oder Ärztin aufsuchen, um sich auf das Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe untersuchen zu lassen. Wie Wissenschafter der norwegischen Universität Bergen im "European Respiratory Journal" berichten, könnten Arbeitnehmer mit Symptomen dieser schlafbezogenen Atemstörung ein erhöhtes Risiko für Langzeitkrankenstände und Berufsunfähigkeit haben.

    Mehr als 7.000 Berufstätige zwischen 40 und 45 Jahren hatten Borge Sivertsen und Kollegen mithilfe eines standardisierten Fragebogens nach Symptomen einer obstruktiven Schlafapnoe befragt. Bei dieser Atemstörung kommt es während des Schlafes zum Erschlaffen der Rachenmuskulatur und in der Folge zu wiederkehrenden Atemaussetzern, die mehrere Sekunden andauern. Lautstarkes Schnarchen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme sind häufige Anzeichen der Schlafapnoe.

    Müdigkeit fordert Tribut

    In den auf die Eingangsbefragung folgenden vier Jahren, so berichtet das Forschungsteam, habe sich gezeigt, dass die beeinträchtigte Erholung in den Nachtstunden im Job mit teils schwer wiegenden Konsequenzen verbunden war. Probandinnen und Probanden, die von Apnoe-Symptomen berichtet hatten, mussten im Beobachtungszeitraum mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Krankenstand im Ausmaß von acht Wochen und darüber hinaus in Anspruch nehmen. Die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Berufsunfähigkeit war in dieser Gruppe doppelt so hoch. Der ermittelte Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt wurden.

    Die Zusammenschau der Ergebnisse, so die Bilanz des norwegischen Teams, bestätige einmal mehr, dass die obstruktive Schlafapnoe ernsthafte Konsequenzen auf der individuellen wie sozialen Ebene mit sich bringen kann. Das frühzeitige Erkennen der nächtlichen Atemstörung müsse forciert werden, um mögliche sozioökonomische Auswirkungen hintanzuhalten. "Wenn ein Patient über schlechten Schlaf klagt, sollten Ärztinnen und Ärzte immer auch nach anderen Symptomen einer Apnoe Ausschau halten", fordert Studienleiter Sivertsen.


    Quellen: Reuters Health; European Respiratory Journal
  • Weihnachtsdüfte: Belastung für empfindliche Nasen19.11.2008 - 12:00

    Lebkuchenaroma, Zimtkerze, Vanillespray: Wenn in den kommenden Wochen allerorten weihnachtliche Gerüche verströmt werden, beginnt für manche Zeitgenossen eine beschwerliche Zeit. Denn künstliche Geruchsquellen für saisonale Düfte - wie Raumdeos, Duftkerzen, Öle und Sprays - sind für Menschen mit Atemwegsbeschwerden oder Allergien eine potenzielle Belastung. "Manche Duftstoffe können allergische Reaktionen wie ein Hautekzem oder Hustenanfälle auslösen", weiß Professor Thomas Fuchs von der Universität Göttingen.

    Vom Kaufhaus bis zur Kirche

    Der Grund: "Düfte neigen dazu, die Schleimhäute zu reizen", erklärt der Allergologe. Empfindliche Personen sollten daher in bedufteten Kaufhäusern und Geschäften ebenso auf der Hut sein wie beim Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. "Es gibt einzelne Berichte, wonach das Einatmen von Weihrauch zu schweren allergischen Reaktionen geführt hat", gibt Fuchs an.

    Verzichten oder Lüften

    Für Menschen, die anfällig für Entzündungen der Atemwege oder allergische Reaktionen sind, hat der Experte nur einen Rat: "Verzichten Sie auf alles, was duftet, dann gehen Sie auf Nummer sicher", so Fuchs. Verbraucherschützer empfehlen auch unempfindlichen Personen, beim Gebrauch von Duftkerzen und ähnlichen Geruchsspendern regelmäßig zu lüften.


    Quelle: netdoktor.de
  • Kreuzblütler: Brokkoli Co als Schutz für Raucher?19.11.2008 - 12:00

    Ob gedünsteter Brokkoli, Karfiolcremesuppe oder ein saftiges Stück Kohlrabi – bestätigen sich aktuelle Ergebnisse US-amerikanischer Wissenschafter, sollten ehemalige und aktive Raucher darauf achten, dass sich auf ihrem Speiseplan reichlich Kreuzblüten-Gewächse finden. Könnten Brokkoli und Konsorten doch insbesondere Raucherinnen und Rauchern einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen bieten, wie die Forscher des Roswell Park Cancer Institute in Buffalo vermuten.

    Zu dieser Annahme gelangten Li Tang und Kollegen im Zuge einer Studie mit 948 Lungenkrebs-Patienten und 1.743 Personen ohne Bronchialkarzinom. Die Männer und Frauen wurden ersucht, ausführliche Fragebögen zu ihren Ernährungs- und Rauchgewohnheiten auszufüllen. Die Analyse dieser Daten ergab schließlich für jene Raucher, die große Mengen Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse verzehrt hatten, im Vergleich zu Teilnehmenden mit wenig oder gar keinem Kreuzblütlerkonsum eine 20 bis 55 Prozent reduzierte Erkrankungswahrscheinlichkeit. Die Risikominderung zeigte sich davon abhängig, wie lange und wie intensiv die Teilnehmer geraucht bzw. welchem Gemüse sie in welcher Zubereitung den Vorzug gegeben hatten.

    Zu früh für Empfehlungen

    "Einen signifikanten Effekt haben wir nur bei vormaligen und aktiven Rauchern vorgefunden", berichtete das Team um Li Tang zuletzt auf einer Fachtagung der American Association for Cancer Research in Washington. Unter jenen, die niemals geraucht hatten, habe man Vergleichbares nicht beobachtet. Wer mehr als ein Päckchen am Tag qualmte, profitierte laut Statistik am meisten von Brokkoli, Karfiol und Kohlrabi; als besonders zuträglich hätten sich die Gemüse in roher Form erwiesen.

    Vorläufiges Fazit: Empfehlungen könne man auf Basis der vorliegenden Daten noch nicht machen, weitere Studien müssten folgen. Und: Auch wenn Raucher und Raucherinnen ihr Krebsrisiko durch Gemüseverzehr möglicherweise positiv beeinflussen können, sollten sie sich ob der Ergebnisse keinesfalls in Sicherheit wiegen, hält die Studienleiterin fest: "Wenn Sie lang genug rauchen, kann Ihnen nichts helfen."


    Quelle: Reuters Health, Science Daily
  • Hausstaubmilben: Was tun bei Allergie?18.11.2008 - 12:00

    Sie messen nicht einmal einen halben Millimeter und behausen jedes noch so saubere Eigenheim: Hausstaubmilben, jene winzigen Spinnentiere, deren Ausscheidungsprodukte für allergische Personen zur veritablen Belastung werden. In der kalten Jahreszeit machen sie Betroffenen besonders zu schaffen, erklärt die Interessengemeinschaft Allergen-Vermeidung aus aktuellem saisonalem Anlass.

    Der Grund: Man verbringt mehr Zeit in den vier Wänden, und die Heizung wirbelt laufend Hausstaub mitsamt den darin enthaltenen Milbenallergenen auf, die über die Atemluft mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen. Die Symptome, die mit der Allergie einhergehen, werden häufig mit den Anzeichen von Erkältungskrankheiten verwechselt, weiß Waltraud Emminger, ärztliche Leiterin des Allergie-Ambulatoriums Rennweg in Wien.

    "Eine unbehandelte Hausstaubmilbenallergie kann jedoch in den unteren Atemwegen ein allergisches Asthma verursachen", stellt Emminger fest. "Es ist daher wichtig, bei Anzeichen, die länger als sechs Wochen andauern, die Symptome abklären zu lassen und mit entsprechenden therapeutischen Maßnahmen zu beginnen." Anzeichen einer Hausstaubmilbenallergie sind unter anderem morgendliche Niesanfälle, eine verstopfte Nase und tränende Augen.

    Milben mögen es feucht und warum

    Patientinnen und Patienten mit bekannter Hausstaubmilbenallergie sollten zur Linderung ihrer Beschwerden unter anderem die Wohnumgebung sanieren: So gelte es das Bett, in dem sich die Spinnentiere ganz besonders gerne aufhalten, mit sogenannten "Encasings" auszustatten, empfiehlt Emminger. Diese speziellen Überzüge halten Allergene von Matratze, Polster und Tuchent fern.

    "Milbenfeindliches Raumklima durch regelmäßiges Stoßlüften, optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent sowie eine Raumtemperatur von maximal 20 Grad Celsius und das Entfernen von Staubfängern sind ebenso von Bedeutung", hält die Allergie-Expertin fest. Gemeinsam mit der Allergenvermeidung gelten Symptomlinderung und Ursachenbekämpfung als die drei Säulen der Therapie einer Hausstaubmilben-Allergie, klärt die IGAV auf.


    Quelle: Pressemitteilung, IGAV
  • Lungenhochdruck: Konzert und Meilensteine für den guten Zweck17.11.2008 - 12:06

    Namhafte Vertreter des Austropop singen am kommenden Samstag für den guten Zweck: Mit einem Konzert in der Wiener Stadthalle sollen Patientinnen und Patienten mit Lungenhochdruck unterstützt werden. Die sogenannte pulmonale Hypertension ist eine seltene, aber unheilbare Erkrankung. Bleibt sie unerkannt und unbehandelt, kann sie binnen weniger Jahre zum Tod führen.

    Um die Erforschung und Therapie von Lungenhochdruck zu fördern, treten beim Benefizkonzert am 22. November Austropop-Stars zweier Generationen gemeinsam auf: Vertreten sind unter anderem Christina Stürmer, Wolfgang Ambros, Opus, Marianne Mendt, Mondscheiner und Stefanie Werger. Karten für die Veranstaltung kosten zwischen 20 und 49 Euro; sie sind bei der Wiener Stadthalle und anderen Kartenbüros erhältlich.

    Wer eine Karte erwirbt, hat die Möglichkeit, vergünstigt bei einer weiteren Spendenaktion mitzumachen: Im Wiener Prater vor dem Planetarium können zum Preis von 25 Euro (mit Konzertticket: 15 Euro) "Meilensteine" gesetzt werden. Dabei handelt es sich um individuell gravierte Pflastersteine, die auf dem Boden verlegt werden. Auch diese Aktion soll der Förderung der Lungenhochdruck-Behandlung zugute kommen.


    Quellen: lungenhochdruck.at; stadthalle.at; meilensteine.at
  • Rauchstopp: Macht Zigarettengeruch anfällig für Rückfall?17.11.2008 - 12:00

    Menschen, die dem Glimmstängel vor kurzem abgeschworen haben, sind mitunter regelrecht angetan, wenn sie den Rauch anderer riechen dürfen. Sind diese Rauchstopp-Kandidaten, die den Geruch von Zigaretten angenehm finden, besonders anfällig für einen Rückfall? Eher nein, meinen neuseeländische Wissenschafter und verweisen auf ihre kürzlich durchgeführte Studie, die im Fachjournal "Addiction" veröffentlicht wurde.

    Teilgenommen hatten 1.100 Nikotinabhängige, die kurz zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatten. 23 Prozent dieser Personen fanden den Rauch, der von den Zigaretten anderer Leute ausging, in der ersten Woche der Abstinenz angenehm; 54 Prozent fanden ihn verlockend. Ob der Qualm als angenehm empfunden wurde, stand in keinem Zusammenhang damit, ob die betreffenden Personen in der darauffolgenden Woche rückfällig wurden, berichten Studienleiter Hayden McRobbie und Team. Wer den Rauch hingegen als verlockend wahrnahm, griff mit erhöhter Wahrscheinlichkeit wieder zur Zigarette.

    In Bezug auf die Verlockung durch fremden Qualm haben die Forscher aber auch Ermutigendes zu vermelden: Bei Personen, die es schafften, vier Wochen lang abstinent zu bleiben, ging auch die anfängliche Anziehung durch die Rauchschwaden nach und nach zurück, ist ihrem Bericht zu entnehmen. "Patienten, die den Rauch anderer Personen verführerisch finden, können versichert sein, dass diese Reaktion sukzessive abnehmen wird", beruhigen die Studienautoren.


    Quellen: Addiction; Reuters Health
  • Stillen: Frühes Training für die Lunge?11.11.2008 - 12:00

    Wenn Säuglinge an der Brust nuckeln, so stärkt dies die Lunge, meinen britische Forscher. Ihren Ergebnissen zufolge weisen Kinder, die als Babys mindestens vier Monate lang gestillt wurden, im Alter von zehn Jahren bessere Lungenfunktionswerte auf als kürzer gestillte oder mit dem Fläschchen gefütterte Altersgenossen. Ergeben haben soll dies eine Langzeitstudie mit rund 1.000 auf der britischen Isle of Wight lebenden Kindern.

    Auch die Wahrscheinlichkeit einer Neigung zu Asthma oder allergischen Reaktionen sei bei den lang gestillten Kindern geringer gewesen, geben die Forscher im Fachjournal "Thorax" an. Die Studienautoren vermuten, dass bestimmte Bestandteile der Muttermilch das Immunsystem stärken. Zudem sei beim Nuckeln an der Brust die Anstrengung und somit das Training für die Lunge höher als beim Trinken aus dem Fläschchen, glauben die Wissenschafter.


    Quelle: medicalnewstoday.com; BBC Health; Thorax
  • Schokolade-Zigaretten: Süßer Einstieg ins Rauchen?07.11.2008 - 12:00

    Kein gutes Haar an Kinderzigaretten aus Schokolade oder Kaugummi lassen Expertinnen und Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Sie fordern gar ein gesetzliches Verbot der Süßigkeiten in der Bundesrepublik. Dies sei "zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren des Rauchens" notwendig, so die Experten in einer Aussendung. Denn durch den Konsum und das Spielen mit zigarettenähnlichen Süßwaren würden Kinder das Rauchen als normales und harmloses Verhalten kennenlernen.

    Die deutschen Fachleute verweisen auf eine US-Studie, die diese Theorie zu bestätigen scheint: Die Befragung von fast 26.000 Personen habe ergeben, dass Zwölfjährige, die Schokolade-Zigaretten konsumierten, später mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit rauchten. Und zwar unabhängig vom Rauchverhalten und der Vorbildfunktion der Eltern. Zigarettenähnliche Süßwaren sind in mehreren europäischen Ländern bereits verboten – etwa in Großbritannien, Finnland, Norwegen oder Irland.


    Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
  • Tonerstaub: Wie gefährlich sind Drucker?24.10.2008 - 12:00

    "Die Untersuchungen lassen keinen Zweifel zu: Tonerstaub ist eine weitere Ursache für Lungenkrebs." Mit diesen alarmierenden Worten fasst der deutsche Wissenschafter Prof. Dr. Ludwig Jonas vom Institut für Pathologie der Universität Rostock die Ergebnisse aktueller Untersuchungen zusammen. Nach Angaben des Forschers werden seit einigen Jahren vor allem bei Servicetechnikern von Drucker- und Kopiergeräte-Herstellern zunehmende Lungenprobleme festgestellt, deren Folgen bis zur Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung reichen. Einige Menschen würden auch Allergien auf Tonerpulver entwickeln und ihre Stimme verlieren, sobald sie einen Raum mit Druckern oder Kopiergeräten betreten. Diesen Erscheinungen ist man an der Universität Rostock nun nachgegangen.

    "Wir haben die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im Elektronenmikroskop untersucht und eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen", schildert Jonas. Und er verweist auf die aktuelle Untersuchung einer Wissenschafterin am Rostocker Institut, die beweise, "dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoffradikale produzieren, die zelltoxisch sind und zum Zelltod führen können". Die gesundheitlichen Probleme, die im Umgang mit Tonerpulver auftreten können, sind dem Forscher zufolge "sehr ernst zu nehmen". Jonas fordert die Einführung von Grenzwerten für die Feinstaubbelastung in Arbeitsräumen.


    Quellen: idw-online.de; med.uni-rostock.de; netdoktor.de; focus.de
  • Studie: Auch Passivrauchen setzt den Gefäßen zu07.10.2008 - 12:40

    Den Ergebnissen einer chinesischen Studie zufolge stellt Passivrauchen einen bedeutenden Risikofaktor für die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) dar. Die Untersuchung mit rund 1.200 Teilnehmerinnen ab 60 Jahren wurde von Yao He vom PLA General Hospital in Peking durchgeführt und in der September-Ausgabe des Fachjournals "Circulation" veröffentlicht.

    Die Probandinnen der Studie hatten selbst nicht geraucht. 477 der Frauen gaben aber an, im Jahrzehnt davor mindestens zwei Jahre lang einer Passivrauch-Belastung ausgesetzt gewesen zu sein – etwa zu Hause oder an ihrem Arbeitsplatz. Nach Angaben der Forscher hatten diese Frauen ein durchschnittlich 67 Prozent erhöhtes Risiko, die auch als "Schaufensterkrankheit" bekannte Gefäßerkrankung zu entwickeln. Auch das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall sei in der Gruppe der vormaligen Passivraucherinnen erhöht gewesen.

    Die Wahrscheinlichkeit einer PAVK habe mit Dauer und Intensität der Passivrauch-Exposition zugenommen, berichten die chinesischen Wissenschafter, die nunmehr gesundheitspolitische Maßnahmen fordern. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit entsteht durch eine Verengung in den Beinarterien. In deren Folge kommt es zu einer unzureichenden Versorgung mit Blut und Sauerstoff, die letztlich auch eine Amputation des Beins zur Folge haben kann.


    Quellen: Circulation; Reuters Health
  • WHO warnt vor elektrischen Zigaretten03.10.2008 - 12:09

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor dem Gebrauch sogenannter elektrischer Zigaretten. Es gebe keinerlei Beweise, dass diese Produkte gesundheitlich unbedenklich sind oder Rauchern tatsächlich dabei helfen, ihre Sucht zu überwinden. Die Produkte, die über Internetportale oder diverse Shopping-Kanäle im Fernsehen angeboten werden, sind meist in China produziert und finden immer mehr Verbreitung.

    "Der Weltgesundheitsorganisation sind keinerlei wissenschaftliche Belege bekannt, die zeigen würden, dass elektrische Zigaretten unbedenklich oder als Mittel zum Rauchstopp geeignet sind", so Douglas Bettcher von der WHO-Initiative "Tobacco Free". Bettcher warnt davor, dass Konsumentinnen und Konsumenten bei den elektrischen Zigaretten neben geringen Mengen von Nikotin auch "zahlreiche andere giftige Stoffe" inhalieren könnten. Klinische Studien und toxikologische Untersuchungen zu diesen Zigaretten gebe es bislang nicht. Mehrere Hersteller elektrischer Zigaretten hatten in der Vergangenheit unerlaubterweise mit dem Logo der WHO für ihre Produkte geworben.


    Quellen: Reuters Health, who.org
  • Rauchen: Wie viele Jahre die Zigarette stiehlt08.09.2008 - 12:00

    Statistisch gesprochen darf sich ein Nichtraucher an seinem 50. Geburtstag auf zehn Jahre mehr Lebenszeit freuen als ein Raucher. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der sogenannten Whitehall-Studie, die vergangene Woche beim Europäischen Kardiologenkongress in München präsentiert wurde.

    Im Rahmen der Studie werden seit Ende der 1960er-Jahre 19.000 männliche Probanden aus London regelmäßig untersucht. Von den zu Beginn in mittlerem Alter befindlichen Teilnehmern seien bis heute 71 Prozent verstorben, berichtete Robert Clarke von der Universität Oxford. Bei etwa der Hälfte hätten Gefäßerkrankungen für den Tod verantwortlich gezeichnet.

    Sechs bis zehn Jahre mehr Lebenszeit

    Von den drei Risikofaktoren Rauchen, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen habe sich die Nikotinsucht als überproportional einflussreich auf die Lebenserwartung gezeigt, gab Clarke an. 50-jährige Nichtraucher hatten eine um rund sechs Jahre höhere Lebenserwartung als gleichaltrige Raucher. Wurden die Tabakkonsumenten ausschließlich mit Nichtrauchern ohne Risikofaktoren wie hohe Blutdruck- oder Blutfettwerte verglichen, betrug der Unterschied sogar zehn Jahre.

    "Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr die absolute Notwendigkeit eines generellen Rauchverbotes an geschlossenen öffentlichen Orten", kommentiert Univ. Prof. Thomas Stefenelli vom Kaiserin-Elisabeth-Spital in Wien. "Andererseits sollten sie die persönliche Motivation fördern, mit dem Rauchen aufzuhören", meint der Kardiologe.


    Quelle: Presseinformation ESC
  • Wasserpfeife: Ebenso hip wie ungesund05.09.2008 - 12:55

    Sie mag einen Hauch von orientalischer Gemütlichkeit in den Alltag bringen, harmlos ist sie allerdings mitnichten: Die Wasserpfeife steht der Zigarette in punkto Schädlichkeit um nichts nach, meinen Wissenschafter des Thoraxklinikums im deutschen Heidelberg. Laut Bericht des Magazins "Stern" enthält eine durchschnittliche Wasserpfeife, auch Shisha genannt, in etwa so viel Gift wie zehn herkömmliche Glimmstängel.

    Alarmierend muten vor diesem Hintergrund aktuelle Daten zur Beliebtheit der Shisha unter deutschen Jugendlichen an: Studienleiter Felix Herth hält Wasserpfeifen gar für "die Alcopops der neuen Generation". Seinen Erhebungen zufolge hat jeder vierte Teenager im Alter von 12 bis 15 Jahren schon einmal Wasserpfeife geraucht. "Einige gaben an, mehr als dreimal pro Woche zu rauchen", so der Forscher. Die Heidelberger Studie soll im März 2009 beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin präsentiert werden.


    Quellen: Stern; internisten-im-netz.de; aerztezeitung.de
  • Räucherstäbchen: Auf lange Sicht ein Risiko?27.08.2008 - 12:00

    Sie mögen angenehmen Duft verbreiten und in spiritueller Hinsicht die Luft reinigen – der Gesundheit könnten Räucherstäbchen aber auf die Dauer schaden. Wie Forscher aus Dänemark, Singapur und den USA nun festgestellt haben, erhöht ein intensiver Gebrauch von Räucherstäbchen möglicherweise das Risiko für Krebserkrankungen im Bereich der oberen Atemwege.

    Das Team um Jeppe T. Friborg hatte über 61.000 in Singapur wohnhafte Chinesinnen und Chinesen zwölf Jahre lang begleitet. Die Teilnehmenden waren zu Beginn der Studie zwischen 45 und 74 Jahre alt und nicht an Krebs erkrankt. Sie wurden detailliert nach ihren Lebensbedingungen und nach ihren Gewohnheiten in Bezug auf die Verwendung von Räucherstäbchen gefragt – wie oft sie diese einsetzten, wie lange sie die Stäbchen brennen ließen und zu welcher Tageszeit sie dies taten.

    In den folgenden zwölf Jahren traten bei 325 Personen Krebserkrankungen im Bereich der oberen Atemwege auf – etwa Tumoren in der Hals-, Nasen- oder Mundregion. Weitere 821 Menschen erkrankten an Lungenkrebs. Die Analyse zeigte, dass Teilnehmende, bei denen Räucherstäbchen ganz besonders stark zum Einsatz kamen, einen Teil dieser Erkrankungen eher entwickelten als andere Personen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Cancer".

    Kein Zusammenhang mit Lungenkrebs

    Konkret betraf der statistische Zusammenhang Krebserkrankungen im Bereich der oberen Atemwege, mit Ausnahme von Nasen-Rachen-Krebs. Ebenso zeigte sich die Wahrscheinlichkeit, ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom zu entwickeln, bei intensiver und lang andauernder Nutzung der Duftstäbchen erhöht. In Bezug auf das Lungenkrebsrisiko wurde hingegen kein Zusammenhang mit dem Gebrauch von Räucherstäbchen festgestellt.

    "Diese Verbindung stimmt mit zahlreichen Studien überein, die Karzinogene (krebserregende Stoffe, Anm.) im Rauch von Räucherstäbchen gefunden haben", erklärt das Forscherteam. "Angesichts des weit verbreiteten und manchmal auch unfreiwilligen Kontakts mit Rauch von solchen Stäbchen haben diese Erkenntnisse bedeutende Implikationen für die Förderung der öffentlichen Gesundheit."


    Quellen: Cancer; Reuters Health; news-medical.net; eurekalert.org
  • Transplantation: Haben Organe ein Geschlecht?10.07.2008 - 12:00

    Ist die Niere einer Frau anders beschaffen als die eines Mannes? Schweizer Wissenschafter meinen ja, und fordern nun, dass bei Organtransplantationen verstärkt auf das Geschlecht von Spendenden und Empfangenden geachtet wird. Zu diesem Schluss kommt das Team des Universitätsspitals Basel auf Grundlage der Analyse von knapp 200.000 Operationen in 400 europäischen Spitälern.

    Der größte Unterschied ergab sich laut Bericht im Fachjournal "The Lancet" bei der Transplantation eines männlichen Organs in den Körper einer Frau: Wurde einer Frau die Niere eines Mannes eingepflanzt, so sei die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abstoßung des Organs im Vergleich zum allgemeinen Durchschnittswert um acht Prozent erhöht gewesen, berichten die Wissenschafter. Sowohl Männer als auch Frauen würden nach Ansicht der Studienautoren von einer "gleichgeschlechtlichen" Transplantationspraxis profitieren.


    Quellen: BBC News, The Lancet
  • Nichtraucherschutz: Was wirklich kommt10.07.2008 - 12:00

    Am Mittwoch hat das österreichische Parlament formal den Weg für Neuwahlen freigegeben. Kurz davor brachten Vertreter von SPÖ, ÖVP und Grünen noch rasch ein neues Rauchergesetz auf Schiene. BZÖ und FPÖ stimmten dagegen. Künftig können sich Betreiber von Lokalen, die nicht größer als 50 Quadratmeter sind, entscheiden, ob sie ihren Betrieb als Raucher- oder Nichtraucherlokal führen. Bei Lokalen mit einer Fläche von 50 bis 80 Quadratmetern beurteilt die zuständige Behörde, ob eine räumliche Trennung in einen Raucher- und Nichtraucherbereich vorgenommen werden muss. Ab einer Lokalfläche von 80 Quadratmetern schließlich sind separate Raucherzimmer einzurichten - sofern der Wirt oder die Wirtin den Nikotinkonsum überhaupt erlaubt.

    Weiters sollen die Schutzbestimmungen für in der Gastronomie tätige Personen ausgebaut werden: So ist im Gesetz vorgesehen, dass vor allem Jugendliche und werdende Mütter nicht in Räumen arbeiten dürfen, in denen geraucht wird. Außerdem soll im Kollektivvertrag festgelegt werden, dass eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer auch dann Anspruch auf Abfertigung im gesetzlichen Ausmaß hat, wenn sie oder er das Arbeitsverhältnis wegen der Belastung durch den Passivrauch kündigt.

    Jubel sei angesichts dieses Gesetzes vor allem aus Sicht der Arbeitnehmer deplatziert, meint man indes beim Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB): Einen Großteil der Schutzbestimmungen für Arbeitnehmer in der Gastronomie, auf die sich die Sozialpartner im Vorfeld geeinigt hatten, habe die ÖVP bei der Formulierung des Gesetzes wieder herausreklamiert. So drohe etwa nach dem nun beschlossenen Gesetz allen arbeitsuchenden Nichtrauchern, die ein Stellenangebot in einem Raucherlokal ablehnen, eine Sperre ihres Arbeitslosengeldes, heißt es seitens des ÖGB.


    Quellen: Kurier, Chronik, S. 12; Presseaussendung des ÖGB
  • COPD: Einladung zum Rauchstopp hilft01.07.2008 - 12:00

    Wenn Langzeitraucher an der Lunge erkranken, sollte nicht nur das Atmungsorgan behandelt werden: Vielmehr profitieren die Patienten offenbar davon, wenn auch die Nikotinsucht gleich im Spital in Angriff genommen wird. Zu diesem Ergebnis kommen dänische Wissenschafter, die die Wirksamkeit eines Rauchstopp-Programms untersucht haben.

    Angebot zur Änderung 

    In seiner Studie, die im "Clinical Respiratory Journal" veröffentlicht wurde, widmete sich das Forscher-Team 223 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD, "Raucherlunge"). Diese lang andauernde und mit Atemnot verbundene Krankheit wird vor allem durch Tabakkonsum begünstigt. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 66 Jahre alt, hatten rund 48 Jahre lang geraucht und waren mit der Diagnose COPD im Spital aufgenommen worden.

    Die Forscher um Anders Borglykke vom Universitätsspital Glostrup teilten die Probanden in zwei Gruppen ein: 121 Patienten bekamen das Angebot, an einem fünfwöchigen Rauchstopp-Programm teilzunehmen, das von Pflegerinnen und Pflegern geleitet wurde. Der Fokus lag dabei auf Verhaltensänderungen; bei Bedarf kam zudem eine Nikotinersatz-Therapie zur Anwendung. 48 Probanden aus dieser Gruppe nahmen das Angebot an, 45 schlossen das Programm ab. 102 Teilnehmende fungierten als Kontrollgruppe und wurden nicht zu diesem Programm eingeladen, sondern erhielten lediglich Standard-Informationen in Bezug auf die Vorzüge eines Rauchstopps.

    Weniger Auswurf, seltener im Spital

    Nach einem Jahr wurden die von den Patienten selbst angegebenen Krankheitssymptome sowie ihr Rauchstatus verglichen. Die Ergebnisse: 30 Prozent der Teilnehmer aus der Maßnahmengruppe waren abstinent; in der Kontrollgruppe waren hingegen nur 13 Prozent rauchfrei. Im Hinblick auf die Symptome berichteten die Probanden aus der Interventionsgruppe über weniger schleimigen Auswurf als die Vergleichspersonen.

    Bei einem neuerlichen Vergleich drei Jahre nach Studienbeginn zeigte sich überdies, dass es in der Maßnahmengruppe zu weniger Spitalseinweisungen und Krankenhaustagen gekommen war. Die Einladung zur Teilnahme an einem Rauchstopp-Programm, so resümieren die Forscher, lasse mehr Betroffene von ihrer Nikotinsucht loskommen. Dies scheine sich in der Folge auch günstig auf den Krankheitsverlauf auszuwirken.


    Quelle: Clinical Respiratory Journal; Reuters Health
  • Allergien: Wie Straßenverkehr die Jüngsten belastet16.06.2008 - 12:00

    Kinder, die in der Nähe stark befahrener Straßen leben, haben ein bis zu 50 Prozent höheres Risiko, eine Allergie zu entwickeln, besagt eine breit angelegte deutsche Studie. Luftverschmutzung wurde bereits in zahlreichen Untersuchungen mit einem gesteigerten Allergierisiko in Verbindung gebracht. Die aktuelle Studie vom Helmholtz Zentrum München liefert nun allerdings einen der bislang stärksten Belege für diesen Zusammenhang.

    Das Team unter Leitung des Epidemiologen Joachim Heinrich beobachtete 3.000 Kinder aus dem Raum München von deren Geburt bis zum sechsten Geburtstag. Es zeigte sich, dass Kinder, die rund 50 Meter von einer stark befahrenen Straße entfernt lebten, ein etwa 50 Prozent höheres Risiko aufwiesen, Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis zu entwickeln, als Kinder, die in 1.000 Meter Entfernung von starkem Verkehrsaufkommen wohnten.

    Wie das "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" berichtet, definierten die Münchner Wissenschafter eine Straße dann als "stark befahren", wenn sie täglich von mehr als 10.000 Autos frequentiert wurde. Die kleinen Studienteilnehmer sollen nun auch noch die nächsten Jahre begleitet werden, schreibt Joachim Heinrich. Dies könnte unter anderem Klarheit darüber schaffen, ob ein Umzug in weniger verschmutzte Gegenden die mit dem Straßenverkehr in Verbindung gebrachten gesundheitlichen Probleme reduzieren helfen kann.


    news-medical.net; American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine
  • Forschung: Neues zu den Folgen des Rauchens12.06.2008 - 12:21

    Hörverlust, Gedächtnisschwierigkeiten, Rückenschmerzen: Diese Beeinträchtigungen könnten die Liste möglicher Folgen des Nikotinkonsums laut aktuellen Studien noch erweitern. Doch zeigen diese Untersuchungen auch ein weiteres Mal, dass manche Konsequenzen durch einen rechtzeitigen Rauchstopp hintangehalten werden können.

    Dem Zusammenhang zwischen Rauchen und Gehörschäden sind beispielsweise belgische Forscher auf der Spur. Wie sie berichten, können sowohl Übergewicht als auch Tabakkonsum den Blutfluss zum Ohr beeinträchtigen und dadurch das Gehör schädigen. Der Grad des Hörschadens hänge davon ab, wie lange und wie viel geraucht wird, geben die Wissenschafter an.

    Aufhören: Besser spät als nie

    Eine französische Studie wiederum legt nahe, dass Rauchen in mittlerem Alter das Gedächtnis negativ beeinflussen kann. Nikotinabhängige Personen haben demnach ein erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen des Erinnerungsvermögens. Zehn Jahre nach einem erfolgten Rauchstopp sei dieser Zusammenhang jedoch kaum noch feststellbar, berichten Studienleiterin Séverine Sabia und Kollegen. Die Botschaft lautet also: Wer die Sucht nach dem Glimmstängel überwindet, kann seinem Gedächtnis damit immer noch etwas Gutes tun.

    Deutsche Forscher wiederum geben an, dass Zigarettenabhängigkeit möglicherweise mit einer erhöhten Neigung zu chronischen Rückenschmerzen einhergeht. Auch hier gilt: Je länger jemand raucht, desto höher ist das Risiko für Probleme mit der Wirbelsäule. Allerdings sei die vermutete Verbindung zwischen Nikotinkonsum und Rückenschmerzen schwer zu belegen, räumen die Forscher ein. Es könnte auch sein, dass ein ungesunder Lebensstil sowohl mit der Tendenz zum Rauchen als auch mit der Entwicklung chronischer Rückenprobleme einhergeht, so die Wissenschafter aus Heidelberg und Mannheim.


    Quellen: Archives of Internal Medicine; Reuters Health; newscientist.com; Journal of the Association for Research in Otolaryngology; BBC Health; welt.de; aerzteblatt.de
  • Lungenkrebs: Schuldgefühle, Scham und Stigma06.06.2008 - 12:22

    Patientinnen und Patienten, denen die Diagnose Lungenkrebs gestellt wird, haben zusätzlich zu ihrer schweren Erkrankung nicht selten mit Scham und Stigmatisierung zu kämpfen. Durch den Zusammenhang der Krankheit mit dem Rauchen wird den Betroffenen vielfach vorgeworfen, sie seien "selbst schuld" an ihrem Zustand. Beim Treffen der Society of Clinical Oncology in Chicago versuchten Expertinnen und Experten kürzlich, einige Vorurteile und Schuldzuschreibungen rund um die Erkrankung anzusprechen und auszuräumen.

    Das Bronchialkarzinom sei mit einem Stigma behaftet wie keine andere Krebsform, stellte Joan Schiller vom University of Texas Southwestern Medical Center anlässlich der Veranstaltung fest. Patientinnen und Patienten würden sich schämen und sich schuldig fühlen, so die Expertin. Im Rahmen einer Studie gelangte Schiller im Vorjahr überdies zu der Erkenntnis, dass Lungenkrebs auch von Seiten der Ärzteschaft und der Forschung vergleichsweise "schlecht behandelt" werde.

    So würden für die Erkrankung etwa weniger Forschungsgelder bereitgestellt als für andere Krebsformen, meint Schiller. Zudem habe die Untersuchung gezeigt, dass Ärzte ihre Patienten bei Lungenkrebs seltener zu Spezialistinnen und Spezialisten schicken als bei Vorliegen anderer Krebserkrankungen. In den USA bildet sich derzeit eine Bewegung, die sich für die bessere Erforschung, den Abbau von Stigmatisierung und einen sorgfältigeren Umgang mit der Krankheit Lungenkrebs einsetzen will.


    Quelle: Reuters Health
  • Rauchfreie Jugend: Eltern haben Einfluss22.05.2008 - 12:49

    Wenn Eltern dem Zigarettenkonsum abschwören, dann tun sie damit nicht nur ihrer eigenen Gesundheit einen Gefallen: Die Statistik jedenfalls zeigt, dass Jugendliche mit zwei rauchenden Elternteilen viermal häufiger selbst zum Glimmstängel greifen als Sprösslinge von nikotinabstinenten Müttern und Vätern.

    Darauf weisen Expertinnen und Experten anlässlich des WHO-Welt-Nichtraucher-Tages am 31. Mai hin, der heuer unter dem Motto "Rauchfreie Jugend" steht. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Eltern die Gesundheit ihrer Kinder schützen, indem sie sie über die Gefahren des Rauchens aufklären und sie vor dem Einstieg ins Rauchen bewahren", erklärt Eva Kralikova, Präsidentin der Gesellschaft für die Behandlung von Tabakabhängigkeit in der Tschechischen Republik.

    Aufhören und aufklären

    Denn nicht nur ein rauchfreies Leben der Eltern, sondern auch ihr Umgang mit dem Thema Nikotinabhängigkeit scheint von Einfluss auf das Suchtverhalten des Nachwuchses zu sein. Studien zufolge senken Aufklärungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder später zu rauchen beginnen – auch dann, wenn die Eltern Tabakkonsumenten sind. Besonders wichtig bei diesen Gesprächen sei es, klarzustellen, wie schwierig das Aufhören sei, wenn der Griff zur Zigarette erst einmal erfolgt ist, betonen die Fachleute der Weltgesundheitsorganisation. Gerade die Schwierigkeit des Rauchstopps werde nämlich von Jugendlichen stark unterschätzt.

    Auch wenn Eltern zunächst rauchen, ihre Sucht aber irgendwann erfolgreich überwinden, kann dies günstige Auswirkungen auf das Verhalten ihrer Kinder haben: Ein geglückte Beendigung des Nikotinkonsums seitens der Eltern geht für den Nachwuchs mit einem geringeren Risiko einher, selbst zu qualmen – und mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass bereits rauchenden Jugendlichen der Ausstieg aus der Abhängigkeit gelingt, geben die Experten an.


    Quelle: Presseinformation
  • Japan: Gesichtskontrolle beim Zigarettenkauf14.05.2008 - 12:00

    "Erst der Check, dann die Tschick!": So oder so ähnlich dürfte das Motto einer neuen "Errungenschaft" lauten, mit der Zigarettenautomaten in Japan künftig aufgerüstet werden könnten. Ein Hersteller plant, die Geräte mit technischen Möglichkeiten zur Gesichtskontrolle auszustatten; eine integrierte Digitalkamera soll die Gesichtshaut erfassen. Die Idee dahinter: Mittels Analyse von Faltenzahl, Krähenfüßen und Hautspannung ermittelt der Apparat, ob der potenzielle Konsument schon alt genug ist für den geplanten Kaufakt. In Japan darf laut Gesetz nur rauchen, wer älter als 20 Jahre ist.

    "Erwachsene, die die Gesichtskontrolle bestehen, können wie bisher Zigaretten am Automaten kaufen", verspricht man seitens der Herstellerfirma. Japans Regierung hat bereits grünes Licht für ein Kontrollsystem gegeben, bei dem man sich vor dem Zigarettenkauf ausweisen muss. Die Gesichts-Checks hätten im Vergleich zu diesem System den Vorteil, dass Jugendliche nicht mit geborgten Ausweisen Zigaretten kaufen können, so der Hersteller. Eine Erhebung des japanischen Gesundheitsministeriums im Jahr 2004 zeigte, dass 13 Prozent der Burschen und vier Prozent der Mädchen im Alter von 17 bzw. 18 Jahren jeden Tag rauchen.


    Quellen: Reuters Health
  • Luxus statt Laster: Was der Rauchstopp ins Börsel bringt09.05.2008 - 12:17

    Viele Rauchstopp-Kampagnen setzen auf Abschreckung und drastische Warnung vor den gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Einen anderen Zugang wählt die Initiative "Smoking statt Smoking", die am Welt-Nichtraucher-Tag im Wiener Stadion Center Halt macht. Unter dem Motto "Luxus statt Laster" soll aufhörwilligen Raucherinnen und Rauchern am 31. Mai unter anderem präsentiert werden, was sie sich alles leisten könnten, würden sie auf den regelmäßigen Zigarettenkauf verzichten.

    Den Mittelpunkt der Aktion bildet nach Angaben der Veranstalter "eine üppig ausgestattete Luxuslimousine", die versinnbildlichen soll, welches Sparpotenzial ein Rauchstopp mit sich bringt. Ob sich mit dem regelmäßig weggelegten Geld wirklich ein Luxusgefährt berappen lässt, darf bezweifelt werden, der Zugang unterscheidet sich aber mit Sicherheit von drastischen Botschaften à la "Rauchen tötet!". Immerhin gibt laut dem Sozialmediziner Michael Kunze jeder dritte Raucher mit Aufhörambitionen finanzielle Aspekte als einen von mehreren Beweggründen für den Rauchstopp an.

    Am Aktionstag erwartet Besucherinnen und Besucher neben zur Schau gestelltem Luxus auch recht nüchterne Information: So soll ein spezielles Computerprogramm veranschaulichen, wie sich Rauchen bzw. Nichtrauchen nach einigen Jahren auf die Gesichtshaut auswirkt. Ein Quiz vermittelt Daten und Fakten rund ums Rauchen bzw. Nichtrauchen und eine Ärztin informiert über diverse Raucherentwöhnungsprogramme. Die Initiative "Smoking statt Smoking" wird von einem Pharmaunternehmen unterstützt.


    Quellen: Presseinformation
  • Allergiker unterwegs: Tipps für Reisen ohne Risiko09.05.2008 - 12:00

    Urlaubsreisen können für Allergiegeplagte zur Herausforderung werden: Denn lange Aufenthalte im Freien, kombiniert mit Pollen, Sporen, stechenden Insekten oder Luftverschmutzung stellen für empfindliche Personen mögliche Auslöser für Allergie- und Asthma-Anfälle dar. Spezialisten der American Academy of Allergy, Asthma and Immunology (AAAAI) geben in einem aktuellen Statement daher einige Tipps für den möglichst beschwerdefreien Urlaub.

    Im PKW: Gründlich lüften, früh aufbrechen 

    Wer mit dem PKW unterwegs ist, sollte das Auto vor dem Fahrtantritt gründlich lüften, empfehlen die Experten: Noch bevor es sich die Reisenden bequem machen, gelte es zehn Minuten lang die Klimaanlage laufen zu lassen oder kräftig durchzulüften. Besonders sensible Reisende sollten den frühen Morgen oder späten Abend als Reisezeit wählen. Untertags sei die Luftverschmutzung höher, und der oft stockende Verkehr gehe mit Leerläufen und entsprechender Abgasbelastung einher. Während der Fahrt bleiben die Fenster am besten geschlossen, damit Pollen und andere Allergene nicht ins Innere des Fahrzeugs gelangen.

    Im Flugzeug: Medikamente griffbereit

    Wer sich mit dem Flugzeug ans Reiseziel begibt, sollte über den Wolken seine Allergie- und Asthma-Medikamente bei der Hand zu haben. Nahrungsmittel-Allergiker lassen am besten die Finger vom Flugzeugmenü und halten sich an ihren mitgebrachten Proviant. Hilfreich kann nach Auskunft der Fachleute auch ein Nasenspray sein, der das Innere des Riechorgans feucht hält. Denn die Luft im Flugzeug ist zumeist äußerst trocken und kann allergische Symptome verschlimmern.

    Im Hotel: Trockene und sonnige Lage  

    Beim Aufenthalt im Hotel sollten Betroffene nach Möglichkeit ein Allergiker-Zimmer belegen. Oder sie fragen nach einer Unterkunft, die trocken und sonnig gelegen ist und sich nicht in der Nähe eines Schwimmbeckens befindet. Zum Lüften stellen empfindliche Personen lieber die Klimaanlage an, statt das Fenster zu öffnen, meinen die Experten der AAAAI. Zu bevorzugen ist überdies ein Hotel oder Zimmer, zu dem Haustiere keinen Zutritt haben. Schimmelallergiker sollten zudem auf die Benützung von Schubladen und Kästen in ihrer Bleibe verzichten, sind doch diese Stauräume der ideale Plätze für Schimmelsporen.


    Quellen: Reuters Health; aaai.org
  • Rauchstopp: Wie schnell der Körper aufatmet07.05.2008 - 12:00

    Innerhalb von fünf Jahren nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko, eine durch das Rauchen verursachte Gefäßerkrankung zu erleiden, bei Frauen um etwa die Hälfte. Das zeigt eine nun vorliegende Teilauswertung der "Nurses' Health Study", die in den USA seit den 1980er-Jahren läuft. "Da viele Krankheitsrisiken nach dem Rauchstopp sehr rasch zurückgehen, ist es nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören", weiß Studienleiterin Stacey A. Kenfield von der Harvard School of Public Health in Boston.

    Kenfield und ihr Team hatten die Daten von 104.519 Frauen zwischen 34 und 59 Jahren ausgewertet. Sie erhoben unter anderem die Dauer des Nikotinkonsums, die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und den Zeitpunkt des Rauchstopps. Es zeigte sich, dass Frauen, die dem Laster abgeschworen hatten, nach fünf Jahren ein nur mehr halb so großes Risiko aufwiesen, an einer durch das Rauchen verursachten Herzerkrankung zu sterben, wie zum Zeitpunkt des Rauchens.

    Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, war fünf Jahre nach dem Rauchstopp laut den Forschern um rund 20 Prozent gesunken. "Die Kenntnis dieser Fakten könnte aufhörwillige Raucherinnen und Raucher zusätzlich motivieren", hofft Stacey A. Kenfield. Die Wissenschafter glauben, dass die vorliegenden Ergebnisse bei Männern in ähnlicher Weise zutreffen. In der aktuellen Erhebung wurden männliche Probanden allerdings nicht berücksichtigt. Das Studienergebnis wurde im "Journal of the American Medical Association" veröffentlicht.


    Quellen: Journal of the American Medical Association
  • Welt-Asthma-Tag: Gut leben mit der Krankheit06.05.2008 - 12:00

    Der zweite Dienstag im Mai ist alljährlich der verbreiteten Krankheit Asthma gewidmet. Heuer steht der Welt-Asthma-Tag wie auch im Vorjahr unter dem Motto "You Can Control Your Asthma" – der Fokus liegt also auf der Möglichkeit, die eigene Erkrankung unter Kontrolle zu bringen und zu halten. Mithilfe geeigneter Behandlung, so lautet die Botschaft, kann die überwiegende Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit der Atemwegserkrankung gut leben. Die Global Initiative For Asthma (GINA) möchte damit positive Inhalte ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

    Nach Angaben der Initiative haben Betroffene die Krankheit dann unter Kontrolle, wenn folgende Aspekte zutreffen:

    • Keine oder minimale Asthma-Symptome 
    • Kein nächtliches Erwachen aufgrund der Erkrankung 
    • Kein oder nur geringer Bedarf an symptomlindernden Medikamenten 
    • Die Fähigkeit, in normalem Ausmaß körperlich aktiv zu sein und Bewegung auszuüben
    • Normale oder fast normale Ergebnisse beim Lungenfunktionstest 
    • Kein oder seltenes Vorkommen von Asthma-Anfällen

    Die Erreichung dieser Punkte sehen die Veranstalter als Ziel der Behandlung an. Um dieses zu realisieren, hält es die Asthma-Initiative unter anderem für zentral, dass eine tragfähige Partnerschaft zwischen Ärztinnen bzw. Ärzten einerseits und Patientinnen bzw. Patienten andererseits entwickelt wird. Zudem gelte es, die Risikofaktoren für die Erkrankung zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass Menschen diesen Gefahrenquellen weniger ausgesetzt sind. Darüber hinaus wünscht sich die Initiative weitere Fortschritte bei Untersuchung, Behandlung und Beobachtung sowie beim Umgang mit Verschlimmerungen der Krankheit.


    Quelle: ginasthma.com
  • Junge Schwangere unterschätzen die Gefahren des Rauchens16.04.2008 - 12:00

    Mit "Juno" feiert eine charmante US-amerikanische Independent-Komödie über eine schwangere 16-Jährige derzeit auch in den heimischen Kinos große Erfolge. Die Protagonistin des Films raucht nicht – anders als viele andere schwangere Teenager: Einer aktuellen australischen Studie zufolge greift fast jede zweite werdende Mutter unter 20 Jahren trotz Schwangerschaft zur Zigarette. Nach Meinung von Studienautorin Elizabeth Sullivan von der University of New South Wales sollten junge Schwangere eindringlicher auf die Gefahren des Rauchens für ihr Baby und sich selbst hingewiesen und so zum Aufhören motiviert werden.

    Die Wissenschafter fanden heraus, dass in Australien rund 43 Prozent der werdenden Mütter unter 20 Jahren während ihrer Schwangerschaft rauchen. In der Gruppe aller Schwangeren – unabhängig vom Alter – greifen 17,9 Prozent regelmäßig zur Zigarette. Dabei wiegen laut Sullivan die Neugeborenen von jungen rauchenden Müttern im Schnitt 180 Gramm weniger als die Kinder von jungen Frauen, die während der Schwangerschaft nicht geraucht haben. Neben einem geringeren Geburtsgewicht könne Rauchen in der Schwangerschaft zu einer langsameren Entwicklung des Kindes führen und chronische Erkrankungen im späteren Leben begünstigen, schreibt Sullivan.

    Die im "Medical Journal of Australia" veröffentlichte Studie zeige darüber hinaus, dass sich ein Rauchstopp auch während der Schwangerschaft noch lohnt: So würden die Neugeborenen von sehr jungen Müttern, die vor der 20. Schwangerschaftswoche mit dem Rauchen aufgehört haben, kein signifikant geringeres Geburtsgewicht aufweisen. Auch eine Reduktion der täglichen Zigarettenmenge senkt laut den Forschern das Risiko geringen Geburtsgewichts. Sullivan und ihr Team bezogen ihre Daten aus einer großen Studie, die zwischen den Jahren 2001 und 2004 die Geburten in Australien dokumentiert hatte.


    Quellen: The Medical Journal of Australia; news-medical.net
  • Anreiz zum Rauchstopp: Wie alt ist meine Lunge?11.03.2008 - 12:00

    Befund ist nicht gleich Befund: Eine plastische Darstellung von Untersuchungsergebnissen ist britischen Forschern zufolge mitunter zielführender als die Vermittlung nüchterner Zahlen. Klärt man rauchende Zeitgenossen etwa über das "Alter" ihrer Lunge auf, so bringt diese Information offenbar mehr Raucher zum Aufhören als ein schwer verständlicher Lungenfunktionswert.  

    Volumen versus Alter

    Wie die Wissenschafter um den Allgemeinmediziner Gary Parkes im "British Medical Journal" berichten, hatten sie bei 561 nikotinabhängigen Probanden über 35 Jahren einen Lungenfunktionstest durchgeführt. Die Ergebnisse wurden den Teilnehmenden jedoch in unterschiedlicher Weise mitgeteilt: Einem Teil der Probanden gab man das Resultat in Form des FEV1-Wertes bekannt. FEV1 steht für "forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde" und bezeichnet jenes Luftvolumen, das man nach maximaler Einatmung bei größter Anstrengung in der ersten Sekunde ausatmen kann.

    Die andere Hälfte der Teilnehmer erfuhr das Testresultat hingegen in Form ihres individuellen "Lungenalters". Darunter versteht man jenes Alter, in dem gesunde Menschen im Durchschnitt das gleiche Testergebnis erzielen. Beide Probandengruppen erhielten des Weiteren den Ratschlag, das Rauchen aufzugeben, sowie das Angebot, an eine Rauchstopp-Servicestelle weitergeleitet zu werden.

    Lungenalter als starker Motivator?

    Zwölf Monate nach dieser Untersuchung erhoben die Wissenschafter mittels Speicheltests, wer in der Zwischenzeit dem Nikotinkonsum abgeschworen hatte. Dabei zeigte sich folgender Unterschied: In jener Gruppe, die über den FEV1-Wert in Kenntnis gesetzt worden war, hatten 6,4 Prozent der Probanden mit dem Rauchen aufgehört. In jener Gruppe, in der die Teilnehmer mit dem "Alter" ihrer Lunge konfrontiert worden waren, hatten dagegen 13,6 Prozent den Rauchstopp geschafft.

    "Rauchern ihr Lungenalter mitzuteilen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Rauchen aufgeben, signifikant", fassen die Studienautoren zusammen. Die Maßnahme, das Ergebnis des Lungenfunktionstests in besser vorstellbaren Begriffen zu vermitteln, habe offenbar Wirkung gezeigt – und sei zudem durchaus kostengünstig, hält das Forscherteam fest.


    Quellen: British Medical Journal; Reuters Health
  • Rauchverbot: Italien zeigt, was es bringen kann13.02.2008 - 12:00

    Die Zahl der Herzinfarkte und anderer mit dem Herz-Kreislauf-System in Verbindung stehender Akuterkrankungen ist in Italien seit der Einführung des Rauchverbotes in öffentlichen Gebäuden und Lokalen signifikant zurückgegangen. Das berichten römische Forscher im Fachblatt "Circulation", das von der American Heart Association herausgegeben wird. Laut Studienleiter Francesco Forastiere ist die Zahl der Infarkte bei den 35- bis 64-Jährigen um rund elf Prozent zurückgegangen. In der Altersgruppe 65+ habe man einen Rückgang um rund acht Prozent verzeichnet.

    "Rauchverbote am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden tragen wesentlich zu einer Abnahme der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei", folgert Forastiere. Das führe das Beispiel Italien ganz deutlich vor Augen. Die Forscher hatten das gegenwärtige Infarkt-Aufkommen mit jenem vor fünf Jahren verglichen, als in Bar und Pizzeria noch geraucht werden durfte. Den signifikanten Rückgang führen sie vor allem darauf zurück, dass nichtrauchende Gäste nicht mehr zum Passivrauchen genötigt sind. Zudem falle es Aufhörwilligen in rauchfreier Umgebung leichter, auf die Zigarette zu verzichten. Darauf weise auch der Rückgang beim Zigarettenabsatz hin: Seit Einführung des Rauchverbots gehen laut Bericht um 5,5 Prozent weniger Glimmstängel über die italienischen Ladentische.


    Quellen: Circulation; medicalnewstoday.com
  • Ruhelos: Schlechter Schlaf durch Zigaretten06.02.2008 - 12:00

    Nikotinsucht ist offenbar auch der nächtlichen Erholung abträglich: Wie Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine berichten, schlafen Zigarettenkonsumenten vergleichsweise schlecht. Eine aktuelle Untersuchung zur Schlafqualität von 40 gesunden Rauchern und ebenso vielen abstinenten Probanden brachte nach Angaben der US-Wissenschafter eine Reihe von Unterschieden zutage: So klagten lediglich fünf Prozent der Nichtraucher, aber 23 Prozent der nikotinsüchtigen Teilnehmer über unzufriedenstellenden Schlummer, geben die Studienautoren im Fachblatt "Chest" an.

    Nächtlicher Entzug & Einschlafprobleme 

    Darüber hinaus zeigten Messungen mittels Elektroenzephalogramm (EEG), dass die Raucherinnen und Raucher weniger Zeit im Tiefschlaf und mehr Nachtstunden in den leichteren Schlafphasen verbrachten als die abstinenten Probanden. Die größten Unterschiede in den Schlafmustern hätten sich in der Phase gleich nach dem Einnicken gezeigt. Eine Ursache für die beeinträchtigte Schlafqualität dürfte sein, dass der Körper selbst während dieser Erholungsphasen von kleinen Entzugserscheinungen geplagt wird, erläutern Naresh Punjabi und Kollegen. Zudem könne die anregende Wirkung der Glimmstängel das Einschlafen erschweren.


    Quellen: Chest; Reuters Health
  • Weltkrebstag 2008: Aktiv gegen Passivrauch!31.01.2008 - 12:00

    Der Weltkrebstag am 4. Februar ist in diesem Jahr dem Schutz von Kindern vor Passivrauch gewidmet. Unter dem Motto "I love my smoke-free childhood" will die WHO eine rauchfreie Umgebung für die Jüngsten fördern. Hierzulande setzen sich unter anderem die Österreichische Krebshilfe und die Kinder-Krebs-Hilfe für den Schutz der Heranwachsenden vor unfreiwilligem Mitrauchen ein.

    "Wir Erwachsene sind gefordert, Kindern eine rauchfreie Umwelt zu garantieren", hält Prof. Paul Sevelda, Präsident der Krebshilfe, fest. "Vor allem Eltern sollten sich ihrer Vorbildwirkung und ihrer Verantwortung bewusst sein. Vermeiden Sie, neben Ihren Kindern zu rauchen und erlauben Sie es auch anderen nicht!" appelliert der Experte.

    Gerade der kindliche Organismus reagiert besonders empfindlich auf Tabakrauch, informiert die Krebshilfe. Gleichzeitig sind weltweit rund 700 Millionen Kinder – etwa im Auto oder zuhause – dem schädlichen Rauch ausgesetzt. Mit ihrem neuen "Ratgeber für Raucher, Nichtraucher und Passivraucher" will die Krebshilfe weitere Aufklärung und Hilfestellung leisten. Die kostenlose Broschüre kann per E-Mail an service@krebshilfe.net bestellt werden.


    Quelle: Presseinformation
  • Atemlos: Gestresste Mütter, asthmakranke Kinder?21.01.2008 - 12:00

    Mädchen und Buben, deren Mütter chronisch gestresst sind, haben häufiger Asthma als Heranwachsende, deren Erziehungsberechtigte nicht so stark unter zeitlichem und emotionalem Druck stehen. Das wollen kanadische Forscherinnen und Forscher in einer Langzeitstudie mit 14.000 Kindern gezeigt haben. Das höhere Erkrankungsrisiko bei den Kleinen bleibe auch dann bestehen, wenn man andere Einflussfaktoren für die Entwicklung von Asthma – wie das Einkommen der Eltern oder das Geschlecht des Kindes – einbeziehe, so die Wissenschafter um Anita Kozyrskyj von der Universität Manitoba.

    "Wir wissen heute, dass klassische Umweltfaktoren allein die Entstehung der Asthma-Erkrankung nicht erklären können", so die Studienleiterin. "Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass vor allem Mädchen und Buben, deren Mütter in den ersten Jahren großem Stress ausgesetzt waren, im weiteren Verlauf ihrer Kindheit eher Asthma entwickeln." Die Detailergebnisse der Studie wurden in der Jänner-Ausgabe des "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlicht.

    Auf welche Weise der mütterliche Stress das Krankheitsrisiko des Kindes beeinflusst, können die Forscher noch nicht erklären. Fest stehe jedenfalls, dass stark belastete Frauen häufiger rauchen und ihre Babys seltener stillen – Faktoren, die laut Kozyrskyj die Asthma-Entstehung beim Nachwuchs begünstigen können. Auch würden gestresste Mütter weniger mit ihrem Kind interagieren, was dessen Immunsystem beeinträchtigen könne. Die Konsequenz aus der Untersuchung sollten keinesfalls Schuldzuweisungen an diese Mütter sein, so Kozyrskyj. Im Mittelpunkt müsse vielmehr die Frage stehen, wie diese effektiv entlastet werden können.


    Quellen: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine; eurekalert.org
  • Mitgefangen: Rauchende Eltern, allergische Kinder14.01.2008 - 12:00

    Kleine Kinder, die durch ihre Eltern zum Passivrauchen verdammt sind, haben ein erhöhtes Allergierisiko. Das bestätigt eine aktuelle Studie des Karolinska Instituts in Stockholm. Die schwedischen Forscher hatten mehr als 4.000 Familien mit Kindern in ihre Untersuchung einbezogen. Sie konnten zeigen, dass jene Kinder, die dem Passivrauch sehr früh ausgesetzt waren, fast doppelt so häufig an unterschiedlichen Allergien litten. Die Studie wurde im Fachjournal "Thorax" veröffentlicht.

    Die an der Studie teilnehmenden Mütter und Väter füllten zu vier Zeitpunkten Fragebögen aus: als ihre Kinder das Alter von zwei bzw. zwölf Monaten sowie von zwei und schließlich vier Jahren erreicht hatten. Zusätzlich untersuchten die Forscher das Blut der Kinder auf das Vorhandensein von Immunglobulin E (IgE) – also von Antikörpern, die auf Allergien hinweisen. Insgesamt habe ein Viertel aller Mädchen und Buben im Alter von vier Jahren hohe IgE-Werte im Blut aufgewiesen.


    Quellen: Thorax; medicinenet.com
  • Allergien: Zuerst Katzen, dann Asthma und Heuschnupfen?04.12.2007 - 12:00
    Wenn Kinder in der Gegenwart von Katzen schniefen und niesen, dann könnte das ein Vorbote für spätere Allergien sein: Das berichten Wissenschafter der Medizinischen Universität zu Lübeck im Fachjournal "Allergy". Ihre Untersuchung mit rund 1.200 elfjährigen Teilnehmenden habe Folgendes gezeigt, geben die Wissenschafter um Torsten Schäfer an: Von jenen jungen Probanden, die Symptome einer Katzenhaar-Allergie zeigten, entwickelte ein Fünftel in den darauffolgenden neun Jahren Asthma; bei knapp der Hälfte trat Heuschnupfen auf. Eine frühe Empfindlichkeit gegenüber Katzen könnte daher ein Hinweis auf später entstehendes Asthma und Heuschnupfen sein, lautet das Resümee.
    Quellen: Reuters Health; Allergy