Auf diesen Seiten finden Sie Informationen über COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease).

Was verbirgt sich hinter diesem kompliziert klingenden englischen Begriff?

Chronic ist das englische Wort für chronisch und das bedeutet anhaltend – d.h. eine Krankheit, die nicht wieder verschwindet
Obstructive steht für obstruktiv und bedeutet teilweise blockiert oder verstopft
Pulmonary ist das englische Wort für Lunge
Disease ist das englische Wort für Krankheit.

Diese Seiten sind vor allem für Menschen mit COPD, ihre Familien, Freunde und Betreuer bestimmt.

Für COPD werden auch viele andere Bezeichnungen verwendet. Falls Ihre Krankheit mit einem der folgenden Begriffe bezeichnet wird, dann sind die Informationen auf dieser Webseite auch für Sie gültig.

  • Raucherhusten
  • Emphysem
  • Chronische Bronchitis
  • Chronisch obstruktive Bronchitis
  • Chronische Atemeinschränkung
  • Chronische Atemobstruktion
  • Chronische Atemwegsobstruktion
  • Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
  • Chronisch obstruktive Lungenkrankheit
  • Nicht-reversible obstruktive Atemwegserkrankung


Weltweit leiden mehr als 600 Millionen Menschen an COPD. COPD ist eine der wenigen wichtigen Krankheiten, deren Häufigkeit noch zunimmt, das heißt die Zahl der Menschen, die an dieser Krankheit leiden oder bei denen sie neu festgestellt wird, wächst.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen, die Ihnen helfen sollen, Ihre Krankheit zu verstehen, aber auch eine Beschreibung aller Möglichkeiten, die Ihnen helfen können, die Krankheit in den Griff zu bekommen und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Einige dieser Seiten können Sie auch ausdrucken.

COPD ist zwar eine schwere, belastende Krankheit, es gibt aber viele Dinge, die Sie dagegen tun können und die Ihnen helfen können, Ihr Leben positiv zu beeinflussen und zu verbessern. Einige dieser Dinge werden auf den Seiten beschrieben, die Sie hier ausdrucken können.

Die häufigsten Zeichen und Symptome von COPD sind Atemnot, das heißt vermehrte Anstrengung beim Atmen, Schweregefühl oder ein vermehrter "Bedarf an Atemluft", übermäßige Schleimproduktion, und chronischer Husten. Manche Menschen, die an COPD leiden, haben das Gefühl, ständig nach Luft schnappen zu müssen. Bei körperlicher Betätigung können sich diese Symptome noch weiter verschlechtern, aber auch wenn Sie eine Atemweginfektion haben oder während einer Exazerbation – einer bestimmten Zeitspanne, während der sich die Symptome plötzlich verstärken und die Krankheit stärker spürbar ist.

Durch eine COPD wird Ihre Atemfunktion beeinträchtigt. COPD ist eine progrediente Krankheit, das heißt, dass COPD im Laufe der Zeit stärker wird und sogar zum Tod führen kann. Das bedeutet, dass sich Ihre Atemfähigkeit allmählich verschlechtern kann und sich mit fortschreitender Krankheit auch ihre normalen Alltagsaktivitäten schwieriger gestalten könnten.

Für COPD gibt es auch eine Reihe anderer Bezeichnungen, etwa: Emphysem, chronische Bronchitis, chronisch obstruktive Bronchitis, chronische Atemeinschränkung, chronische Atemobstruktion, chronische Atemwegsobstruktion, chronisch obstruktive Atemwegserkrankung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, nicht-reversible obstruktive Atemwegserkrankung.

Eine COPD kann verschiedene Teile der Atmungsorgane beeinträchtigen, dazu gehören die Atemwege und die Lungen.

Wer kann COPD bekommen?

Rauchen ist sicherlich die häufigste Ursache für COPD. Die Krankheit tritt am häufigsten bei Personen über 40 Jahren auf. Bei Kindern lässt sich COPD nicht feststellen.

Intensiver oder langfristiger Kontakt mit bestimmten Formen von Staub oder mit bestimmten Chemikalien kann das Risiko für COPD ebenfalls erhöhen oder die Krankheit noch verstärken, wenn Sie bereits an COPD leiden.

Schließlich gibt es auch einige Menschen mit einer seltenen, vererbbaren Störung, die die Anfälligkeit für COPD erhöht. Diese Menschen produzieren kein a-1 Antitrypsin – ein Enzym, das beim Abbau von Schleim in den Atemwegen hilft.

 

COPD ist eine schwerwiegende Erkrankung – doch Sie können viel tun, um sich selbst zu helfen! Diese Seiten bieten Ratschläge, wie Sie Ihre Lebensqualität optimal verbessern und die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen minimieren können.

Betreiben Sie aktives Krankheitsmanagement und verbessern Sie so Ihre Lebensqualität. Menschen aus den verschiedensten medizinischen Berufen werden bei der Behandlung Ihrer Krankheit eine Rolle spielen. Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Pflegepersonal, sie alle können Ihnen im Umgang mit der Krankheit Hilfe und Unterstützung bieten.

Es ist wichtig, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin haben. Scheuen Sie sich nicht, den Arzt/die Ärztin aufzusuchen, um etwaige Veränderungen Ihres Gesundheitszustands zu besprechen, sagen Sie es ihm/ihr, wenn Sie sich wegen der Behandlung oder unerwarteter Symptome Sorgen machen.

Dieser Abschnitt behandelt die Frage, wie Sie mit Ihrer Krankheit besser umgehen können und welche Form der Behandlung Sie zu erwarten haben. Einige dieser Seiten können Sie ausdrucken und später jederzeit nachlesen.

Weiter Informationen folgen!

Wenn Sie an COPD leiden, müssen Sie unter Umständen Ihre Lebensweise umstellen. Das kann Veränderungen oder Einschränkungen bei Hobbies oder anderen Aktivitäten erforderlich machen. Es kann auch bedeuten, dass Sie in Ihrem Alltagsleben fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Diese Veränderungen können einen tiefen Einschnitt in Ihrem Leben bedeuten. Das folgende Beispiel schildert, wie Menschen mit COPD mit dieser Herausforderung fertig geworden sind.

Bei Maria, einer pensionierten Witwe aus Vorarlberg wurde vor zwei Jahren COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung) diagnostiziert.

Maria ist heute 64 Jahre und rauchte schon in jungen Jahren regelmäßig, wenn sie in Gesellschaft war. Sie hat ihren Zigarettenkonsum jetzt zwar eingeschränkt, raucht aber noch immer gelegentlich nach dem Essen oder wenn sie mit Freunden zusammen ist. Ihr Arzt hat errechnet, dass sie über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren täglich etwa 20 Zigaretten geraucht hat.

„Als ich jung war, rauchte ich wie verrückt. Die Zigaretten waren damals spottbillig, und schließlich rauchte jeder. Man hatte das Glas in der einen Hand und die Zigarette in der anderen. Ich habe auch später nicht aufgehört und mein Leben lang geraucht”, erzählt Maria.

Bei Maria zeigten sich zunehmend Symptome einer COPD wie z.B. Atemnot gemeinsam mit Husten, doch Maria wusste damals nicht, dass sie an dieser Krankheit litt und dachte, ihre Beschwerden seien einfach altersbedingt. Im Laufe der Zeit kam sie immer schneller außer Atem und litt regelmäßig an Exazerbationen , die durch Infektionen im Brustraum ausgelöst wurden und mit oralen Steroiden und Antibiotika behandelt werden mussten.

„Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich plötzlich eines Morgens wirklich schwere Atembeschwerden und keuchte nur mehr, ich rief den Arzt, und der gab mir Steroide und Antibiotika und verschrieb mir eine Behandlung mit einem Vernebler, und ich fühlte mich wieder besser. Danach bekam ich jedes Mal diese plötzliche Atemnot, wenn ich eine Verkühlung mit Husten hatte und musste wieder den Arzt aufsuchen. Es kam immer wie ein Anfall“, schildert Maria.

Die COPD hat sich bei Maria zunehmend verschlechtert. Ihre Atemnot wurde immer schlimmer und ihre Lungenfunktion lag 50% unter dem für sie zu erwartenden Wert (FEV < 50%) .

„Ich lebe alleine und erreiche meine Wohnung nur über eine steile Wendeltreppe. Früher konnte ich die Treppe noch richtig hinauflaufen, aber jetzt muss ich mir Zeit lassen, sonst komme ich außer Atem. Manchmal ärgere ich mich richtig; es ist nicht lustig, keine Luft mehr zu kriegen; es macht mir auch Angst, wenn ich ehrlich bin.“

Vor sechs Monaten ging Maria nach einer neuerlichen Verschlechterung zur Nachuntersuchung beim praktischen Arzt, der ihr eine neuartige Inhalationstherapie verschrieb. Maria erzählt: „Seit ich diese neue Behandlung verwende, leide ich nicht mehr so stark an Atemnot, und das ist für mich eine große Erleichterung. Gegenüber meinem Haus gibt es einen Wald, dort kann ich nun so an die ein bis zwei Kilometer spazieren.“

Selbstverantwortung

Auch wenn es natürlich Aufgabe des Arztes ist, dem Patienten das Leben mit dem Leiden so leicht wie möglich zu machen, ist dieser doch nicht rund um die Uhr verfügbar. Leben mit Allergie, Asthma oder COPD heißt deshalb auch: Selbstkontrolle, Selbstbehandlung, Selbstmanagement.

In diesem Fall müssen die Betroffenen wissen, was in welcher Situation zu tun ist. Dazu müssen Sie umfassend informiert und geschult sein. Die Österreichischen Lungenunion bietet (vorerst nur im Osten Österreichs) die Möglichkeit, alles über die Krankheit zu erfahren, zu lernen, spezielle Probleme auch im Notfall zu managen, die richtige Inhalationstechnik und atemerleichternde Stellungen zu beherrschen, gut vorbereitet auch auf Reisen gehen zu können und wie wichtig richtiges Training ist.

Nutzen Sie daher die laufend angebotenen Allergie/Asthma- und COPD-Schulungen. Nähere Informationen finden Sie unter Patientenschulung.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Ihnen wahrscheinlich Fragen über Ihre Symptome stellen, vor allem über Ihren Husten, wie viel Schleim Sie produzieren und ob sie rauchen. Die Antworten auf diese Fragen lassen erkennen, ob bei Ihnen das Risiko für COPD besteht; aber um die Diagnose zu bestätigen, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin einige Untersuchungen und Tests (z.B. Spirometrie, Blutgasmessungen, Röntgen, Schleimuntersuchung, Belastungstests,...) durchführen, um Ihre Lungenfunktion zu überprüfen.

In welchem Stadium ist die Krankheit?

Anhand der Untersuchungsergebnisse wird COPD in verschiedene Stadien eingeteilt – Frühstadium, mittelschweres Stadium und schweres Stadium. Diese Krankheitsstadien werden manchmal auch als Stadium I, Stadium II, III bzw. Stadium IV bezeichnet.

  • Im Frühstadium von COPD (Stadium I) zeigt sich üblicherweise chronischer Husten und Schleimproduktion.
  • Im mittelschweren COPD-Stadium (Stadium II) werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Sie bei körperlicher Anstrengung atemlos werden. Zumeist konsultieren die Patienten in diesem Stadium erstmals Ihren Arzt/Ihre Ärztin.
  • Bei schwerer COPD (Stadium III) stellt sich bereits bei geringster körperlicher Anstrengung Atemnot ein. Es könnten auch Zeichen dafür bestehen, dass auch andere Organe von diesem Versagen der Atemfunktion betroffen sind, möglicherweise Herz- oder Kreislaufprobleme.
  • Bei der schwersten Form von COPD (Stadium IV) kommt es auch ohne körperliche Anstrengung – also auch bei Ruhe – zu schwerer Atemnot und es bestehen höchstwahrscheinlich abgesehen von diesen Atemschwierigkeiten auch andere Probleme. Bei manchen Patienten zeigen sich Herzprobleme.


Einige Ärzte unterscheiden zusätzlich auch noch ein Stadium 0; dieses Stadium umfasst Patienten, bei denen das Risiko für COPD besteht, obwohl ihre Untersuchungsergebnisse bei der Spirometrie keine Anomalien zeigen.



COPD ist eine Krankheit, die sich im Laufe der Zeit verschlechtert; meistens geschieht dies allmählich, manchmal kann die Krankheit aber auch plötzlich schlechter werden. Das nennt man eine Exazerbation.
Ärzte verstehen unter einer Exazerbation eine Verschlechterung des Krankheitszustandes, die durch eine plötzlich einsetzende Verstärkung von unbeherrschbaren Symptomen wie etwa schwere Atemnot und starke Schleimproduktion mit Husten. Manchmal wird eine solche Exazerbation auch als "Lungenattacke" bezeichnet.

Hier finden sie eine Sammlung von Fragen die wir häufig von Patienten gestellt bekommen.

 

Die frühere psychosomatische Literatur hat Asthmatikern bestimmte Persönlichkeitszüge zugeschrieben, die als Krankheitsauslöser gesehen wurden. Unter psychosomatischen Krankheiten allgemein sind solche Erkrankungen zu verstehen, bei deren Entstehung und weiterem Verlauf neben biologischen Faktoren vor allem die psychischen Bedingungen eine ganz besondere Rolle spielen. Da psychische Auffälligkeiten, wie besondere Ängstlichkeit, Angespanntheit, etc. häufig bei Menschen mit Asthma beobachtet wurden, wurde diese Krankheit oft als Psychosomatose bezeichnet.

In neueren psychosozialen Forschungsansätzen legt man das Hauptaugenmerk auf Klärung der Frage, durch welche psychotherapeutischen Verfahren das Ausmaß bestehender Angst und die Häufigkeit von Anfällen reduziert werden kann. Neuere Ansätze der wissenschaftlichen Psychologie (unter dem Namen: Verhaltensmedizin) betonen ein Zusammenwirken biologischer, psychologischer sowie sozialer Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf von Atemwegserkrankungen.

Der Verhaltensmedizin liegt ein biopsychosoziales Verständnis von Gesundheit und Krankheit zugrunde, wonach Krankheiten sich nicht mit einem einfachen Kausalmodell hinreichend beschreiben lassen. Das heißt, nicht ein bestimmter innerer, ungelöster Konflikt führt zu Krankheit, sondern ein Zusammenwirken mehrere Faktoren.

Asthma wird als multifaktorielles Krankheitsgeschehen betrachtet, wobei auch psychische Faktoren Einfluss nehmen können.

Wenn Patienten von Asthma und Psychotherapie reden, denken die meisten an die Frage der Entstehung von Asthma, an mögliche psychische Ursachen dieser Erkrankung. Viele haben vielleicht schon in das eine oder andere Buch über Psyche und Asthma, von denen es ja viele gibt, von denen einige allerdings leider auch sehr unseriös und unwissenschaftlich geschrieben sind, hineingeschaut, um etwas mehr über sich zu erfahren.

Sehr oft werden sie dann davon abgeschreckt, oder die Theorien treffen auf inneren Widerstand, und zwar, weil sehr oft die Frage der Schuld im Mittelpunkt steht. Immer wieder wurde versucht, Asthmatikern bestimmte Wesensarten zuzuschreiben. Die Liste der zugeschriebenen Eigenschaften ist lang: so wurden Asthmatiker als abhängiger, sanfter, empfindsamer, ängstlicher, aggressiver und perfektionistischer beschrieben.

Schaut man sich diese Untersuchungen, die solchen Beschreibungen zugrunde liegen, genauer an, stößt man sehr oft auf Einzelfallstudien, deren Ergebnis dann verallgemeinert wurde. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Gewisse Persönlichkeitszüge sind nicht so sehr – oder wenn, dann zumindest nicht eindeutig feststellbar – Auslöser, sondern vielmehr Folgen einer chronischen Erkrankung. Manche Eigenschaften eines Menschen verstärken sich oder schaukeln sich gegenseitig auf; so können Asthmatiker, die oft Anfälle erlebt haben, immer ängstlicher werden, dadurch gereizter und aggressiver, weil dauernd in ”Angstbereitschaft” und kommen so leicht in einen Teufelskreis, den sie ohne fremde Hilfe nicht mehr durchbrechen können.

Es geht nicht um Heilung, sondern um richtigen Umgang mit der Krankheit. Hier wiederum ist es erforderlich, zu analysieren, wie gehe ich als Patient mit meiner Erkrankung um, bestimmt die Krankheit mein ganzes Leben, definiere ich mich nur noch über die Krankheit?

Es geht darum, Kontrolle zurückzugewinnen. Atemwegserkrankungen gehen immer mit dem Gefühl von Kontrollverlust einher, die Auswirkungen dieses Gefühls sind besonders massiv bei Patienten, die durch besondere Lebensumstände ohnedies die Überzeugung haben, auf nichts in ihrem Leben wirklich Kontrolle ausüben zu können.

Hat z.B. ein Mensch durch viele Enttäuschungen immer wieder die Erfahrung gemacht, allem hilflos ausgeliefert zu sein, so wird er sich auch der Krankheit gegenüber völlig passiv und resignativ verhalten. Eine Aufarbeitung seiner früheren leidvollen Erfahrungen in einer Psychotherapie kann entscheidend zu einem anderen, zur Verbesserung der Lebensqualität führenden Umgang mit Krankheit beitragen.

Akzeptanz der Erkrankung

Besonders junge Menschen tun sich schwer mit der Akzeptanz einer Atemwegserkrankung. Viele verbinden sie mit Schwäche, genieren sich dafür. Die Selbstwahrnehmung als „krank, nicht fit und vital“ passt nicht ins erwünschte Selbstkonzept eines unternehmungslustigen, starken und leistungsfähigen Menschen. Je besser ich als Betroffener allerdings die chronische Erkrankung akzeptiere, umso weniger erlebe ich emotionalen Stress.

Dieser emotionale Stress durch die Nicht-Akzeptanz der Erkrankung führt seinerseits wieder dazu, dass zusätzliche persönliche und berufliche Belastungen stärker empfunden werden. Jeder Mensch kann nur ein gewisses Maß an Stress aushalten und bewältigen. Fordert die Akzeptanz der Erkrankung zu viel Stress, so fehlt mir als Betroffener die Kraft, mit anderen, zusätzlichen Belastungen adäquat umzugehen.

Zwei Grundkonflikte lassen sich signifikant häufig bei Patienten dieser Krankheitsgruppe finden:

  • Abhängigkeits – Unabhängigkeits - Konflikt
  • Nähe – Distanz – Konflikt


Für diese innerpsychischen Konflikte typisch sind Probleme mit Autoritäten, Unterdrücken von Aggressionsäußerungen, Bedürfnis nach Nähe, aber gleichzeitig Angst davor, diese Nähe auszuhalten. Wie vorhin erwähnt, sind diese Probleme nicht immer Auslöser für die Erkrankung gewesen, sondern oft Folgeerscheinungen der Anpassung an die Krankheit, oder der versuchten Anpassung daran.

Welche Ansatzpunkte gibt es, die psychotherapeutische Hilfestellungen notwendig oder hilfreich erscheinen lassen?

In Untersuchungsergebnissen konnten nachgewiesen werden:

  • Zusammenhänge zwischen Angstbereitschaft und Anfallshäufigkeit

    Bei Patienten mit Asthma bronchiale sind Zusammenhänge zwischen bestimmten Gefühlen und Spasmen der Bronchien sowie Zusammenhänge zwischen Ausmaß bestehender Angst und Häufigkeit von Anfällen experimentell nachgewiesen.
  • Asthmatiker reagieren im Vergleich zu Nichtasthmatikern in psychischen Belastungsreaktionen mit einem signifikanten Anstieg des Atemwiderstandes.
  • Durch psychotherapeutische Verfahren insbesondere Entspannungs-therapien können Bronchospasmen günstig beeinflusst werden.

Die Autorin:

Dr. Christa Wenninger
Klinische Psychologin und Psychotherapeutin
Lehrbeauftragte am Institut für medizinische Psychologie
Tel: 01 / 495 16 28

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