Was sind erste Anzeichen?

Früherkennung von Lungenkrebs ist schwierig. Wenn Patienten auffällige Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot oder blutigen Husten entwickeln, ist der Tumor meist schon weit fortgeschritten und hat sich in umgebende Gewebe ausgebreitet. Umso mehr sollten Risikopatienten (Raucher) die Angebote zur regelmäßigen Kontrolle beim Lungenfacharzt wahrnehmen. Denn: je später der Krebs entdeckt wird, desto schlechter sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Es gibt keine typischen Frühsymptome beim Lungenkrebs. Ebenso ist derzeit kein Verfahren zum raschen und empfindlichen Screening, der Kontrolle bei Gesunden etabliert. Es gibt aber Anzeichen, die besonders bei Rauchern zu Vorsicht mahnen: Husten ist ein mögliches Symptom der Erkrankung. Wenn Sie neuerdings oft husten oder sich ein bestehender chronischer Raucherhusten verändert, sollte dies ein Anlass für eine Kontrolle beim Arzt sein.

Das gilt natürlich bei blutigem Husten ganz besonders. Auch hinter einer hartnäckigen Bronchitis oder Erkältung, die sich selbst unter Gabe von Antibiotika nicht bessert, kann ein Tumor verborgen sein. Weitere Warnsignale sind Gewichtsverluste, ein allgemeines Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit oder eine im Labor entdeckte Blutarmut (Anämie). Das Auftreten von Schmerzen des Brustkorbes und der Schultern oder von Lähmungen der Arme können ebenfalls Symptome des Lungenkrebses sein.

Die Krankheitszeichen sind oft so vieldeutig, dass sie zunächst verkannt werden können. Die genaue Wahrnehmung dieser Zeichen soll nicht verunsichern und keine Panik auslösen, doch müssen sie ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Leider wird der Besuch beim Arzt von vielen Patienten aus Angst vor der Diagnose Lungenkrebs hinausgezögert.

Symptome des Lungenkrebses

  • Husten - neu aufgetreten oder Veränderung eines chronischen Raucherhustens
  • Blutiger Auswurf beim Husten
  • Bronchitis / Erkältung – ohne Besserung auf Antibiotikatherapie oder immer wiederkehrend
  • Atemnot
  • Lähmungen oder starke Schmerzen im Bereich Brustkorb, Schultern oder Arme
  • Schwellungen des Gesichts oder des Halses
  • Gewichtsverlust – ab 5 kg
  • Schwäche, Kräfteverfall, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit


Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose
Da Lungenkrebs in frühen Stadien nur selten Beschwerden verursacht werden kleinere Tumore fast immer nur zufällig entdeckt, beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung aus anderem Anlass. Im Röntgenbild fallen Tumore der Lunge als so genannte Rundherde oder Rundschatten auf. Allerdings müssen sie eine gewisse Mindestgröße (ab etwa 1,5 cm Durchmesser) haben, um sichtbar zu werden. In frühen Stadien kann der Krebs geheilt werden, bei fortgeschrittener Erkrankung konzentriert sich die Therapie darauf, die verbleibende Lebenszeit lebenswert zu gestalten und möglicherweise zu verlängern. Somit zählt jeder für die frühere Erkennung gewonnene Tag.

Derzeit gibt es keine für die breite Anwendung geeigneten Screeningmethoden, wie bei Darm-, Prostata- oder Brustkrebs. Röntgenreihen oder Kontrollen von abgehustetem Bronchialsekret (Sputum), sind nur für Hochrisikopatienten wie starke Raucher oder Personen mit einer beruflichen Schadstoffbelastung von Nutzen: In der Vergangenheit waren sie große Hoffnungsträger der Früherkennung. In internationalen Studien wurden in den 70er Jahren über 70.000 Personen aufwändig untersucht. Im Verlauf konnte allerdings nur bei einer sehr geringen Patientenzahl ein Lungenkrebs so früh entdeckt werden, dass eine Operation Aussicht auf Heilung hatte.

Der Wert der zytologischen Untersuchungen, aber auch jener von Röntgenreihenuntersuchungen wurde damals sehr zurückhaltend beurteilt. Dennoch zeigten schon die alten Studien, dass eine Früherkennung des Lungenkrebses prinzipiell möglich ist. Das Erkennen von Risikopersonen und entsprechend engmaschige Kontrolle spielen dabei eine Schlüsselrolle. Besonders gefährdet sind:

  • Raucher
  • Menschen mit beruflichem Kontakt mit krebserregenden Stoffen
  • Menschen mit familiärer Veranlagung - seltener auch Menschen mit vorangegangenen Lungenerkrankungen


Ob sich neue Verfahren wie die Spiral-Computertomographie oder molekularbiologische Analysen des Bronchialsekrets für allgemeine Früherkennungsprogramme eignen ist noch nicht bewiesen.

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