Was ist Lungenfibrose

Der Begriff Lungenfibrose fasst die Gruppe der Interstitiellen Lungenerkrankungen zusammen. Deren häufigster und auch gefährlichster Vertreter ist die Idiopathische Pulmonale Fibrose IPF, eine fortschreitende Lungenerkrankung unbekannter Ursache, die zu einer Zerstörung und Verfaserung des Lungengewebes führt. Daneben existieren zahlreiche weitere Formen, denen eine fast immer bessere Prognose gemeinsam ist. Die Diagnosestellung ist aufgrund der Komplexität und Vielfalt der einzelnen Erkrankungen anspruchsvoll und ein Prozess, bei dem mehrere medizinische Fachbereiche eingebunden sind. Für Betroffene bedeutet eine Lungenfibrose eine ernste und schwere Belastung mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität. Durch die Schädigung und Verfestigung des Lungegewebes ist die Oxygenierung des Blutes massiv erschwert.

IPF - die häufigste und gefährlichste Lungenfibrose

Lungenfibrosen sind insgesamt seltene Erkrankungen. Es liegen nur wenige Daten zur Häufigkeit vor, Schätzungen zufolge treten insgesamt etwa 30 Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen pro Jahr auf, wovon 7 - 14 auf die IPF entfallen.In der Europäischen Union leiden dementsprechend schätzungsweise bis zu 315.000 Patienten, in Deutschland bis zu 50.000 Patienten an einer IPF. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. In der Regel sind die Patienten bei Erkrankungsbeginn zwischen 40 und 70 Jahre alt. Zwei Drittel der Betroffenen sind bei Symptombeginn über 60 Jahre alt. Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt im Mittel bei 66 Jahren. Im Fall der IPF sind die zugrundeliegenden Krankheitsprozesse nicht vollständig aufgeklärt. Als Ursachen werden ein möglicher Ein­fluss von Umweltfaktoren, ein verändertes Rauch­verhalten und zunehmende Alterung der Gesellschaft disku­tiert Die IPF zeichnet sich durch einen aggressiveren Verlauf, als die meisten anderen Lungenfibrosen aus. Sie ist praktisch immer fortschreitend und führt zur Sauerstoffpflicht und nicht selten zum Tod des Patienten. Die Fünf-Jahres-Überlebensraten von IPF-Patienten liegen bei nur rund 20% und sind damit schlechter als bei einer Reihe von malignen Erkrankungen. Eine Heilung ist nicht möglich, doch konnten Medikamente identifiziert werden, die den Verlauf bei der Mehrzahl der Betroffenen verlangsamen können.  

 

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