Leben mit COPD

Wenn Sie an COPD leiden, müssen Sie unter Umständen Ihre Lebensweise umstellen. Das kann Veränderungen oder Einschränkungen bei Hobbies oder anderen Aktivitäten erforderlich machen. Es kann auch bedeuten, dass Sie in Ihrem Alltagsleben fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Diese Veränderungen können einen tiefen Einschnitt in Ihrem Leben bedeuten. Das folgende Beispiel schildert, wie Menschen mit COPD mit dieser Herausforderung fertig geworden sind.

Bei Maria, einer pensionierten Witwe aus Vorarlberg wurde vor zwei Jahren COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung) diagnostiziert.

Maria ist heute 64 Jahre und rauchte schon in jungen Jahren regelmäßig, wenn sie in Gesellschaft war. Sie hat ihren Zigarettenkonsum jetzt zwar eingeschränkt, raucht aber noch immer gelegentlich nach dem Essen oder wenn sie mit Freunden zusammen ist. Ihr Arzt hat errechnet, dass sie über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren täglich etwa 20 Zigaretten geraucht hat.

„Als ich jung war, rauchte ich wie verrückt. Die Zigaretten waren damals spottbillig, und schließlich rauchte jeder. Man hatte das Glas in der einen Hand und die Zigarette in der anderen. Ich habe auch später nicht aufgehört und mein Leben lang geraucht”, erzählt Maria.

Bei Maria zeigten sich zunehmend Symptome einer COPD wie z.B. Atemnot gemeinsam mit Husten, doch Maria wusste damals nicht, dass sie an dieser Krankheit litt und dachte, ihre Beschwerden seien einfach altersbedingt. Im Laufe der Zeit kam sie immer schneller außer Atem und litt regelmäßig an Exazerbationen , die durch Infektionen im Brustraum ausgelöst wurden und mit oralen Steroiden und Antibiotika behandelt werden mussten.

„Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich plötzlich eines Morgens wirklich schwere Atembeschwerden und keuchte nur mehr, ich rief den Arzt, und der gab mir Steroide und Antibiotika und verschrieb mir eine Behandlung mit einem Vernebler, und ich fühlte mich wieder besser. Danach bekam ich jedes Mal diese plötzliche Atemnot, wenn ich eine Verkühlung mit Husten hatte und musste wieder den Arzt aufsuchen. Es kam immer wie ein Anfall“, schildert Maria.

Die COPD hat sich bei Maria zunehmend verschlechtert. Ihre Atemnot wurde immer schlimmer und ihre Lungenfunktion lag 50% unter dem für sie zu erwartenden Wert (FEV < 50%) .

„Ich lebe alleine und erreiche meine Wohnung nur über eine steile Wendeltreppe. Früher konnte ich die Treppe noch richtig hinauflaufen, aber jetzt muss ich mir Zeit lassen, sonst komme ich außer Atem. Manchmal ärgere ich mich richtig; es ist nicht lustig, keine Luft mehr zu kriegen; es macht mir auch Angst, wenn ich ehrlich bin.“

Vor sechs Monaten ging Maria nach einer neuerlichen Verschlechterung zur Nachuntersuchung beim praktischen Arzt, der ihr eine neuartige Inhalationstherapie verschrieb. Maria erzählt: „Seit ich diese neue Behandlung verwende, leide ich nicht mehr so stark an Atemnot, und das ist für mich eine große Erleichterung. Gegenüber meinem Haus gibt es einen Wald, dort kann ich nun so an die ein bis zwei Kilometer spazieren.“

Selbstverantwortung

Auch wenn es natürlich Aufgabe des Arztes ist, dem Patienten das Leben mit dem Leiden so leicht wie möglich zu machen, ist dieser doch nicht rund um die Uhr verfügbar. Leben mit Allergie, Asthma oder COPD heißt deshalb auch: Selbstkontrolle, Selbstbehandlung, Selbstmanagement.

In diesem Fall müssen die Betroffenen wissen, was in welcher Situation zu tun ist. Dazu müssen Sie umfassend informiert und geschult sein. Die Österreichischen Lungenunion bietet (vorerst nur im Osten Österreichs) die Möglichkeit, alles über die Krankheit zu erfahren, zu lernen, spezielle Probleme auch im Notfall zu managen, die richtige Inhalationstechnik und atemerleichternde Stellungen zu beherrschen, gut vorbereitet auch auf Reisen gehen zu können und wie wichtig richtiges Training ist.

Nutzen Sie daher die laufend angebotenen Allergie/Asthma- und COPD-Schulungen. Nähere Informationen finden Sie unter Patientenschulung.

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