Wie behandelt man Asthma?

Therapeutische Empfehlungen

 Aufgrund der entzündlichen Ursache der Erkrankung muss die Behandlung prinzipiell gegen die Entzündung gerichtet sein, wodurch auch die bronchiale Überempfindlichkeit vermindert wird (Therapie mit so genannten "Beschützern"). Die Symptome wie Atemnot und Husten werden durch die so genannten "Befreier" (Bronchodilatatoren) korrigiert bzw. vermindert.


2 Schweregrade - Beschützer und Befreier

Es wird zwischen zwei Schweregraden bei Asthma bronchiale unterschieden: Die leichte (intermittierende) Form bei Beschwerden weniger als einmal pro Woche bedarf lediglich der Gabe von "Befreiern" (Bronchodilatatoren). Treten die Symptome - Husten und Atemnot - öfter als einmal pro Woche auf, spricht man von persistierender Verlaufsform. Je nach Symptomhäufigkeit und Schwere der Lungenfunktionsveränderungen unterscheiden wir zwischen mittelgradiger und schwerer Verlaufsform. Als Therapie müssen Medikamente gegen die Entzündung ("Beschützer") verabreicht werden. Die Gabe von "Befreiern" richtet sich nach der Verlaufsform.

 

Meidung von bekannten Atemnot auslösenden Reizen

Grundsätzlich ist die Meidung von bekannten Atemnot auslösenden Reizen Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

  • Bei ausgeprägtem Asthma bronchiale ist eine möglichst rasche Beschwerdekontrolle ("step-up-Prozedere") anzustreben. Wenn dieses Ziel erreicht ist, sollte nach dem Prinzip der Therapieverminderung ("step-down-Prozedere") unter Kontrolle zur Vermeidung einer Übertherapie verfahren werden. Dabei ist es wichtig, dass die Patienten die richtigen Verhaltensweisen im Anfall oder bei Verschlechterung lernen, ihre Medikamente korrekt einnehmen und ganz bewusst und stetig mit dem Arzt zusammenarbeiten.
  • Wenn sich der Krankheitsverlauf verschlechtert müssen auch - kurzfristig systemische Glukokortikoide (Kortison in Tablettenform oder als Injektion) verordnet werden.
    Langwirksame "Befreier" sind geboten, wenn öfter als drei Mal pro 24 Stunden kurzwirksame benötigt werden.
  • Die "Beschützer" müssen so angepasst werden, dass eine optimale individuelle Lungenfunktion und Beschwerdeminimierung erreicht wird.
  • Die neue Substanzklasse der Leukotriene (als "Beschützer" einzuordnen) wird als Zusatzmedikation empfohlen. Ein glukokortikoideinsparender Effekt ist nachgewiesen. Besonders empfehlenswert sind Leukotriene bei belastungsinduzierter Atemnot ("Anstrengungsasthma") sowie beim aspirinverursachtem Asthma bronchiale.

Ziele der Asthma-Therapie

  • Die kontinuierliche Verschlechterung des Asthma bronchiale wird gestoppt.
  • Die bestmögliche Lungenfunktion und Lebensqualität soll erhalten bleiben.
  • Anfälle (=Exazerbationen) sollen hintangehalten werden.
  • Die medikamentöse Behandlung soll effektiv und nebenwirkungsarm sein.
  • Die "Beschützer"-Therapiereduktion kann gemäß dem "step-down-Prozedere" mit entsprechenden Kontrollen (laufende Peak-Flow-Metrie zweimal täglich; Spirometrie mit Fluss-Volumen-Kurve alle vier Wochen bis drei Monate) bei Stabilisierung versucht werden. Fallweise ist es dabei auch erforderlich, die langwirksamen "Befreier" durch kurzwirksame zu ersetzen.

Patientenrisiko

Das Risiko des Patienten steigt, wenn ....

  • keine "Beschützer"-Therapie durchgeführt wird,
  • keine Beachtung der Umweltfaktoren oder Anfalls-Auslösermechanismen erfolgt,
  • keine Lungenfunktionskontrolle besteht,
  • keine strukturierte Patientenschulung erfolgt,
  • keine regelmäßigen fachärztlichen Kontrollen, insbesondere auch Vorstellung bei höherem Schweregrad erfolgen,
  • bei schweren Verlaufsformen nicht genügend und rechtzeitig orales Glukokortikoid gegeben wird,
  • keine Peak-Flow-Kontrolle durchgeführt wird.

 

 

 

 

 

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