Diagnose

Univ. Prof. Dr. Friedrich Horak hat einen Allergiefragebogen entwickelt, den Sie bei Verdacht auf eine allergische Erkrankung ausfüllen können.
Bereits bei einer JA-Antwort sollten Sie einen Facharzt oder ein Ambulatorium aufsuchen.

  1. Hatten Sie jemals juckende oder stark gerötete Hautveränderungen?    
  2. Verspüren Sie nach dem Essen Juckreiz im Mund, Magen-, Darmkrämpfe, Blähungen oder Durchfall?    
  3. Leiden Sie im Frühjahr, Sommer oder Herbst an juckenden Augen, Schnupfen, oder Atemprobleme?    
  4. Spürten Sie jemals ein Pfeifen, Brummen oder Engegefühl im Brustkorb?    
  5. Stellen sich bei Ihnen während des Tages oder in Ruhepausen Kurzatmigkeit ein?    
  6. Werden Sie morgens von Niesattacken, Hustenreiz oder verstopfter Nase und verklebten Augen geplagt?    
  7. Löst die Nähe von Tieren bei Ihnen Augenjucken, rinnende Nase, Kurzatmigkeit oder Hautreizungen aus?    
  8. Reagieren Sie auf Bienen- oder Wespenstiche mit starker Schwellung, Ausschlägen, Kreislauf- oder Atemprobleme?    
  9. Beobachten Sie nach der Einnahme von Medikamenten einen Ausschlag oder Schwellungen?    
  10. Leiden Sie unter Unverträglichkeit beim Tragen von Modeschmuck, Piercings, etc.?

Ihr Facharzt wir bei Verdacht auf eine Allergie einen Allergietest anordnen.

Wenn Sie bereits bestimmte Medikamente zur Behandlung Ihrer Allergie nehmen, wie z.B.. Antihistaminika, sollten Sie diese etwa 4 Tage vor der Allergieuntersuchung nach Absprache mit Ihrem Arzt absetzen. Antihistaminika verhindern eine allergische Reaktion und können das Untersuchungsergebnis verfälschen. Asthma-Medikamente, Kortisonpräperate oder Antibiotika können Sie problemlos weiternehmen.

Arten von Allergietests

Hauttests: Üblicherweise wird zunächst ein Hauttest (Prick-Test, Intrakutantest, Reibtest) durchgeführt. Es werden Proben verschiedener Substanzen auf die Haut gebracht, die in Verdacht stehen mögliche Allergene zu sein.
Anschließend wird beobachtet, ob eine allergische Reaktion an dieser Hautstelle als Rötung oder Quaddel auftritt. Der Hauttest kann sowohl als „Bestätigungstest“ als auch als „Suchtest“ durchgeführt werden. Das heißt, entweder es liegt ein ganz konkreter Verdacht bereits vor, der dann durch die Einzelprobe lediglich „bestätigt“ werden soll oder aber es wird nach dem Allergen „gesucht“, indem man an verschiedenen Hautstellen unterschiedliche Testlösungen aufträgt.
Vor diesen Untersuchungen muss sich niemand fürchten. Sie sind weder schmerzaft noch langwierig: Nach wenigen Minuten liegt bereits das Ergebnis vor.

Pricktest: Ein Tropfen der Testlösung wird auf den Arm aufgetragen. Dann wird die Haut an dieser Stelle mit der Prick-Lanzette zirka 1mm tief angeritzt. Es wird lediglich die Oberfläche der Haut aufgekratzt, damit die Testlösung in das Hautinnere eindringen kann. Zusätzlich wird die Reaktionsfähigkeit der Haut mit einem tropfen Histaminlösung, die bei jedem Menschen Quaddeln hervorruft, und einem Tropfen Kochsalzlösung, bei der die Haut normalerweise nicht reagiert, kontrolliert. Durch diese Zusatztests kann man im Vergleich die auf eine Allergen getestete Stelle besser auswerten.
Besteht eine Allergie gegen die Testsubstanz hat sich nach 15-20 Minuten an dieser Hautstelle eine Quaddel gebildet, die mindestens halb so groß wie die der Histaminlösung ist.
Der Pricktest ist der Standardtest für Allegien des Soforttyps, wie Pollen-, Hausstaub-, und Tierhaarallergien.

Intrakutantest / Intradermaltest: Hier wird das Allergen mit einer Nadel in die Haut gespritzt. Diese Methode ist etwa 10.000 mal empfindlicher als der Prick-test, ergibt aber häufiger falsch positive Ergebnisse vor allem bei Nahrungsmittelallergien.

Epikutantest / Patchtest / Pflastertest: Bei dieser Methode wird ein Spezialpflaster aus Kunststoff mit vielen kleinen abgegrenzten Stellen, auf die jeweils geringe Mengen der testsubstanzen aufgetragen werden auf die Haut des Rückens oder des Oberarmes geklebt. Das Testergebnis wird meist am 3. Tag abgelesen. Während Sie das Pflaster tragen, sollten Sie nicht duschen oder baden und auch möglichst wenig Sport treiben (schwitzen!). Diesen Test setzt der Arzt ein, wenn er Verdacht auf Kontaktekzem (Typ-IV-Allergie) hat.

Scratch-Test: Durch die aufgetragene Testlösung wird die Haut leicht angeritzt. Der Scratch-Test hat aber heute an Bedeutung verloren, weil es zu einer allgemeinen Hautreizung kommen kann, die dann eine Testauswertung sehr schwierig macht.

Reibtest: Das Testmaterial wird mehrfach auf der Innenseite des Unterarms hin-und hergerieben. Angewendet wird der Reibtest vor allem bei Patienten mit einer hochgradigen Sensibilisierung. Weiters wenn die Allergie auslösende Substanz nicht in industriell vorgefertigter Ausführung erhältlich ist.

Provokationstest: In besonderen Fällen kommt dieser Test zur Anwendung: Abhängig vom Krankheitsbild werden Allergenlösungen auf die Bindehaut des Auges, auf die Schleimhaut der Nase oder als Inhalation in die Bronchien bzw. als Schlucklösung zum Trinken verabreicht. Durch diese Provokationstest wird das entsprechende Krankheitsbild ausgelöst und der Zusammenhang mit dem verdächtigen Allergen und der Erkrankung bewiesen.

RAST-oder PRIST-Test: es wird Blut abgenommen, um die Anzahl der IgE-Antikörper im Blut zu bestimmen. Es können spezifische Antikörper gegen Allergene direkt nachgewiesen werde. Die Gesamt IgE Menge sagt aus, ob grundsätzlich eine Allergieveranlagung vorliegt.

Allergiediät: Die Suche nach verdächtigen Allergenen in Nahrungsmittel gestaltet sich schwierig. Hier sind Hauttests allein nicht zuverlässig. Ideal wäre ein mehrtägiges Fasten für die Suche nach dem Nahrungsmittelallergen.
Dies ist aber für Menschen, die im Berufsleben stehen oder einfach viel unterwegs sind, oft nicht durchführbar. Praktikabler ist es, nur eine bestimmte Anzahl überschaubarer Nahrungsmittel in den Speiseplan aufzunehmen. Ein so eingeschränkter Kostplan darf nur eine Getränkesorte, eine Brotart, ein Fleisch und Kartoffeln, Gemüse, Obst und Butter als Gewürze nur Zucker oder Salz enthalten. Damit ist sowohl eine ausgewogene Ernährung gewährleistet und außerdem übersichtlich erkennbar, welche Nahrungsmittel der Erkrankte im einzelnen zu sich nimmt. Selbstverständlich muß während dieser Zeit auf den Verzehr von Fertigprodukten, wie Fertigsaucen, Wurstwaren und Salate verzichtet werden.Diese Untersuchungsmethode schafft Klarheit. Denn wenn es bei Einhaltung der empfohlenen Kost in den folgenden 10 bis 14 Tagen zum Abklingen des Krankheitsbildes kommt, dann ist eine Nahrungsmittelallergie wahrscheinlich.
Nach 10 bis 14 Tagen wird der bislang eingeschränkte Speiseplan Schritt für Schritt erweitert. An jedem 2. Tag wird eines der gestrichenen Nahrungsmittel dem Speiseplan wieder zugeführt. Zur eigenen Kontrolle ist es hilfreich, wenn in dieser Zeit alles aufgeschrieben wird, was Sie essen. Denn wenn es jetzt zum Auftreten von Krankheitssymptomen kommt, kann das verdächtige Nahrungsmittel anhand des Speiseplans schnell ermittelt werden.
Dieses Vorgehen ist zugegebenermaßen mühselig und langwierig, allerdings kann es für den Patienten die Befreiung von einer chronischen und lästigen Erkrankung bedeuten.

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